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Freitag, 30. Juli 2010

Wahlverwandschaften

Ich fühle mich seit gestern irgendwie seelenverwandt mit diesen komischen Menschen, die ihr Geld verdienen, indem sie in lächerlichen Uniformen durch die hiesige Metro lustwandeln und einen Eindruck von Sicherheit dabei hinterlassen sollen oder wollen.
Das ist, stelle ich mir so vor, relativ schwierig bei einsfünfundsechzig Körpergrösse und leichtem Hang zum Übergewicht.
Um diese meine Impression zu verdeutlichen, schildere ich kurz mal das Geschehen.
Trulla, Luisa, die Andere und meine Wenigkeit müssen auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen, da gemeinsam eine Veranstaltung besucht werden soll, deren Inhalt hier jedoch keine Rolle spielt und daher verschwiegen wird.
Also nix wie rein in die Metro.
Mehr oder weniger fröhliche Menschen spielen Ölsardine und bezahlen auch noch dafür.
Einer der eher weniger fröhlichen Menschen will seinen Sitzplatz nicht für Trulla räumen und sagt gar hässliche Dinge, jedoch nicht direkt zu Trulla, was ihm das kurzfristige Weiterleben ermöglicht. Vom anderen Ende des Waggons eilt so ein Sicherheits-Monchichi herbei und redet dem jungen Mann ins Gewissen, von dessen Besitz sich jener aber vorübergehend getrennt zu haben scheint.
Ein unnötiges Wort gibt das andere, dann fliegen die Fäuste Richtung Mon-Chichi, der's sich daraufhin blutend am Boden gemütlich macht und seine Strategie des erst reden, dann handeln zu überdenken scheint.
Trulla neigt ihren Kopf leicht Richtung Verursacher, schaut mir dann direkt in die Augen und raunt, ich solle ihn totmachen. Sie schaut zu viel fern, glaub ich. Ich kann doch niemanden in der Öffentlichkeit totmachen, vor mindestens hundert Zeugen, das' schlecht für meine Reputation, gebe ich zu bedenken, schnapp mir das Früchtchen jedoch vorsorglich am Schlawittchen, weiss ich doch, dass Trulla in solchen Angelegenheiten keine Widerworte zulässt.
"Ich geb ihm 'ne Ohrfeige, ok?", presse ich zaghaft heraus. Zustimmendes Nicken.
Einer der Umstehenden, anschliessend Applaudierenden, meint zwar, eine Ohrfeige gäbe man mit der offenen Hand und es sei auch eher selten, dass dabei dem Geohrfeigten ein paar Zähne verlustig gingen, aber im Prinzip wär's doch annähernd richtig gewesen.
Solch Zuspruch motiviert doch ungemein und so gingen wir frohen Mutes zur besagten Veranstaltung, die aber auch scheisse war.

Samstag, 24. Juli 2010

Darum

Auf die Frage, wieso ich trotz meiner doch recht bewegten Vergangenheit nicht tätowiert sei, gab Luisa (die mir , es sei doch kurz angemerkt, nominal 15 Riesen für den Anbau schuldet) zum Besten: "Ist doch klar, auf 'nen Ferrari klebste ja auch keine Rallystreifen!"

Gracias, you put my feet back on solid ground, Hase.

Freitag, 9. Juli 2010

Abgesoffen

Nachdem mir einige Landsleute den Mittwochabend doch recht unerfreulich gestaltet haben, bin ich wieder dazu über gegangen, mich selbst sportlich zu betätigen. Was lag näher, als Donnerstag dem Kater ein wenig Auslauf und dem Körper ein Bad im Meer zu gönnen?
Nix, genau...also kraule ich, was das Zeug hält, lasse Flipper alt aussehen, schubse ein paar Gören von ihren Luftmatratzen und klaue dem Herrn mit der Spanienflagge kurzentschlossen die Badehose.
Sodann entsteige ich den Fluten und jogge flockig unserem Liegeplatz entgegen. (Wem das zu nüchtern erscheint,der möge sich bitte dieses Links http://www.youtube.com/watch?v=Ybr4iBb2K5Y bedienen)
Die von mir künstlerisch Befruchtete schaut zu mir hinauf, wendet sich sogleich gen Luisa und behauptet, vom Kopfe abwärts vermittle ich den Eindruck, fünfundzwanzigjährig zu sein.
Ups, Vorsicht Demian, das war'n Kompliment, hämmert mir eine innere Stimme ein.
Frauen ticken, möchte ich meinen Leidensgenossen ins Stammbuch schreiben, ja doch etwas anders. Wir Männer machen Komplimente, um die Weiber ins Bett zu kriegen oder uns die 25 PS stärkere Motorvariante zulegen zu dürfen. Frauen nicht.
Frauen wollen ein Gegenkompliment hören. Merkt euch das gut, man weiss ja nie, wozu's mal gut sein kann.
Bin ja ein alter, erfahrener Fuchs. Überraschen kann man mich mit sowas kaum. Fix überlegt - eine gewisse Originalität sollte ja schon gegeben sein- und den Blick über den zu komplimentierenden Körper schweifen lassen.
"Du auch, nur ist's bei dir eher umgekehrt!"

Und wieder eine Frau glücklich gemacht.
Es kann so einfach sein.
Probiert's doch mal.

Dienstag, 6. Juli 2010

Verräter



Hat einer Bock auf Calamares?

Freitag, 2. Juli 2010

Wenn der Müllmann zweimal klingelt

Frauen sind, man mag's kaum glauben, doch sehr unterschiedlich. Die eine, Trulla, hat mir Türverbot erteilt, will heissen, dass ich ab sofort nicht mehr die Tür aufmachen darf, wenn's klingelt. Vorhin eilte ich, weil's schellte und chinesische Nahrung geordert war, zur heimischen Pforte, steht da doch so'n Mensch im gelbfluoriszierenden Anzug und will mir 'ne Biotonne verhökern.
"Guter Mann", hob ich an, " da sind'se bei mir völlig verkehrt, betreibe ich doch schon seit Jahrzehnten aktive Mülltrennung!"
Um meine Behauptung zu unterstützen, kramte ich kurz in der Schublade und hielt ihm dann mit stolzgeschwellter Brust meine Scheidungsurkunde entgegen.
Die andere, Luisa genannt, liegt immer noch unterm Tisch.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Dreams of my reality

Mittlerweile gehe ich so gerne zur Arbeit, weil man mir dort gelegentlich die Illusion lässt, Chef sein zu dürfen.

Freitag, 14. Mai 2010

Drei Engel für Demian

Oft werde ich gefragt, wie ich es schaffe, so jung, frisch, knackig, um nicht zu sagen blendend auszusehen, doch bevor mir eine einfache, nicht gleich verletzende oder sarkastische Antwort einfällt, klingelt der Wecker und ich wache auf. Schade, dabei bin ich doch mittlerweile felsenfest davon überzeugt, dass es mit meinen Anzügen und der schlankmachenden Wirkung derselben zu tun hat, wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass die eigentlich nicht nötig ist.
Wer jedoch wie ich stündlich mit dem Erscheinen von Reportern des Manager-Magazins rechnen muss, der gibt schon auf sein Äussseres acht und lässt die Konkurrenz alt und billig aussehen. Nebenher gesagt kann mir eh keiner von den Lappen das Wasser, geschweige denn den J.D. reichen, denn die haben alle sowas studiert und damit disqualifizieren sie sich selbst. Intuition heisst das Zauberwort und so tue ich das, was mir grad in den Sinn kommt - und habe Erfolg damit.
5 Hotels nennen wir mittlerweile unser Eigen und wenn einer glaubt, er könne das besser als ich, kriegt er 7 Tage, um ein sinniges Konzept zu erstellen - dann fliegt er.
So oder so.
Das wiederum bedeutet Arbeit für mich, viel, viel Arbeit.
Fast soviel wie daheim, wo sich mittlerweile drei Frauen tummeln.
Sie verstehen sich blendend, Trulla versteht kein Englisch, Luisa kein Deutsch, die Andere kein Spanisch und ich die Welt nicht mehr.
Erschwerend kommt hinzu, dass ich heile Familie vorspielen muss, hat mir der Crash-Kurs Psychologie, den ich zwischen zwei Zigaretten im Internet absolviert habe, doch verraten, dass sie ein Opfer fehlender familiärer Strukturen ist.
Heisst, ich muss Trulla hin und wieder küssen, einfach so in statt auf den Arm nehmen und lauter so semiromantische Sachen.
Ich brauche Urlaub, Kinners...und wisst ihr was? Ab Sonntag hab ich den auch.
2 Wochen.
Ibiza, ich komme.

Samstag, 24. April 2010

Meister der Herzen

Schaaaaaaaaaaalke Nuuuuu-ul Viiiiiiiier!

Achja, bevor ich's vergesse: Helft Griechenland - esst mehr Tzaziki

Freitag, 16. April 2010

Vampyre State Building

oder: Die Mauer muss weg!

Insgeheim glaube ich ja, dass Spanien grossräumig eingezäunt ist, wir Ein- und Bewohner morgend-, mittäg- und abendlich unsere Medizin mit dem Essen verabreicht bekommen und ferner die ganze Welt über uns lacht, mal von ein paar süd- und mittelamerikanischen Möchtegern-Diktatoren abgesehen.
Bislang hat mich das nicht so sehr beeindruckt, gab mir meine Umgebung doch eher das Gefühl, Aufseher statt Insasse zu sein, jedoch lassen die Ereignisse der letzten -sagen wir mal- 14 Tage eher den Umkehrschluss zu.
Luisa.
Luisa will bleiben.
Bei uns.
Ich geh am Stock.
Demnächst hab ich 3 Gören im Haus. Ich wittere eine Verschwörung, denn sein wir doch mal ehrlich - wer bleibt schon freiwillig bei mir; ich bin ein Ekelpaket, unausstehlich bis widerwärtig, verhaue Menschen, beleidige und beschimpfe Klienten, Polizisten und andere Wahnsinnige, die sich nicht schnell genug aus dem Staub machen.
Gut, nicht alle sind der Meinung...Trulla beispielsweise glaubt immer noch, ich sein ein lieber Mensch. Aber was zählt schon das hormongetunte Urteil einer Schwangeren?
Jedenfalls brachte Luisa's Wunsch nach Herberge arge logistische Probleme mit sich - meine Wohnung ist einfach zu klein. Trulla's Wohnung ist gross, liegt jedoch am Arsch der Stadt, wo ich nichtmal tot über'm Gartenzaun hängen möchte.
Vorschlag: Trulla und Luisa, ihr beiden zieht in die Arsch-Wohnung und du, Trulla, bringst mir mein Kind, sobald du geworfen hast.
Was soll ich sagen ?
Abgelehnt.
Naja, wie ich denn so eines schönen Frühlingstages auf der hinterhäusigen Terasse (die diesen Namen nicht verdient, ist sie doch eigentlich eher ein etwas zu gross geratener Balkon)rauchend mein elendiges Leben verfluche, fällt mir auf, dass sich, hinter einer nicht all zu hohen Mauer verbergend, ein gar hübsch anzusehendes Fleckchen Dachterasse befindet, welches unbenutzt erscheint.
3 Stunden später ist der Besitzer ausfindig gemacht und von einer fast kostenfreien Überlassung des Kleinods überzeugt.
"Dies wird" lasse ich mit weitschweifiger Geste ertönen, "dein Reich!"
Die aus dem studentischen Halbschlaf gezerrte Luisa kann ihr Glück kaum fassen. "Eine Hütte? Du willst mir allen Ernstes eine Hütte hier bauen? Wie für einen Hund?"
"Naja, ich hatte da eher an 'nen Zwinger gedacht...aber prinzipiell hast du schon recht. Nun, was sagst du? Und bei 80% Eigenbeteiligung an den Kosten bist du quasi Eigentümerin. Naaaaa, ist das etwa nichts?"

Wenn sie lieb ist, schliess ich ihr sogar Wasser an, mal sehn.
Und drumherum bau ich 'nen Spielplatz.
Für meinen Sohn, meinen Prinz, meinen Erben.

Samstag, 27. März 2010

Heute schon gelobt (worden) ?

Frau schafft's immer wieder, mich zu überrraschen - gestern durfte ich mir, anlässlich einer kleinen Präsentation meines Plans zur Rettung der Welt inklusive gefallener Engel, anhören, ich sei ein "unglaublicher Kerl". Ist ja jetzt nicht so, dass mir sowas nicht des öfteren zu Ohren kommen würde - erst letztens hat Jefe Ähnliches geäussert. Während Trulla jedoch zärtlich an meinem rechten, zur Überdimension neigenden Ohr knabberte, fasste er sich an die Herzgegend und brach in an muslimische Märtyrer-Mütter erinnerndes Gezeter aus. Dabei weiss ich gar nicht, was er hat: 27.998,76 Euro plus Umsatzsteuer für 93 neue Plasmafernseher find ich nicht übertrieben; konnte mir auch nicht verkneifen, ein wenig mein Verhandlungsgeschick in den Vordergrund zu stellen: Immerhin haben wir jetzt drei davon in meiner Wohnung stehen. Gratis, versteht sich.
Naja, es fällt ihm halt etwas schwer, Enthusiasmus und Freude zu zeigen...
Doch zurück zu meiner Göttin.
Isabella, te quiero mucho.
Bist'n unglaubliches Weib, um's mal mit deinen, etwas ungelenken Worten auszudrücken!
Wenn du kochen könntest, würde ich's als Liebe bezeichnen.
So, bevor se sich jetzt was einbildet, will ich mal zu euch kommen:
Ihr seid ebenso unglaubliche Leser...der Zuspruch, die Warnungen und Tipps der letzten Tage sind schon 'ne starke Nummer.
Ihr seid unglaubliche Leser!
Wenn ihr jetzt noch schreiben könntet, würd ich's als Liebe bezeichnen...
(Konnt ich mir nicht verkneifen. nachher wird's noch zu duselig hier)
Os quiero mucho!
So, habter gezz davon.

Samstag, 20. März 2010

Don't give up

10 Tage lang. 10 nicht enden wollende Tage, ein jeder davon gefüllt mit mehreren Telefonaten, mit Hoffen und Bangen, mit Versuchen zu trösten, Aufmunterung geben und Verzweiflung abschwächen. Ich bin nicht gut in solchen Sachen, das weiss ich.
Mir werden Bilder implantiert, die in Einklang mit dem meinigen zu bringen schier unmöglich erscheint. Ich sehe ein kleines Mädchen mit lustigen Zöpfen, 6 Jahre alt und voller Lebensfreude und Neugier. Es thront auf meinen Schultern und fragt mir Löcher in den Bauch, es erscheint mitsamt ihrer Schulklasse in der Halle und ich muss erklären, was wir machen, wie wir's machen und warum. 25 Göhren, die erst ruhig werden, als wir im Catering Eis besorgen. Wir tun so, als ob wir's mopsen müssen, das finden die Kleinen "cool".
Das sind die Bilder, die mein Kopf hergibt - in der Abflughalle, im Flieger, im Taxi.
Dann öffnet sich eine Tür und was man sieht, was ich sehe, ist ein abgemagertes Etwas, 19 Jahre alt, die Haare strähnig und stumpf, der Blick ausdruckslos. Aus ihrem Körper wachsen Schläuche und Kabel. Das Gesicht ist fleckig, Ekzeme wuchern an den zerstochenen Armen, Händen und Beinen.
Sie will mich umarmen, doch mich überkommt der Ekel, ich muss raus. Sie weint.
Und ich schrei Scheisse, will Amok laufen.
Was ist das? Was ist aus meinem kleinen Frollein geworden, meinem Sonnenschein, dem Mädchen, das nie genug von meinen Geschichten kriegen konnte?
Ein Junkie, ein Wrack, schon am Ende, bevor das Leben richtig beginnt.
Die Überdosis hat sie nicht geschafft.
Ich frage mich, was geschehen sein muss, um es soweit kommen zu lassen. Ihre Mutter?
Hat sie Schuld?
Ich glaube nicht, kenne sie zu gut. Sie hat sich immer bemüht, eine "gute Mutter" zu sein, wie auch immer das aussehen mag, jedenfalls ruhig, besonnen, aber auch Grenzen setzend. Was mehr kann man tun?
Gedanken rasen mir durch den Kopf, ich muss wieder rein, muss versuchen, in der Umarmung das Bild des kleinen unschuldigen Mädchens zu restaurieren.
"Du bist grau geworden" ist das Erste, was sie sagt.
Ich muss dem zustimmen.
Allerdings bezweifel ich, dass es mein Leben ist, das mir graue Haare verschafft.
Nach etwa 20 Minuten ist das Bild restauriert.
Von hier ab fangen wir von vorne an.

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Montag, 8. März 2010

W E L T F R A U E N T A G

Petrus?
Ja, Demian?
Samma, was hälst du denn so vom Weltfrauentag?
Weltfrauenwaaaaaaaas?
Na, Weltfrauentag, 8.März...
Is'n das wieder für'n neumodischer Kram, tss, nicht mit mir. Da werd ich der ollen Frau Holle gleich mal die Leviten lesen. Soll gefälligst was tun, faule Nuss, die.

...so kam es, dass auch im heimeligen Barcelona die Schneeflocken nur so stöberten.
Und Demian, der mitunter auch als Vorreiter der Frauenbewegung tituliert wird, liess, den Tag ehrend, die Frauen ganz alleine entscheiden, wer von ihnen, Trulla oder Luisa, die Hauseinfahrt vom Schnee räumen durfte.
Isser nich liep?

Sonntag, 31. Januar 2010

Ich kann so nicht arbeiten

Die globale Erderwärmung ist 'ne ziemlich blöde Sau, macht sie doch um Barcelona 'nen grossen Bogen, was meinem Wohnzimmer das Aussehen eines Rote-Kreuz-Sammellagers für Lawinenopfer verleiht; überall liegen -dem Unwissenden sei hiermit mitgeteilt, dass der gemeine Iberier, sollte das Thermometer mal weniger als 25 Grad Celsius anzeigen, lange Unterhosen und Handschuhe, Mütze sowie Schal überstreift- in Decken gehüllte Frauen herum, die zudem nichts Besseres zu tun haben, als mir auf den Keks zu gehen.
Zum einen hätten wir da Trulla, die sich unter Vortäuschung von Schwangerschaftsbeschwerden 'nen Lenz macht, zum anderen Luisa, die, so scheint's, sich solidarisch erklärt hat. Mit Trulla. Natürlich.
Wer hat auch schon Mitleid mit einem armen, werdenden Vater, der dringendst ein Regal fertig stellen müsste, worin die zukünftig zu erwartenden Literatur-Preise verstaut werden sollen. Demian hat nämlich, wen wundert's?, schon mal angefangen, Kindergeschichten zu schreiben, die allabendlich zum Vortrag kommen sollen, wobei er Trulla's ziemlich barsch vorgetragene Anweisung, selbige sollten keinen Sex, keine Gewalt und schon gar keinen Sarkasmus enthalten, natürlich ignoriert hat. Wär ja noch schöner - da schläft der Kleine ja bei ein, tss.
Vorgestern hab ich ein Baby-Fon gekauft.
Um mich von der ordnungsgemässen Funktionstüchtigkeit zu überzeugen, wurde das Ding unter Luisa's Bett deponiert, wo es, leise vor sich hinrauschend, erschütternde Belege des studentischen Sexuallebens lieferte.
Mein Gott, hätt ich gewusst, dass es so arg um sie steht, hätt ich ihr mal 'nen Callboy spendiert. Zumal sie sehr nett von mir spricht.
Trulla hegt die Vermutung, dass sie das Teil entdeckt hat.
Wer weiss?
Apropos - wer weiss, wie gross der Friedenspreis des deutschen Buchhandels ist?

Donnerstag, 28. Januar 2010

Ein kleiner Schreihals

Wer hier etwas über Kinder oder gar Babies erwartet hat, den muss ich leider enttäuschen. Obwohl mir der leseranziehenden Wirkung durchaus bewusst, verzichte ich darauf, wurde mir in letzter Zeit doch von mir nahe stehenden Personen zugetragen, ich fokussiere meine Gedankengänge all zu sehr in diese Richtung.

Es mag gut 3 Wochen her sein, da fand sich Eddy bei mir ein. (Ihr erinnert euch doch alle an Eddy?)
"Eins gleich mal vorneweg, Demian, nix über Babies, Schwangere, Söhne und dergleichen, okay?"
"Iiiich?...doch nicht. Niemals nie nicht."
So'n Blödmann, nur weil er nichts zu poppen hat, dachte ich noch so bei mir, da sah ich ihn vorm Kühlschrank stehen. Im Profil. Ich meine, früher ist mir sowas ja nie so aufgefallen, aber er sah...nun...irgendwie schwanger aus. Als guter Freund sah ich mich geradezu verpflichtet, ihn auf diesen körperlichen Makel hinzuweisen, worauf sich ein sehr ernsthafter Dialog über Fettverbrennung und Muskelaufbau entwickelte, der mit der doch sehr einsichtigen Konklusion endete, die da lautete, sich ab sofort sportlich betätigen zu wollen.
Fand ich gut, als Sofortmassnahme schickte ich ihn erstmal zum Supermarkt, Bier holen.
Naja, so eine einschneidende Veränderung im Leben will ja schliesslich gebührend begossen werden.
Ab dem nächsten Tag trafen wir uns regelmässig in der Muckibude und während ich mein Programm durchzog, beobachtete er mittelalterliche Frauen auf Laufbändern, die sich, meiner unbescheidenen Meinung nach, glücklich schätzen können, keine Augen zu haben. Am vierten Tag erschien Eddy nicht mehr. Ein besorgter Anruf ergab, dass er der Anstrengung müde sei und sich ausserdem nicht der Gefahr aussetzen wollte, von derartigen Geschöpfen ausgelacht zu werden. Er hätte jetzt, was viel besser sei, die Lösung seines kleinen Figurproblems gefunden: So ein Gürtel, der elektrische Impulse aussendet. Hätte er ihm Fernsehn entdeckt, nachts, in den Werbepausen. Es folgte noch eine ziemlich ausführliche und sehr bildhafte Schilderung der Mädels, die zwischen den Pausen agierten, aber damit will ich euch hier nicht langweilen.

Meine gestrige Nachfrage ergab, dass er, also Eddy, trotz mehrstündiger täglicher Anwendung, keinerlei Veränderung seines körperlichen Status' feststellen könne und das Ding daher in die nächste Ecke gepfeffert hätte, wo es auf die Rücksendung warte.
"Eddy?"
"Ja?"
"Du hast doch Physik in der Schule gehabt, oder?"
"Ja, schon."
"Okay, dann erklär mir doch bitte mal, wie das funktionieren soll: 230 Volt gegen die Rückstände mehrerer Tausend Hektoliter Bier, Wein und andersartiger Alkoholika?"

Wenn er so schreit, kann ich ihn immer ganz schlecht verstehen - er gleitet dann sehr schnell ins Vulgäre ab, welches ja so gar nicht meins ist.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

LAW AND ORDER

"Angeklagter, haben Sie noch irgendwas zu sagen, bevor die Jury zu ihrem Urteil gelangt?"
"Ja also, das war nämlich so: Ich wollt doch nur...konnte doch nicht ahnen...und wie ich da so jongliere...kurz mal abgelenkt und...klirr."
"Sie sind sich schon bewusst, dass das ein Erbstück war? So 'ne Schüssel kriegt man heut gar nicht mehr."
"Ja aber ich wollt's doch nicht, werd's auch bestimmt nicht wieder tun. Bitte, Euer Ehren, geben Sie mir noch 'ne Chance."
"Nun, wenn die Geschworenen damit einverstanden sind, werd ich's diesmal bei einer Verwarnung belassen. Aber das nächste Mal gibt's lebenslänglich. Seien Sie sich dessen bewusst. Nun, stimmen die Geschworenen dem zu?"

Wie gut, dass ich damals den Wackel-Dackel gekauft habe. Lebenslänglich mit der Richterin - na, ich weiss nicht. Andererseits - so lang ist das ja auch nicht mehr...

Dienstag, 27. Oktober 2009

Von Intentionen und grobkörnigen Bildern

Schreiben ist Spass für mich. Mir gefällt es, mit Worten und Wörtern zu spielen, Sätze und damit Bilder zu konstruiren. Ganz selten kommt es vor, dass es mich drängt zu schreiben, gestern war so ein Tag. Ich habe den ich weiss nicht wievielen tausenden von darüber schon geschriebenen Seiten eine weitere hinzugefügt. Dass das im Ergebnis so ausgefallen ist, mag sicherlich auch am gestrigen Alkoholpegel gelegen haben. Es gibt solche Tage, Geburtstage, Todestage, Weihnachten oder mag es auch Ostern sein, da wird das Erlebte übermächtig. Hin und wieder auch mal einfach so. Eigentlich wollte ich etwas anderes schreiben, jedenfalls hier.
Nunja, Versuch gescheitert, könnte man sagen. Aufgrund der Kommentare werde ich die Geschichte jetzt mal ganz erzählen, vielleicht wird dann auch klar, was ich mit so einem Post ausdrücken oder erreichen will. Normalerweise habe ich keine grosse Message, bestenfalls geb ich hier gelegentlich den Bad Guy, an dem ihr euch kommentierenderweise auslassen könnt. Wenn ich euch mit kleinen Geschichtchen und Episoden aus meinem Leben unterhalten kann, genügt mir das eigentlich. Andererseits -man beachte bitte mal die Kategorien, hier besonders "Alles halb so wild" - heisst das Grundprinzip: Man kann alles aushalten, jeden Nackenschlag wegstecken, um danach stärker als zuvor dem Leben entgegenzutreten, Tja, und manchmal, da tritt das Leben eben nach.

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Kurz vor Weihnachten 1987, die Einkaufsstrassen sind wie üblich schon seit 2 Monaten festlich kitschig dekoriert, worüber sich zwar jeder aufregt, aber dennoch in die Geschäfte rennt und Geld ausgibt, das er eigentlich nicht hat. Demian und Honey haben es. Sie haben in nichtmal anderthalb Jahren aus Thommy's mickriger Rock'n Roll-Klitsche ein florierendes Unternehmen gezaubert, wobei Honey's Part weitestgehend darin besteht aufzupassen, dass Demian nicht abhebt und seine Risikobereitschaft überreizt. Demian will noch eine Überraschung für Honey organisieren und muss sie dafür in der Unterhaltungselektronik-Abteilung parken. Als er zurückkommt, ist dort die Hölle los, aufgeregte Menschen drängeln sich um den Körper, der sich in wilden Zuckungen am Boden krümmt. Demian denkt noch, es sei eine ihrer üblichen, manchmal recht bösartigen Scherze, doch sie hört nicht auf damit.
2 Tage Krankenhaus bringen keinen Befund und sie sagt, sie wüsste von nichts mehr.
Es vergehen 2,3,4 Wochen und die Normalität kehrt wieder ein, allerdings geht sie in dieser Zeit zur Psychotherapie, wovon Demian nichts ahnt. Er weiss auch nicht, dass sie daheim sitzt und sich die Augen ausweint, während er schon wieder ganz in seinem Metier ist und dem Vorfall kaum noch Bedeutung zumisst. Auf ihre wilden Träume angesprochen, erklärt sie nur, irgendwelchen Mist geträumt zu haben.
Tun wir das nicht alle gelegentlich?
Nein, nicht in der Form und nicht so heftig. Wir wachen nicht schreiend auf, wir flehen auch nicht:"Nein, bitte nicht." Stundenlang.
Gespräche bringen nichts, sie verschliesst sich. Nach einigen Nachforschungen wird Demian klar, mit was er es zu tun hat: sexuelle Gewalt. Jedoch denkt er eher an eine Vergewaltigung. Fataler Fehler.
Am 30.03.1988 fährt er abends heim. Er schliesst die Tür auf. Geht ins Wohnzimmer.
Da hängt sie. Das Gesicht verfärbt. Kein Puls, kein Atem. Tot. Wahrscheinlich schon seit Stunden. Der Körper kalt. Er schneidet sie ab.
Auf dem Tisch liegt ein Abschiedbrief, Demian liest ihn. Nach der letzten Zeile ruft er seinen Bruder an, der soll sich um Polizei und sowas kümmern. Demian setzt sich ins Auto und fährt die knapp 400 km bis zum Haus ihrer Eltern. Er will wissen, warum.
Er will wissen, was einen Mann dazu bringt, sich an seiner eigenen kleinen Tochter zu vergehen. 4 Jahre lang.
Und danach wird er dieses kranke Hirn zu Matsch hauen.
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Dass ich dies heute aus Barcelona und nicht aus Santa Fu schreiben kann, verdanke ich seinen Nachbarn sowie der herbeigerufenen Polizei, die es irgendwie geschafft haben, dass noch ein bisschen Leben in ihm war, als sie mich wegzerrten.
Dafür haben sie mich verurteilt, 18 Monate, von denen ich 12 abgesessen habe.
Ich bin nicht gerade stolz auf das, was ich getan habe - aber ich würde es immer wieder tun.
Ich hoffe, er wacht jede Nacht seines verschissenen Lebens auf und sieht mich vor sich, spürt die Schmerzen, hört seine Knochen knacken und wenn er stirbt, werde ich auf seinem Grab tanzen. Er hat mir das Wertvollste genommen, was ich jemals hatte.
Ich hasse ihn so sehr, dass es mich manchmal, nach über 21 Jahren, immer noch treibt, hinzufahren und ihn zu töten. Und ich hasse seine Frau, Honey's Mutter. Sie ist immer noch bei ihm und ich frage mich oft, wer von beiden der Schlimmere ist.

Das ist die Geschichte von Honey und mir.
Und komm mir bitte keiner mit Psycho-Krempel. Ich lebe damit, aber das kann man nicht vergessen und die Zeit lindert den Schmerz auch nicht, im Gegenteil. Ich glaube, je älter ich werde, umso schlimmer wirds.
Früher bin ich weggelaufen, hab die Wohnung verkauft und bin auf Tour gegangen, heute halt ich's einfach nur aus.
Und habe trotzdem Spass am Leben. Ja, ich geniesse jeden Tag, freue mich, wenn ich liebe und geliebt werde und wenn nicht, geht's auch ohne.
Leben ist wundervoll, es warten tausende von Überraschungen auf einen, mal sind sie schön, mal weniger.
Eins verrat ich euch noch: Mit einer gesunden Portion Humor geht's besser, aber man muss auch mal zulassen, dass es einem scheisse geht.

Montag, 26. Oktober 2009

TE ECHO DE MENOS



Ein Geburtstag ohne Torte. Ohne Geburtstagskind.
Du wirst nicht älter, in meinem Kopf turnt auf ewig ein 22jähriges Mädchen durch die Welt. Unsere Welt. Wir waren so jung und hatten doch schon alles. Fast alles.
Die Insel...ich hab sie nie gekauft. Mit wem hätte ich dort hinfahren sollen?
Das war unser Traum, da hat keine Andere was drin zu suchen.Trulla versteht das, sie versteht so viel. Dafür liebe ich sie...so wie ich dich geliebt habe. Manchmal merkt sie, dass ich bei dir bin, dann geht sie einfach aus dem Zimmer oder der Wohnung. Sie weiss, du hast einen festen Platz in meinem Herzen und der ist uneinnehmbar. Sie belegt den Rest.
Manchmal muss ich aufpassen, keine Vergleiche anzustellen. Das wäre unfair.
Vielleicht bist du der Grund, warum ich mir immer junge Frauen suche.
Wer will das wissen? Ist doch völlig egal.
Jedenfalls erheb ich mein Glas -das zwölfte, glaub ich- und stosse mit der Vergangenheit an, die doch so gegenwärtig ist und auch in der Zukunft da sein wird.
Auf dich.
Ich vermisse dich.
Te echo de menos.
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Bevor sich hier jemand in die Nesseln setzt (damit meine ich neuere Leser oder zufällig reingeschneite), lest das: http://demian.over-blog.net/categorie-10735888.html

Freitag, 2. Oktober 2009

Bretter,die die Welt bedeuten

Eins davon befindet sich, kann man Trulla Glauben schenken, direkt vor meinem Kopf und die darin befindlichen Würmer sollen sich vorab an meiner Hirnmasse satt gefressen haben, was, dem Ursprung nach eh nur eine ihrer verrückten Thesen ist und somit von mir unkommentiert bleibt. Wir waren im Theater. Jawoll. Kultur pur und Demian mittendrin statt nur dabei, um jenen Werbeslogan mal kurz zweckzuentfremden. Werbung gab's übrigens nicht, bedauerlicherweise. Kein Eiskonfekt. Saftladen. War auch kein richtiges Theater, sondern so'n Bürgerzentrum, nur geladene Gäste, wozu ich erstaunlicherweise auch gehörte, einer eher weitläufigen Bekanntschaft sei Dank.
Dem Anlass entsprechend liefen wir schwarzgekleidet auf, hatte mir extra noch bei C&A ein Beinkleid auffem Grabbeltisch besorgt. 9,90. Dafür, dass es nichtmal Popcorn im Foyer gab, find ich den Preis arg übertrieben, wobei, der kluge Leser wird's geahnt haben, wir uns geografisch wieder dem Theater nähern und das Bekleidungsgeschäft hinter uns lassen.
Erste Reihe.Freie Sicht für freie Demians. Hinter mir jault so'n Zwergpinscher, er könne nix sehen. Ich könnte ja den Kopf einziehen, hilft aber auch nichts, sind eher die Schultern. Er will den Platz mit mir tauschen. Muss ich leider ablehnend bescheiden, denn schon wird auf der Bühne meine Hilfe notwendig, wird doch eine zarte weibliche Person von so 'nem Grobian an den Haaren über die Bühne gezerrt und bleibt dann regungslos liegen.
Demian, übernehmen Sie!
Musste ja früher immer Schwarzwaldklinik gucken, weiss also, was in so einem Fall zu tun ist: die Patientin obenrum frei machen. Schien aber nicht richtig zu sein, glaub, die kennen hier die Schwarzwaldklinik nicht. Immerhin kann ich dem Grobian noch eine Abmahnung erteilen und bittere Konsequenzen körperlicher Natur in Aussicht stellen, da gehts auf der Bühne schon wieder richtig rund. Die Rekonvaleszentin und noch so'ne Weibse überschütteten sich mit Wasser aus Holztrögen. Schönes Bild. Ich gleich mal meinen Nachbarn angehaun: Datt kenn isch aussem Dollhouse,ey, Miss-Wet-T-Shirt, feine Sache das.
Naja, was soll ich sagen, kam nicht gut an, am Ende wollt auch keiner La Ola machen.
Blödes Volk.
Das nächste mal wird's wieder Lichtspieltheater. Mit Popcorn.

Samstag, 26. September 2009

Frei sein

Frei. Endlich. Nach 32 Tagen am Stück hatte ich heute mal einen komplett arbeitsfreien Tag. Wem jetzt beim Lesen die Mitleidstränen in die Augen geschossen sind - so schlimm ist das alles nicht. Bin's ja gewohnt. Mach ich seit fast dreissig Jahren so. Zugegeben, zu Zeiten, als die Erlöse in die eigene Tasche bzw. aufs eigene Konto geflossen sind, war's irgendwie spannender, aber ich will mich nicht beklagen. Jedenfalls nicht zu sehr. Viel wichtiger scheint mir die Frage, was ich Trottel mit der Freizeit anfange. Sex gehört ja zu meinen bevorzugten Freizeitaktivitäten, allerdings, wenn die Partnerin nicht da ist, wird das auch recht schnell langweilig. Andere Frauen sind mir ja verboten worden. Gut so. Für die anderen Frauen. Jedoch muss ich ein erstaunliches Nachlassen des Jagdtriebes konstituiren. Selbst am Strand, obwohl kein Wetter zum Surfen war. Gelesen. Zwischendurch ein bisschen Whale-Watching betrieben. Wieder daheim war's auch nicht besser. Glaube, ich bin krank, ich brauche Arbeit. Hab noch 'ne Menge rumliegen, was ich beenden könnte. Aber dann wär's ja kein freier Tag.
Mittags im Gym gewesen, nur Flachpfeifen unterwegs. Grad 'nen Film geguckt: The Reader. Guter Film.
Mir ist langweilig.
Werd mal Luisa ein bisschen ärgern gehen

Samstag, 5. September 2009

Back

Die Überschrift, der anglophil veranlagte Leser mag dies auch mit Headline übersetzen, stellt keineswegs eine Aufforderung dar, Lebensmittel zuzubereiten und in den heimischen Ofen zu bugsieren, sondern es bedeutet vielmehr: Demian ist zurück, zurück auf der grossen Bühne der kleinen, liebenswerten Blogs, zu denen sein eigenes zweifellos zählen mag.
Als kleine Erinnerung für diejenigen, die über ein schwaches Langzeitgedächtnis verfügen -Demian,der wo ich sein tu, liebt den korrekten Umgang mit der deutschen Sprache, ist herzlich und rücksichtsvoll mit den Menschen in seiner Umgebung, ein sensibler Schöngeist, der nur all zu leicht tiefgreifende filisofische Themen aufarbeitet und geliebten Mitmenschen nahe bringt. Gleichsam berühmt ist er für seinen Hang zur klassischen Musik.
Grad gestern erst durfte der neu ins Haus eingezogene Nachbar -er gab sich als Musikstudent zu erkennen- an Demian's Ausführungen zu morgendlichen Violinübungen teilhaben, wobei die Konversation im zweiten Teil durchaus eine medizinische Note enthielt, nämlich die Frage, wie er zukünftig mit gebrochenen Fingern seinem Instrument annehmbare Töne würde entlocken können.
Hat er ja nicht wissen können, unser kleiner Musikus, dass Demian morgens um 8 grad mal 2 Stunden in der Falle liegt, momentan etwa 130 Wochenstunden sein Arbeitspensum nennt; ebensowenig wie er ahnen konnte, dass die kleine, von Demian abgesandte Delegation, bestehend aus Luisa, sich nie traut, seine Anweisungen, Drohungen oder auch einfach nur harmlose Mitteilungen, wörtlich zu überbringen. Derart mag ein wenig von der Schärfe, die seinem Anliegen innewohnte, verloren gegangen sein.
Gut, nun weiss er's, glaube ich.