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Sonntag, 1. August 2010

Warum Jefe nicht mehr mein Jefe ist

Es begab sich eines milden Junitages, dass ein junger, schöner, intelligenter, weiser Prinz, der namentlich hier nicht erwähnt sein will, die heimische Burg aufschloss, um von seiner Prinzessin und dem Hofstaat mit eisigem Blicke empfangen zu werden.
"Ich will ein Dior-Kleid!", rief die Prinzessin.
"Ich werde die Miete kürzen!", die Hofdame.
"Ich will, dass du meinen Lohn erhöhst!", die Andere, für die mir grad keine passende Bezeichnung einfallen will.
Unserem jungen, schönen, intelligenten, weisen (hab ich was vergessen?) Prinzen wurd gar schwummrig ums Herzelein, das Gebeutelte, ward er sich doch keines Umstandes bewusst, der diese unverschämten Forderungen rechtfertigen würde. Dass der einen oder anderen schon mal der zelebrale Suppentopf überkocht, war ihm durchaus geläufig, jedoch sah er sich selten einer derart geballten weiblichen Front ausgesetzt.
"Nun denn, sprechet, was ist euer Begehr?", wagte er einen vorsichtigen Vorstoss.
Und ihm wurd kund getan, wie der König bittstellend um Gnade bei der Berechnung der dem jungen, schönen, intelligenten, weisen Prinzen zugedachten Apanage vorsprach.
Dummerweise hat der Dödel dabei den damalig aktuellen Stand der Besoldung preisgegeben, der, wir erinnern uns, dass es sich um einen weisen und intelligenten Prinzen handelt, um einiges höher zu veranschlagen war als vom Prinzen im heimischen Umfeld deklariert.
Und so kam es, dass der Prinz zum Advokaten eilte, wo er den neuen Kontrakt einstampfen und durch einen Gesellschaftervertrag ersetzen liess, mit dem er kurz drauf beim König aufwartete, um nach "Friss oder stirb"- Manier die Schriftrollen auf des Königs Tisch zu werfen.
Der König wurd gar kreidebleich, was bei seiner pakistanischen Herkunft recht schwierig anmutet, liess nach dem Leibarzt schicken, der aber auch keinen anderen Rat wusste, als das Papier zu besiegeln und ansonsten beste Gesundheit attestierte.

So oder so ähnlich hat es sich zugetragen, damals im milden Juni, dem erst der nicht mehr ganz so milde Julei folgte und nun, mit Eintreten des Augustes, dem Schriftgut seine Gültigkeit abverlangt wurde.
Nun ist der junge, schöne, intelligente und weise Prinz auch ein König, zwar nur zu 30 %, doch immerhin.
Auch Könige fangen mal klein an...

Achja, das Kleid gibt's bei Wiedererreichen von Kleidergrösse 34/36, die Miete wird natürlich nicht gekürzt, sondern kann demnächst durch Frondienste am königlichen Nachwuchs gemindert werden und 'ne Gehaltserhöhung erfolgt nach Erlernen der Grundzüge des Spanischen, wodurch sich die Einsatzfähigkeit drastisch steigern lässt.

Breaking News

Jefe ist nicht mehr mein Jefe.

Freitag, 23. Juli 2010

Der Weg zum Ruhm

...geht, sofern man sich in einem unserer Hotels als Subdirektor bewirbt, über meinen Schreibtisch. Aus den ca. 4000 Emails habe ich mir sorgfältig 2 Kandidaten ausgewählt, denen es vergönnt sein sollte, ein unvergessliches Job-Interview zu führen.
Zu derartigen Anlässen kleide ich mich gerne sportlich leger - Bermuda-Shorts und Sandalen find ich angemessen, stelle die Klimaanlage ab und schaue genüsslich zu, wie die Aspiranten in ihren billigen Synthetik-C&A-Anzügen zu Transpiranten mutieren, noch bevor's richtig losgeht.
Die üblichen Fragen nach Schule, Ausbildung, Studium und Anstellungen, die eh kein Schwein interessieren, rassel ich runter, bevor mir noch zu ausschweifende Antworten zuteil werden. Man kommt auf den Punkt.
"Hier schreibst du, du seist ein guter Leichtathlet...Läufer?"
"Ja"
"Das ist gut, Kurz- oder Langstrecke?"
"Lang"
"Mmm, das' schlecht. Wie willst du im Notfall vor mir flüchten?"
"Ich versteh nicht ganz..."
"Macht nix, wie steht's mit Fussball? WM geschaut?"
Seine Augen bekommen jenen merkwürdigen Glanz, den ich sonst nur von Frauen kenne, die sich schwitzend, aber entspannt eine Zigarette anzünden.
"Ordentlich gefeiert?"
"Das war einfach genial, historisch, überwältigend, wir waren einfach unschlagbar, viva la Roja."
"Ja, junger Freund, dem kann ich nur zustimmen. Wir sollten jetzt nochmal ein wenig gemeinsam feiern...ups, Moment, uns fehlt nur ein wenig Konfetti..."
Daraufhin schreddere ich seinen Lebenslauf.

Jetzt hab ich 'nen englischen Subdirektor...leider hat ihm irgendwer verraten, dass ich Deutscher bin und meine Frage nach dem Tor, das nicht gegeben wurde, verpuffte irgendwie.
Man kann nicht immer nur Spass haben im Leben...

Dienstag, 6. Juli 2010

Sorgen, nix wie Sorgen

Die grösste momentan ist, ob es der doch eher etwas kurz und nicht allzu kräftig geratene Herr Lahm schaffen wird, den Pokal in die Höhe zu recken. Vielleicht sollt ich nach Südafrika fliegen und Philip samt Pott hochstemmen?
Womit dann wohl auch die Frage geklärt sein dürfte, für wen mein fussballerisches Herz schlägt. Natürlich für Deutschland. Was denkt denn ihr? Nur weil ich in die dritte Welt gezogen bin, heisst das doch nicht, dass mein Land auf mich in so schwierigen Zeiten verzichten muss.
Jungs, ich bin bei euch, kann nix mehr schief gehen. Alles eine Frage der Motivation...und da bin ich ja bekanntermassen ein Ass.
Anlässlich dieser gewagten Behauptung möchte ich euch kurz mal in das Jahr 1988 zurück entführen, wo der Demian mehr oder weniger stolzer Chef eines recht florierenden Unternehmens war und es sich nicht nehmen liess, Motivationskurse selbst durch zu führen.
Wie wir ja alle wissen, ist es für Menschen, die sich dem schnöden Mammon und Demian verschrieben haben, unerlässlich, über glühende Kohlen zu laufen. Das macht Spass, wärmt Füsse und Seele und sorgt ausserdem für Selbstüberwindung, wofür bei einigen ja auch schon ein beherzter Blick in den Spiegel reichen soll.
Als Chef muss man immer alles vormachen, das reizt die Leute zusätzlich, können sie sich doch einbilden, das, was der Hampel da demonstriert, auch zu können.
Also Schuhe und Socken aus, die sich gen Nase richtenden Hände ignoriert und losmaschiert.
Am anderen Ende der Strecke Socken und Schuhe wieder an, die Erleichterung der Umstehenden wohlwollend registriert, tief Luft holen und zur Rede ansetzen: "Seht ihr, Leute, ganz einfach. Wichtig ist, sich nicht beirren zu lassen, Ich bin stark, ich schaffe das, Ich schaffe alles, bin der Grösste...na gut, in eurem Fall der Zweitgrösste, den Schmerz, so er denn auftauchen sollte, ignorieren. Noch Fragen? Gut, dann zünden wir die Kohlen jetzt an und warten 'ne halbe Stunde. Dann seid ihr dran!"

Mittwoch, 30. Juni 2010

Dreams of my reality

Mittlerweile gehe ich so gerne zur Arbeit, weil man mir dort gelegentlich die Illusion lässt, Chef sein zu dürfen.

Freitag, 14. Mai 2010

Drei Engel für Demian

Oft werde ich gefragt, wie ich es schaffe, so jung, frisch, knackig, um nicht zu sagen blendend auszusehen, doch bevor mir eine einfache, nicht gleich verletzende oder sarkastische Antwort einfällt, klingelt der Wecker und ich wache auf. Schade, dabei bin ich doch mittlerweile felsenfest davon überzeugt, dass es mit meinen Anzügen und der schlankmachenden Wirkung derselben zu tun hat, wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass die eigentlich nicht nötig ist.
Wer jedoch wie ich stündlich mit dem Erscheinen von Reportern des Manager-Magazins rechnen muss, der gibt schon auf sein Äussseres acht und lässt die Konkurrenz alt und billig aussehen. Nebenher gesagt kann mir eh keiner von den Lappen das Wasser, geschweige denn den J.D. reichen, denn die haben alle sowas studiert und damit disqualifizieren sie sich selbst. Intuition heisst das Zauberwort und so tue ich das, was mir grad in den Sinn kommt - und habe Erfolg damit.
5 Hotels nennen wir mittlerweile unser Eigen und wenn einer glaubt, er könne das besser als ich, kriegt er 7 Tage, um ein sinniges Konzept zu erstellen - dann fliegt er.
So oder so.
Das wiederum bedeutet Arbeit für mich, viel, viel Arbeit.
Fast soviel wie daheim, wo sich mittlerweile drei Frauen tummeln.
Sie verstehen sich blendend, Trulla versteht kein Englisch, Luisa kein Deutsch, die Andere kein Spanisch und ich die Welt nicht mehr.
Erschwerend kommt hinzu, dass ich heile Familie vorspielen muss, hat mir der Crash-Kurs Psychologie, den ich zwischen zwei Zigaretten im Internet absolviert habe, doch verraten, dass sie ein Opfer fehlender familiärer Strukturen ist.
Heisst, ich muss Trulla hin und wieder küssen, einfach so in statt auf den Arm nehmen und lauter so semiromantische Sachen.
Ich brauche Urlaub, Kinners...und wisst ihr was? Ab Sonntag hab ich den auch.
2 Wochen.
Ibiza, ich komme.

Samstag, 20. Februar 2010

HOTEL CALIFORNIA

Für jeden, der sich in den letzten Tagen gefragt haben mag, warum der Demian, der wo ich bin, so wenig von sich hören und lesen lässt, sei hier eine kleine Erklärung gegeben:
Wie sicher mittlerweile auch der letzte mitgekriegt haben sollte: Trulla ist schwanger. Das Gute daran - sie ist es von mir. Das Schlechte - ich muss mich jetzt sehr viel um sie kümmern. So verbringe ich fast meine gesamte Zeit damit, ihr Aufmerksamkeit und Zuneigung zuzuführen, sei es auf dem heimischen Sofa oder in der Küche, wo ich mich sogar dazu bewegen lasse, ihre Kochkünste zu loben. Naja, wenigstens kipp ich das Ganze nicht mehr gleich ins Klo, sondern versuche, mit dem Gewürzstreuer Essbarkeit herzustellen.

Hat das jetzt irgendwer geglaubt?
Okay, im Ernst: Ich hab sämtliche Hände voll zu tun. Es war Messe. Das brachte mir das Vergnügen ein, besoffenen Informatikern erklären zu dürfen, dass ich es nicht zulasse, wenn sie Nutten mit ins Apartment bringen wollen. Der Spassfaktor ist übrigens ungleich höher, wenn man einige Minuten wartet, bevor man an die Zimmertür klopft.
Ausserdem haben wir mittlerweile 3 Hotels und ich war der Auserkorene, jene einzukaufen und nach meinem Gusto zu organisieren.
Jefe meint, wir machen jetzt sowas wie Mc Hotel.
Wieso bloss hab ich das Gefühl, dass ich derjenige bin, der demnächst gelbe Latzhose und rote Perücke trägt?

Mittwoch, 27. Januar 2010

22nd Century Man

Morgens halb elf in Spanien:
Nach einer weitestgehend durchgearbeiteten Nacht vernimmt Demian den sanften Klang der Türklingel, wobei -ich korrigiere mich- der Klang nur soweit das Prädikat "sanft" verdient, wird sie einmal bedient.
Jemand läutet Sturm.
Wer mag's wohl sein?
Der Flyer-Verteiler vom Pizza-Service vielleicht. Wohl eher nicht; nachdem ihn Demian die letztmalig mitgebrachten 500 Prospekte vor seinen Augen verspeisen liess, meidet er Demian's Wohnhaus.
Siehe da, der Postbote ist's, er will ein Einschreiben überbringen. Postboten darf man nicht verhaun, die sind in der Gewerkschaft, also schnell -was sind schon 7 Minuten im Anblick der Unendlichkeit?- den Ausweis gesucht, damit der fleissige Gelbling auch sicher sein kann, dem richtigen Empfänger das gar so wichtige Schriftstück überreicht zu haben. Unterschrift gesetzt. Argwöhnisch den Absender beäugt. Schliesslich aufgerissen, gelesen:
"...müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass Ihr Konzept, die nächste Rettungsaktion für gestrandete Finnwale am Strand von Friedrichskoog vom Navigationsgerätehersteller T*M-T*M sponsorn zu lassen, leider nicht auf Gegenliebe gestossen ist.
Wir wünschen Ihnen für Ihren..."

Die Welt ist noch nicht reif für Demian's innovative Ideen.
Darauf 'nen Kaffee.
Vielleicht sollte man Brasilien anzünden, dann würd's auf der ganzen Welt nach frischem, gerösteten Kaffee riechen...sponsored by Airw*ck.
Oder so.

Samstag, 9. Januar 2010

Prost

"Hier hammse nen Zehner, gehnse doch mal bitte in die Lebensmittelabteilung, holen mir ein Sixpack Weissbier, verstauen das Ganze in meinem Auto, dem silbernen 5er BMW auf Platz 25 und dann bringense mir das Restgeld, ja?"
Wortlos ergreift Demian den dargebotenen Geldschein nebst Autoschlüssel und macht sich klaglos auf den Weg.
Seit gut einer Woche hat er die Ehre und das Vergnügen, Azubi in diesem Etablissement zu sein. Sein Haar ist noch vollzählig, mittellang und er selbst ein kraftstrotzender Jüngling von gerade mal 18 Jahren. Wir schreiben das Jahr 1981. Während ein übergewichtiger Legastheniker mit öbstlichem Spitznamen sich anschickt, einen Staatsstreich durchzuführen, zieht Demian es vor, seine jugendliche Unbedarftheit Europa's damalig grössten Warenhauskonzern anzudienen, auf dass die ihn mit dem nötigen Rüstzeug für die ach so böse freie Wirtschaft versorgen. Hat bis dahin auch gut geklappt und das obwohl Demian schon am zweiten Tag irrtümlich vor dem Personaleingang von übereifrigen Polizisten verhaftet wird. Aber das ist eine völlig andere Geschichte.
Demian hat seinen Auftrag so gut wie möglich ausgeführt, Bier gekauft, verstaut, Wechselgeld und Autoschlüssel retourniert und sinnt derweil auf eine angemessene Reaktion.
3 Tage später, man steht locker schwatzend nebeneinander, schlägt er sich leicht vor die Stirn, die eigene, murmelt etwas von "fast vergessen, so 'ne Scheisse, keine Zeit", greift in die Hosentasche -auch die eigene-, nestelt seinen Autoschlüssel und 'nen Zehner heraus, instruiert seinen Chef, wo das zu kaufende Gebräu, aber bitte nicht so 'ne Elefantenpipi, ja? abzuliefern sei, nämlich im schwarzen Golf auf Platz 47, bittet um anschliesende Rückgabe des Restgeldes und der Schlüssel, um pfeifend in der Farbenabteilung zu verschwinden.
Etwas später vernimmt er seinen Namen. Eine kräftiger männlicher Bariton fordert ihn über die Hausanlage auf, sich doch bitte unverzüglich im Abteilungsbüro einzufinden und während Demian sich von der Rolltreppe in sphärische Höhen transportieren lässt, überlegt er, wer die Sauerei wohl wegmachen muss, wenn sein abgeschlagener Kopf in Kürze selbige runterrollen wird.
Ein kurzer Blick ins Büro lässt 4 Abteilungsleiter erkennen, von denen ein jeder sich am Gerstensafte labt, meinem wahrscheinlich, schiesst es Demian noch so durch den Kopf, bevor eine nicht unerhebliche Summe in kleinen Scheinen auf dem Tisch seines Chefs landet.
"Ähm, könnte mich vielleicht mal jemand aufklären, was hier läuft?"
"Ja, weisst du, Demian, die 3 Pfeifen hier haben gewettet, dass du keine Eier hast, also jetzt nicht so im biologisch-medizinischen Sinn...äh, du verstehst schon, oder?
Komm her, setz dich, nimm dir ein Bier und dann trinken wir erstmal Brüderschaft. Bin der Franz und jetzt lass dir doch mal was einfallen, wie wir den Geschäftsführer so richtig auf die Rolle nehmen können."
Und dann setzte er noch etwas hinzu, was Demian nie im Leben vergessen hat:
"Solche Männer braucht das Land!"
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Und ich möchte hinzufügen: Solche wie Franz hats auch gebraucht und bräuchte es heute mehr denn je.
Dieser Mann hat mir den Feinschliff verpasst, obwohl ich ja des öfteren mit einem groben Klotz verwechselt werde. Obschon mit einem gesunden Selbstbewusstsein von Haus aus ausgestattet, konnte ich mir bei ihm 'ne Menge abschauen, wenn's darum geht, sich gerade zu machen, seine eigene Meinung zu vertreten und sich für seine Leute einzusetzen.
"Wenn du treten willst, dann tu's gefälligst nach oben hin!", war sein Leitspruch und den hab auch ich mir zu eigen gemacht.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Te necesito

Ich habe, bin ja pragmatisch veranlagt, so eine Art Geheimcode mit meiner Rezeptionschefin ausgemacht - da oben steht er und bedeutet eigentlich nichts weiter als: Ich brauche dich. Erstens hab ich das so gemacht, um Trulla zu ärgern,die gelegentlich auf mein Handy schielt, zweitens um die Wichtigkeit einer Angelegenheit zu unterstreichen, ist es doch das Signal, mich in Marsch zu setzen und aufgetretene Probleme in unserem niedlichen, putzigen Hotel zu beseitigen, wobei die gute Frau so ziemlich alle Freiheiten hat, die man einer Frau halt so gewähren kann. Beruflich gesehen. Erscheint also diese Botschaft auf meinem Display, bedeutet das: Gefahr in Verzug.
Am Ort des Geschehens eintreffend, sehe ich mich mit drei Frauen, alle bedenklich an der Klippe zum Nervenzusammenbruch stehend, konfrontiert: Eine Rezeptionistin, eine Rezeptionschefin und ein weiblicher Gast, der, also die in diesem Fall, sich unaufgefordert als Argentinierin und leicht hysterisch veranlagt zu erkennen gibt.
Und schon brabbeln die drei Grazien, wild mit Armen fuchtelnd und Augen funkelnd, auf mich ein. Zwei Kinder wuseln dabei zwischen ihnen und meiner Wenigkeit rum.
Ich beende das Durcheinander, indem ich meine Stimme erhebe und lade die Damen ein, eine nach der anderen bitte und nicht querbeet, mir das Problem zu schildern.
Im Verlauf dieser Ausführungen, die in meinem Büro statt finden, kristallisiert sich folgender Sachverhalt heraus:
Die Dame, bis dahin war ich durchaus noch bereit, sie als solche zu bezeichnen, hatte über unsere Website eine Reservierung für 5 Personen getätigt, war jedoch aufgrund innerfamiliärer Zwistigkeiten mit nur 2 weiteren Vertetern ihrer Sippschaft angereist, nämlich den beiden durchaus als nett zu bezeichnenden Göhren, die mir mittlerweile, da wir uns wieder in der Rezeption befinden, zwischen den Beinen rumtobten, und verlangte, dass wir den Preis reduzieren, wobei die Betonung auf "verlangt" liegt. Es ist, nur mal so zur Erklärung, nicht unüblich, dass die Zahl der tatsächlich Anreisenden nicht mit der ursprünglich angegebenen übereinstimmt. In derartigen Fällen sind die Rezeptionisten angewiesen, den Preis anzugleichen. Dabei sollen sie sich zwar nicht grossartig zieren, andererseits aber auch nicht so tun, als sei das selbstverständlich. Überflüssig zu erwähnen, auf wessen Mist das gewachsen ist, oder?
Jedenfalls, und ab da weicht die Schilderung der Klientin nicht unerheblich von denen meiner Mädels ab, hat sie die Rezeptionistin mit Schlampe, Hure und unfähiges Menschenkind tituliert und nach dem Chef verlangt, in diesem Fall also Chefin und nachdem jene keinen Fehler in der Vorgehensweise unserer Angestellten finden konnte, durfte auch sie sich einigen unschönen Bezeichnungen ausgesetzt sehen.
Danach warf sie sich auf die Knie, betete und rief nach dem lieben Gott.
Für solche Fälle haben wir oben bereits erwähnten Code ausgemacht.
Mit einem so schnellen Erscheinen hatte sie wohl nicht gerechnet, war sie doch noch ziemlich verdutzt und liess in ihren Schilderungen die eine oder andere Kleinigkeit weg.
Fazit:
Erstens habe ich den Preis wieder auf das ursprüngliche Nivel angehoben und ihr, für den Fall, dass ihr das nicht zusagt, den sofortigen Rauswurf, jedoch ohne ihre Kinder, die ich nur allzugern aus ihrem Einflussbereich entfernt hätte, in Aussicht gestellt.
Zweitens lieben mich meine Angestellten (wieder)
Drittens: diese Welt ist irgendwie kaputt...kann mal einer die Bewohner auswechseln?

Samstag, 21. November 2009

Das Bücherstöckchen

...das hier überall so rumschwirrt, mache ich denn mal lieber nicht. Zum einen laufe ich Gefahr, ob meines merkwürdigen Literaturgeschmacks für einen Intellektuellen gehalten zu werden und zum anderen hasse ich ja Stöckchen. Man erinnere sich an meinen ganz speziellen Freund, den Mafioso, der, so scheints jedenfalls, in Mathe nicht so aufgepasst zu haben scheint und vermutlich immer noch an der richtigen Grösse meines Betonschuhs rumkalkuliert. Oder das Mischungsverhältnis nicht hinkriegt.
Wurscht.
Stattdessen kündige ich hiermit an, ein Buch schreiben zu wollen *in die Runde guck und auf Beifall wart*; und zwar ein Lehrbuch. Über die richtige Erstellung eines Aufsatzes. Ist immer noch der Hit bei Google. Ferner werde ich etwas über "Einarmige Banditen" integrieren.
"Demian 42" fand ich auch recht hübsch. Gut, ich werd ja immer jünger geschätzt...
"Du bist Trulla" - Bin ich man ganich.

Jut, richten wir unser Augenmerk mal auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben:
Fuerteventura ist gestorben!
Einige behaupten ja, das sei es schon vor ein paar tausend Jahren, denen kann ich zwar prinzipiell Recht geben, jedoch bezieht sich diese meine Aussage auf das Projekt "Eierschaukel-Job" bei gleichzeitiger Fabrikation eines literarischen Werkes.
Leider liess sich kein adäquater Job für Trulla finden und somit wird auch Demian in Barcelona bleiben. (Kleiner Hinweis an diejenigen, die jetzt - wiederholt- sagen werden:"Demian, du bist zu gut für diese Welt." Jaahaa, ihr habt ja Recht)
Das Dumme an der Geschichte ist eigentlich nur, dass Jefe mich für ein wenig launisch hält, was mir zwar gediegen am Popo vorbei geht, letztendlich aber ein paar Problemchen aufwirft, weil ich ja in weiser Voraussicht schonmal einen Nachfolger eingearbeitet habe, der sich nun damit abfinden muss, bestenfalls zum Gläser spülen herangezogen zu werden und die Hoffnung der Rezeptionschefin, mich bald los zu sein, hat sich somit auch pulverisiert.
Ich glaube, Jefe hat mich ganz doll lieb.
Manchmal.
Achja, hab mir dann in 'nem Nebensatz auch gleich noch Prokura auserbeten. Ich mein, wenn er eh schon aufgebracht ist...

Montag, 12. Oktober 2009

Einmal um die ganze Welt

...und die Taschen voller Geld *schmetter*

Gut, die Taschen waren jetzt nicht wirklich voller Geld, sondern eher voller Schrauben, Splinte, Schäkel und derartigem Gedöns, was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass ich hier mal erwähnen möchte, auf Welt-Tournee gewesen zu sein. 3 Jahre. Jawoll. Mit einer Band, die ihr alle (ja, auch du, Mika) zumindest dem Namen nach kennt und die immer noch aktiv ist. Dabei beziehe ich mich nicht auf Bäder-Tourneen mit Dieter Thomas Heck, sofern der denn noch leben sollte, sondern die grossen Bühnen und Stadien dieser, unserer schnuckeligen Erde, wo sich Zehn- oder sogar Hunderttausende versammeln, um gemeinsam ihren Head zu bangen, sich dem Alkohol- und Drogenmissbrauch zu widmen und die Konten der Bandmitglieder in astronomische Höhen schnellen lassen. Zu Recht. Also ich meine, ich war zu Recht dabei, auserkoren aus zwei möglichen Kandidaten, von denen einer ab 5 Meter mit extremer Höhenangst zu kämpfen hatte und somit leider den Kürzeren zog. Vielleicht ist er bei Dieter Thomas Heck untergekommen, keine Ahnung. Hab ihn nie wieder gesehen. Auch später nicht, als ich, des Herumziehens müde, mein Betätigungsfeld auf den nord- und süddeutschen Raum reduzierte, wo ich, mittlerweile ganz Teil des Systems, teilhaben durfte an der Beleuchtung aller grossen Musiker dieser Welt. Und Phil Collins.

Reden wir also von Gänsehaut-Feeling, so wie diese Dame hier, welches uns beim Hören einiger Songs ereilt, so füge ich dem hinzu: Und zu jedem Lied 'ne Story parat. Und wenn ihr ein paar davon lesen wollt, dann müsst ihr jetzt alle mal ganz laut "Jaaaa" ruf...äh...schreiben, auf dass Demian ein bisschen in sich gehe und euch daran teilhaben lässt.

Und wenn nicht, macht das auch nix - dann nerv ich euch mit was Anderem.

Kein Problem.

Mittwoch, 23. September 2009

Zu Gast bei Demian I

Heute möchte ich euch einen kleinen Einblick in die Geheimnisse meiner gleichsam erfreulichen wie sanftmütig gestalteten Herrschaft gewähren.
Wie jeder guter Regent halte ich zu bestimmten Tageszeiten Audienzen ab, jeder ist eingeladen, daran teil zu nehmen, vorausgesetzt, er oder sie bringt mir einen frisch gebrühten Kaffee mit, nicht zu kräftig, mit einem Schuss Milch und 2 Stückchen Zucker, ersatzweise auch Süsstoff. Besonders gern habe ich es auch, wenn mir dazu ein Keks gereicht wird, Geschmack egal, es zählt allein der gute Wille...seinen Arbeitsplatz zu erhalten.
Gelegentlich jedoch kommt es vor, dass ich Herrschaften bitten muss, sich in mein Büro zu begeben. Ich tue dies sehr ungern, muss dazu gesagt werden, bedeutet es doch, dass besagte Herrschaften nicht nett zu mir oder anderen waren, sich als unfähig, dumm oder - noch viel schlimmer- renitent erwiesen haben. Ein derartiges Exemplar der Gattung Homo Hotelhandwerker wurde heute bei mir vorstellig, wobei, wenn ich es recht bedenke, dies nicht der richtige Ausdruck ist, gab er mir doch Gelegenheit, mein Anliegen 3mal über Walkie-Talkie und 2mal telefonisch zu äussern.
Die kleine Präsentation, extra für ihn arrangiert, schien ihn anfänglich nicht sonderlich zu beeindrucken. Das änderte sich jedoch recht zügig, als ich mit meinem Zeigestock auf das linke der beiden Bilder tippte.
"Was du hier siehst, Juan, ist eine Roularde. Schmackhaft, lecker, ein Gaumengenuss. Man kann sie essen. Oder auch mehrere davon, je nach Magenkapazität. Hast du bestimmt schon mal gesehn, oder ?"
*nick*
"Und das hier" fuhr ich, auf das rechte Bild zeigend fort, "ist ein Rolladen, auch Jalousie bisweilen genannt. Soweit verständlich?"
*nick*
"Gut, davon haben wir rund 80 Stück im Haus, besser gesagt am Haus, vor den Fenstern. Gewusst?"
*nick*
"Prima, momentan sind 3 davon kaputt, und zwar nicht erst seit heute oder gestern, nein, seit einer geschlagenenen Woche. Was glaubst du, ist das gut fürs Geschäft?"
*kopfschüttel*
"Jetzt, und horche bitte gut auf, kommen wir zum Knackpunkt der Geschichte. Weisst du, wer für die Reparatur verantwortlich ist?"
¨kopfsenk*
"Genau, und sollte ich morgen auch nur einen einzigen dieser Rolläden defekt vorfinden, wirst du hier in diesem unseren schönen Aparthotel bestenfalls noch die Klo's säubern, bei halbiertem Gehalt, versteht sich. Nun denn, verschwinde er!"
*wetz*
"Der Nächste bitte!"

Montag, 24. August 2009

Keiner versteht mich

Öhm, ich muss hier mal kurz was klarstellen: Ihr habt irgendwie so riesige Hotels mit schnieken Angestellten, Spa, Nutten in der Hotelbar und so im Kopf (ihr solltet nicht so viel fernsehn)...Faaaaalsch, das' ne ganz kleine Klitsche, 45 Apartments, keine Restauration, nix, nada.
Und ich werd das Ding nur zum Laufen bringen, so mir das denn gelingen möge, und mich dann meinem Eierschaukeljob auf Fuerte widmen. Aber bis dahin gibts so einiges zu tun. Auch wenn ich von Hotel-Management relativ wenig verstehe, so fallen einem doch so gewisse Dinge auf, die man umgehend abstellen sollte.
Achja, bevor ich's vergess: sollte einer auf die Idee kommen, auf mir rumhacken zu wollen, weil ich den Rezeptionschef gefeuert hab (war übrigens nicht der einzige...macht richtig Spass...Security, begleiten Sie den Mann in sein ehemaliges Büro, er hat 5 Minuten Zeit, um seine persönlichen Sachen zu packen, danach Arschtritt) - wenn jemand es nicht schafft, ein Hotel mit wie gesagt popeligen 45 Apartments zu führen, sollte er sich nen anderen Job suchen. Dabei habe ich ihm ein wenig Motivationshilfe gegeben.

Um die Relationen mal zu verdeutlichen: ich mache das nebenher, will heissen, dass ich mich ungefähr 4-5 Stunden täglich darum kümmer, danach das Pub schmeisse und die restliche Zeit an drei Aufträgen arbeite.
(Gott sei Dank bin ich schon zu alt, um jung zu sterben)
Und weiter geht's.
"Señorita Maria, bitte ins Direktionsbüro"

Muhar.

Sonntag, 23. August 2009

MY DRINKING TEAM HAS RUGBY PROBLEM

Bevor ich hier noch mehr virtuelle Haue beziehe, berichte ich mal kurz über den derzeitigen Zwischenstand der Dinge, die, wie könnte es auch anders sein, mal wieder völlig aus dem Ruder zu laufen scheinen.
Jefe hat ein Hotel gekauft. Das reisst normalerweise keinen vom Hocker. Er kauft ständig irgendwas. Danach stellt sich raus, dass er davon überhaupt keine Ahnung hat und verkauft den Krempel wieder. Meistens mit Gewinn. Er ist ein Schlitzohr. Ich glaube mich erinnern zu können, das bisweilen schon mal erwähnt zu haben. Auf dem Hotel allerdings sitzt er jetzt rum, weil's keiner haben will. Krise, grosses Rumgeheule, Selbstmordgefährdung.
"Demian, du hast doch, du kannst doch, würdest du nicht gerne mal?"
"Nein!"
"Och bitte."
"Nein!"
"Ich zahl dir auch...hm...sagen wir mal...[exorbitante 4stellige Summe]."
"Nein!"
"[Exorbitante 4stellige Summe erhöh]"
"Hmmmm"
"[Exorbitante 4stellige Summe nochmal erhöh]"
"Okay!"

Zuerst hab ich mal den völlig inkompetenten Rezeptionschef an das örtliche Arbeitsamt verwiesen und ein Casting für potentielle Nachfolgerinnen veranstaltet.
Gäste lieben Rezeptionschefinnen.
Ich auch.
Beachtet man zwei Grundregeln bei der Auswahl, stellt sich schon sehr bald Zufriedenheit auf allen beteiligten Seiten ein:
!. Gutes Aussehen kann gar nicht hoch genug bewertet werden.
2. Man sollte aufpassen, dass der IQ der entsprechenden Dame nicht höher als die Körbchengrösse ist.

Das erleichtert und versüsst dem Direktor Alojiamento und Booking-Manager (moi) das Leben ungemein.

Dann installiert man ein neues Programm - es ist nicht gerade unwichtig, dieses, das Programm nämlich, auch zu beherrschen- und schult das Personal darauf. Der Vorteil dieser Massnahme liegt klar auf der Hand: Man ist der Einzige, der sich damit auskennt und somit quasi unverzichtbar. (s. auch "Macchiavelli und der Reiz der Macht")

Mit diesem tollen neuen Team, dem es übrigens auch nicht schadet, in seiner Freizeit mal so den ein oder anderen Sprachkurs zu belegen, um den Erhalt seines Arbeitsplatzes zu sichern, wirbelt man nun den Tourismus-Markt so richtig durcheinander.

Und wenn man darauf keinen Bock mehr mehr hat, geht man auf die Kanaren.
Demnächst.
Hier.
Stay tuned.

Sonntag, 17. Mai 2009

Hat einer Bock?

ALOJAMIENTO A CAMBIO DE UNAS HORAS DE TRABAJO

- Buscamos gente entre 24 y 35 años con actitud positiva, dinámicos y extrovertidos.
- Imprescindible español e inglés fluido y valoraremos experiencia en el sector turismo.
- Horarios: Lunes a Viernes 20:00 a 22:00h + Sábados Turno de 24h (de 22:00h del sábado a 22:00h del domingo)
Ofrecemos:
- Alojamiento gratis en habitacion compartida.- Comisiones sobre facturación (comisiones en funcion de reservas realizadas en la jornada laboral y del tiempo que quiera emplear el candidato en promocion -busqueda de clientes y reparto de flyers-)- NO ofrecemos salario fijo.- Ideal para combinar con otro trabajo.
NO queremos que pierdas el tiempo ni nosotros tampoco. Buscamos gente normal con ganas de una experiencia de intercambio cultural internacional con alojamiento gratuito y la posibilidad de ganar un dinero extra. Abstenerse curiosos y buscadores de muy grandes comisiones
.



Auf meiner Suche nach geeignetem Personal bin ich über jene formschöne Anzeige gestolpert und hab mich gefragt, ob nicht vielleicht jemand von euch diesem überaus verlockenden Angebot folgen möchte. Da wird jemand gesucht, der (die) gegen Unterkunft in einem sicherlich äusserst aparten (mit anderen zu teilenden) Zimmer einige Stunden als Rezeptionist im Backpacker-Hostal arbeiten möchte.
Bei genauerem Hinsehn sind das Mo-Fr von 20-22h und eine flockige 24Stundenschicht von Sa auf So, also summa summarum lächerliche 34 Stunden in der Woche.
Zwischen 24 und 35 sollte man schon sein, extrovertiert und natürlich voll des Ehrgeizes sein, diese sicherlich einmalige Erfahrung des interkulturellen Austausches erleben zu wollen.
Je nachdem, wieviel Zeit man bereit wäre, auch noch ein paar Flyer zu verteilen oder anderweitig Gäste ranzuschaffen, könnten die über die Reservierungen erzielten Kommissionen noch gesteigert werden.Festgehalt gibts leider nicht. Fliessend Spanisch und Englisch sollte schon vom Bewerber gesprochen werden und Spinner oder Leute, die riesige Kommissionen erwarteten, möchten doch bitte von einer Bewerbung absehen.
Na, wär das nix?

Ich glaub, ich such jetzt mal ein bisschen- mal sehen, vielleicht wird ja irgendwo ein Teilzeitelektriker gegen 50 m Kabel oder ein Schreiner gegen 'n Bündel Kaminholz gesucht.

Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass die berühmte soziale Hängematte in Spanien etwas lockerer gespannt ist?