Wer hier etwas über Kinder oder gar Babies erwartet hat, den muss ich leider enttäuschen. Obwohl mir der leseranziehenden Wirkung durchaus bewusst, verzichte ich darauf, wurde mir in letzter Zeit doch von mir nahe stehenden Personen zugetragen, ich fokussiere meine Gedankengänge all zu sehr in diese Richtung.
Es mag gut 3 Wochen her sein, da fand sich Eddy bei mir ein. (Ihr erinnert euch doch alle an Eddy?)
"Eins gleich mal vorneweg, Demian, nix über Babies, Schwangere, Söhne und dergleichen, okay?"
"Iiiich?...doch nicht. Niemals nie nicht."
So'n Blödmann, nur weil er nichts zu poppen hat, dachte ich noch so bei mir, da sah ich ihn vorm Kühlschrank stehen. Im Profil. Ich meine, früher ist mir sowas ja nie so aufgefallen, aber er sah...nun...irgendwie schwanger aus. Als guter Freund sah ich mich geradezu verpflichtet, ihn auf diesen körperlichen Makel hinzuweisen, worauf sich ein sehr ernsthafter Dialog über Fettverbrennung und Muskelaufbau entwickelte, der mit der doch sehr einsichtigen Konklusion endete, die da lautete, sich ab sofort sportlich betätigen zu wollen.
Fand ich gut, als Sofortmassnahme schickte ich ihn erstmal zum Supermarkt, Bier holen.
Naja, so eine einschneidende Veränderung im Leben will ja schliesslich gebührend begossen werden.
Ab dem nächsten Tag trafen wir uns regelmässig in der Muckibude und während ich mein Programm durchzog, beobachtete er mittelalterliche Frauen auf Laufbändern, die sich, meiner unbescheidenen Meinung nach, glücklich schätzen können, keine Augen zu haben. Am vierten Tag erschien Eddy nicht mehr. Ein besorgter Anruf ergab, dass er der Anstrengung müde sei und sich ausserdem nicht der Gefahr aussetzen wollte, von derartigen Geschöpfen ausgelacht zu werden. Er hätte jetzt, was viel besser sei, die Lösung seines kleinen Figurproblems gefunden: So ein Gürtel, der elektrische Impulse aussendet. Hätte er ihm Fernsehn entdeckt, nachts, in den Werbepausen. Es folgte noch eine ziemlich ausführliche und sehr bildhafte Schilderung der Mädels, die zwischen den Pausen agierten, aber damit will ich euch hier nicht langweilen.
Meine gestrige Nachfrage ergab, dass er, also Eddy, trotz mehrstündiger täglicher Anwendung, keinerlei Veränderung seines körperlichen Status' feststellen könne und das Ding daher in die nächste Ecke gepfeffert hätte, wo es auf die Rücksendung warte.
"Eddy?"
"Ja?"
"Du hast doch Physik in der Schule gehabt, oder?"
"Ja, schon."
"Okay, dann erklär mir doch bitte mal, wie das funktionieren soll: 230 Volt gegen die Rückstände mehrerer Tausend Hektoliter Bier, Wein und andersartiger Alkoholika?"
Wenn er so schreit, kann ich ihn immer ganz schlecht verstehen - er gleitet dann sehr schnell ins Vulgäre ab, welches ja so gar nicht meins ist.
Warum die kleinen Dinge im Leben zählen
vor 3 Wochen
