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Donnerstag, 28. Januar 2010

Ein kleiner Schreihals

Wer hier etwas über Kinder oder gar Babies erwartet hat, den muss ich leider enttäuschen. Obwohl mir der leseranziehenden Wirkung durchaus bewusst, verzichte ich darauf, wurde mir in letzter Zeit doch von mir nahe stehenden Personen zugetragen, ich fokussiere meine Gedankengänge all zu sehr in diese Richtung.

Es mag gut 3 Wochen her sein, da fand sich Eddy bei mir ein. (Ihr erinnert euch doch alle an Eddy?)
"Eins gleich mal vorneweg, Demian, nix über Babies, Schwangere, Söhne und dergleichen, okay?"
"Iiiich?...doch nicht. Niemals nie nicht."
So'n Blödmann, nur weil er nichts zu poppen hat, dachte ich noch so bei mir, da sah ich ihn vorm Kühlschrank stehen. Im Profil. Ich meine, früher ist mir sowas ja nie so aufgefallen, aber er sah...nun...irgendwie schwanger aus. Als guter Freund sah ich mich geradezu verpflichtet, ihn auf diesen körperlichen Makel hinzuweisen, worauf sich ein sehr ernsthafter Dialog über Fettverbrennung und Muskelaufbau entwickelte, der mit der doch sehr einsichtigen Konklusion endete, die da lautete, sich ab sofort sportlich betätigen zu wollen.
Fand ich gut, als Sofortmassnahme schickte ich ihn erstmal zum Supermarkt, Bier holen.
Naja, so eine einschneidende Veränderung im Leben will ja schliesslich gebührend begossen werden.
Ab dem nächsten Tag trafen wir uns regelmässig in der Muckibude und während ich mein Programm durchzog, beobachtete er mittelalterliche Frauen auf Laufbändern, die sich, meiner unbescheidenen Meinung nach, glücklich schätzen können, keine Augen zu haben. Am vierten Tag erschien Eddy nicht mehr. Ein besorgter Anruf ergab, dass er der Anstrengung müde sei und sich ausserdem nicht der Gefahr aussetzen wollte, von derartigen Geschöpfen ausgelacht zu werden. Er hätte jetzt, was viel besser sei, die Lösung seines kleinen Figurproblems gefunden: So ein Gürtel, der elektrische Impulse aussendet. Hätte er ihm Fernsehn entdeckt, nachts, in den Werbepausen. Es folgte noch eine ziemlich ausführliche und sehr bildhafte Schilderung der Mädels, die zwischen den Pausen agierten, aber damit will ich euch hier nicht langweilen.

Meine gestrige Nachfrage ergab, dass er, also Eddy, trotz mehrstündiger täglicher Anwendung, keinerlei Veränderung seines körperlichen Status' feststellen könne und das Ding daher in die nächste Ecke gepfeffert hätte, wo es auf die Rücksendung warte.
"Eddy?"
"Ja?"
"Du hast doch Physik in der Schule gehabt, oder?"
"Ja, schon."
"Okay, dann erklär mir doch bitte mal, wie das funktionieren soll: 230 Volt gegen die Rückstände mehrerer Tausend Hektoliter Bier, Wein und andersartiger Alkoholika?"

Wenn er so schreit, kann ich ihn immer ganz schlecht verstehen - er gleitet dann sehr schnell ins Vulgäre ab, welches ja so gar nicht meins ist.

Samstag, 9. Januar 2010

Prost

"Hier hammse nen Zehner, gehnse doch mal bitte in die Lebensmittelabteilung, holen mir ein Sixpack Weissbier, verstauen das Ganze in meinem Auto, dem silbernen 5er BMW auf Platz 25 und dann bringense mir das Restgeld, ja?"
Wortlos ergreift Demian den dargebotenen Geldschein nebst Autoschlüssel und macht sich klaglos auf den Weg.
Seit gut einer Woche hat er die Ehre und das Vergnügen, Azubi in diesem Etablissement zu sein. Sein Haar ist noch vollzählig, mittellang und er selbst ein kraftstrotzender Jüngling von gerade mal 18 Jahren. Wir schreiben das Jahr 1981. Während ein übergewichtiger Legastheniker mit öbstlichem Spitznamen sich anschickt, einen Staatsstreich durchzuführen, zieht Demian es vor, seine jugendliche Unbedarftheit Europa's damalig grössten Warenhauskonzern anzudienen, auf dass die ihn mit dem nötigen Rüstzeug für die ach so böse freie Wirtschaft versorgen. Hat bis dahin auch gut geklappt und das obwohl Demian schon am zweiten Tag irrtümlich vor dem Personaleingang von übereifrigen Polizisten verhaftet wird. Aber das ist eine völlig andere Geschichte.
Demian hat seinen Auftrag so gut wie möglich ausgeführt, Bier gekauft, verstaut, Wechselgeld und Autoschlüssel retourniert und sinnt derweil auf eine angemessene Reaktion.
3 Tage später, man steht locker schwatzend nebeneinander, schlägt er sich leicht vor die Stirn, die eigene, murmelt etwas von "fast vergessen, so 'ne Scheisse, keine Zeit", greift in die Hosentasche -auch die eigene-, nestelt seinen Autoschlüssel und 'nen Zehner heraus, instruiert seinen Chef, wo das zu kaufende Gebräu, aber bitte nicht so 'ne Elefantenpipi, ja? abzuliefern sei, nämlich im schwarzen Golf auf Platz 47, bittet um anschliesende Rückgabe des Restgeldes und der Schlüssel, um pfeifend in der Farbenabteilung zu verschwinden.
Etwas später vernimmt er seinen Namen. Eine kräftiger männlicher Bariton fordert ihn über die Hausanlage auf, sich doch bitte unverzüglich im Abteilungsbüro einzufinden und während Demian sich von der Rolltreppe in sphärische Höhen transportieren lässt, überlegt er, wer die Sauerei wohl wegmachen muss, wenn sein abgeschlagener Kopf in Kürze selbige runterrollen wird.
Ein kurzer Blick ins Büro lässt 4 Abteilungsleiter erkennen, von denen ein jeder sich am Gerstensafte labt, meinem wahrscheinlich, schiesst es Demian noch so durch den Kopf, bevor eine nicht unerhebliche Summe in kleinen Scheinen auf dem Tisch seines Chefs landet.
"Ähm, könnte mich vielleicht mal jemand aufklären, was hier läuft?"
"Ja, weisst du, Demian, die 3 Pfeifen hier haben gewettet, dass du keine Eier hast, also jetzt nicht so im biologisch-medizinischen Sinn...äh, du verstehst schon, oder?
Komm her, setz dich, nimm dir ein Bier und dann trinken wir erstmal Brüderschaft. Bin der Franz und jetzt lass dir doch mal was einfallen, wie wir den Geschäftsführer so richtig auf die Rolle nehmen können."
Und dann setzte er noch etwas hinzu, was Demian nie im Leben vergessen hat:
"Solche Männer braucht das Land!"
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Und ich möchte hinzufügen: Solche wie Franz hats auch gebraucht und bräuchte es heute mehr denn je.
Dieser Mann hat mir den Feinschliff verpasst, obwohl ich ja des öfteren mit einem groben Klotz verwechselt werde. Obschon mit einem gesunden Selbstbewusstsein von Haus aus ausgestattet, konnte ich mir bei ihm 'ne Menge abschauen, wenn's darum geht, sich gerade zu machen, seine eigene Meinung zu vertreten und sich für seine Leute einzusetzen.
"Wenn du treten willst, dann tu's gefälligst nach oben hin!", war sein Leitspruch und den hab auch ich mir zu eigen gemacht.

Mittwoch, 23. September 2009

Zu Gast bei Demian I

Heute möchte ich euch einen kleinen Einblick in die Geheimnisse meiner gleichsam erfreulichen wie sanftmütig gestalteten Herrschaft gewähren.
Wie jeder guter Regent halte ich zu bestimmten Tageszeiten Audienzen ab, jeder ist eingeladen, daran teil zu nehmen, vorausgesetzt, er oder sie bringt mir einen frisch gebrühten Kaffee mit, nicht zu kräftig, mit einem Schuss Milch und 2 Stückchen Zucker, ersatzweise auch Süsstoff. Besonders gern habe ich es auch, wenn mir dazu ein Keks gereicht wird, Geschmack egal, es zählt allein der gute Wille...seinen Arbeitsplatz zu erhalten.
Gelegentlich jedoch kommt es vor, dass ich Herrschaften bitten muss, sich in mein Büro zu begeben. Ich tue dies sehr ungern, muss dazu gesagt werden, bedeutet es doch, dass besagte Herrschaften nicht nett zu mir oder anderen waren, sich als unfähig, dumm oder - noch viel schlimmer- renitent erwiesen haben. Ein derartiges Exemplar der Gattung Homo Hotelhandwerker wurde heute bei mir vorstellig, wobei, wenn ich es recht bedenke, dies nicht der richtige Ausdruck ist, gab er mir doch Gelegenheit, mein Anliegen 3mal über Walkie-Talkie und 2mal telefonisch zu äussern.
Die kleine Präsentation, extra für ihn arrangiert, schien ihn anfänglich nicht sonderlich zu beeindrucken. Das änderte sich jedoch recht zügig, als ich mit meinem Zeigestock auf das linke der beiden Bilder tippte.
"Was du hier siehst, Juan, ist eine Roularde. Schmackhaft, lecker, ein Gaumengenuss. Man kann sie essen. Oder auch mehrere davon, je nach Magenkapazität. Hast du bestimmt schon mal gesehn, oder ?"
*nick*
"Und das hier" fuhr ich, auf das rechte Bild zeigend fort, "ist ein Rolladen, auch Jalousie bisweilen genannt. Soweit verständlich?"
*nick*
"Gut, davon haben wir rund 80 Stück im Haus, besser gesagt am Haus, vor den Fenstern. Gewusst?"
*nick*
"Prima, momentan sind 3 davon kaputt, und zwar nicht erst seit heute oder gestern, nein, seit einer geschlagenenen Woche. Was glaubst du, ist das gut fürs Geschäft?"
*kopfschüttel*
"Jetzt, und horche bitte gut auf, kommen wir zum Knackpunkt der Geschichte. Weisst du, wer für die Reparatur verantwortlich ist?"
¨kopfsenk*
"Genau, und sollte ich morgen auch nur einen einzigen dieser Rolläden defekt vorfinden, wirst du hier in diesem unseren schönen Aparthotel bestenfalls noch die Klo's säubern, bei halbiertem Gehalt, versteht sich. Nun denn, verschwinde er!"
*wetz*
"Der Nächste bitte!"

Samstag, 8. August 2009

Demian Lagerfällt

Wusstet ihr schon, dass helle Kleidung auf gebräunter Haut wesentlich besser aussieht als umgekehrt?

Montag, 3. August 2009

Demian kocht

Man nehme:
1 handelsübliches Würstchen aus Glas oder Dose
1 l Wasser

Zubereitung:
Das Wasser in einem Topf erhitzen (Achtung: nicht kochen lassen). dann das Würstchen hinzugeben und ca. 5-7 Minuten brühen.
Anschliessend lässt man das Würstchen bei abgeschalteter Herdplatte ca. eine halbe Stunde baden.
Gelegentlich umrühren.
Bei ansprechender Schrumpeligkeit herausnehmen und der jungen Dame, die erstens deine Untermieterin ist und sich zweitens über deine geringfügige Faltenbildung an Augen und Mundwinkeln mokiert hat, vors Gesicht halten und ihr erklären, dass ihr Hals in 20 Jahren etwa so aussieht wie selbiges Würstchen.
Fertig.

Dienstag, 30. Juni 2009

Schöne Verpackung

Nein, ich rede ausnahmsweise mal nicht von Trulla's Bikini, sondern die Überschrift soll ein Hinweis sein; ein Hinweis für die, die ein Manuskript an einen Verlag schicken möchten, und warum das so wichtig ist, seht ihr hier .

(Brads sind so Klammern - mit Figuren oder Ornamenten-, die man z.B. zum Schliesssen von Umschlägen nimmt)