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Sonntag, 1. August 2010

Warum Jefe nicht mehr mein Jefe ist

Es begab sich eines milden Junitages, dass ein junger, schöner, intelligenter, weiser Prinz, der namentlich hier nicht erwähnt sein will, die heimische Burg aufschloss, um von seiner Prinzessin und dem Hofstaat mit eisigem Blicke empfangen zu werden.
"Ich will ein Dior-Kleid!", rief die Prinzessin.
"Ich werde die Miete kürzen!", die Hofdame.
"Ich will, dass du meinen Lohn erhöhst!", die Andere, für die mir grad keine passende Bezeichnung einfallen will.
Unserem jungen, schönen, intelligenten, weisen (hab ich was vergessen?) Prinzen wurd gar schwummrig ums Herzelein, das Gebeutelte, ward er sich doch keines Umstandes bewusst, der diese unverschämten Forderungen rechtfertigen würde. Dass der einen oder anderen schon mal der zelebrale Suppentopf überkocht, war ihm durchaus geläufig, jedoch sah er sich selten einer derart geballten weiblichen Front ausgesetzt.
"Nun denn, sprechet, was ist euer Begehr?", wagte er einen vorsichtigen Vorstoss.
Und ihm wurd kund getan, wie der König bittstellend um Gnade bei der Berechnung der dem jungen, schönen, intelligenten, weisen Prinzen zugedachten Apanage vorsprach.
Dummerweise hat der Dödel dabei den damalig aktuellen Stand der Besoldung preisgegeben, der, wir erinnern uns, dass es sich um einen weisen und intelligenten Prinzen handelt, um einiges höher zu veranschlagen war als vom Prinzen im heimischen Umfeld deklariert.
Und so kam es, dass der Prinz zum Advokaten eilte, wo er den neuen Kontrakt einstampfen und durch einen Gesellschaftervertrag ersetzen liess, mit dem er kurz drauf beim König aufwartete, um nach "Friss oder stirb"- Manier die Schriftrollen auf des Königs Tisch zu werfen.
Der König wurd gar kreidebleich, was bei seiner pakistanischen Herkunft recht schwierig anmutet, liess nach dem Leibarzt schicken, der aber auch keinen anderen Rat wusste, als das Papier zu besiegeln und ansonsten beste Gesundheit attestierte.

So oder so ähnlich hat es sich zugetragen, damals im milden Juni, dem erst der nicht mehr ganz so milde Julei folgte und nun, mit Eintreten des Augustes, dem Schriftgut seine Gültigkeit abverlangt wurde.
Nun ist der junge, schöne, intelligente und weise Prinz auch ein König, zwar nur zu 30 %, doch immerhin.
Auch Könige fangen mal klein an...

Achja, das Kleid gibt's bei Wiedererreichen von Kleidergrösse 34/36, die Miete wird natürlich nicht gekürzt, sondern kann demnächst durch Frondienste am königlichen Nachwuchs gemindert werden und 'ne Gehaltserhöhung erfolgt nach Erlernen der Grundzüge des Spanischen, wodurch sich die Einsatzfähigkeit drastisch steigern lässt.

Freitag, 30. Juli 2010

Wahlverwandschaften

Ich fühle mich seit gestern irgendwie seelenverwandt mit diesen komischen Menschen, die ihr Geld verdienen, indem sie in lächerlichen Uniformen durch die hiesige Metro lustwandeln und einen Eindruck von Sicherheit dabei hinterlassen sollen oder wollen.
Das ist, stelle ich mir so vor, relativ schwierig bei einsfünfundsechzig Körpergrösse und leichtem Hang zum Übergewicht.
Um diese meine Impression zu verdeutlichen, schildere ich kurz mal das Geschehen.
Trulla, Luisa, die Andere und meine Wenigkeit müssen auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen, da gemeinsam eine Veranstaltung besucht werden soll, deren Inhalt hier jedoch keine Rolle spielt und daher verschwiegen wird.
Also nix wie rein in die Metro.
Mehr oder weniger fröhliche Menschen spielen Ölsardine und bezahlen auch noch dafür.
Einer der eher weniger fröhlichen Menschen will seinen Sitzplatz nicht für Trulla räumen und sagt gar hässliche Dinge, jedoch nicht direkt zu Trulla, was ihm das kurzfristige Weiterleben ermöglicht. Vom anderen Ende des Waggons eilt so ein Sicherheits-Monchichi herbei und redet dem jungen Mann ins Gewissen, von dessen Besitz sich jener aber vorübergehend getrennt zu haben scheint.
Ein unnötiges Wort gibt das andere, dann fliegen die Fäuste Richtung Mon-Chichi, der's sich daraufhin blutend am Boden gemütlich macht und seine Strategie des erst reden, dann handeln zu überdenken scheint.
Trulla neigt ihren Kopf leicht Richtung Verursacher, schaut mir dann direkt in die Augen und raunt, ich solle ihn totmachen. Sie schaut zu viel fern, glaub ich. Ich kann doch niemanden in der Öffentlichkeit totmachen, vor mindestens hundert Zeugen, das' schlecht für meine Reputation, gebe ich zu bedenken, schnapp mir das Früchtchen jedoch vorsorglich am Schlawittchen, weiss ich doch, dass Trulla in solchen Angelegenheiten keine Widerworte zulässt.
"Ich geb ihm 'ne Ohrfeige, ok?", presse ich zaghaft heraus. Zustimmendes Nicken.
Einer der Umstehenden, anschliessend Applaudierenden, meint zwar, eine Ohrfeige gäbe man mit der offenen Hand und es sei auch eher selten, dass dabei dem Geohrfeigten ein paar Zähne verlustig gingen, aber im Prinzip wär's doch annähernd richtig gewesen.
Solch Zuspruch motiviert doch ungemein und so gingen wir frohen Mutes zur besagten Veranstaltung, die aber auch scheisse war.

Samstag, 24. Juli 2010

Darum

Auf die Frage, wieso ich trotz meiner doch recht bewegten Vergangenheit nicht tätowiert sei, gab Luisa (die mir , es sei doch kurz angemerkt, nominal 15 Riesen für den Anbau schuldet) zum Besten: "Ist doch klar, auf 'nen Ferrari klebste ja auch keine Rallystreifen!"

Gracias, you put my feet back on solid ground, Hase.

Freitag, 9. Juli 2010

Abgesoffen

Nachdem mir einige Landsleute den Mittwochabend doch recht unerfreulich gestaltet haben, bin ich wieder dazu über gegangen, mich selbst sportlich zu betätigen. Was lag näher, als Donnerstag dem Kater ein wenig Auslauf und dem Körper ein Bad im Meer zu gönnen?
Nix, genau...also kraule ich, was das Zeug hält, lasse Flipper alt aussehen, schubse ein paar Gören von ihren Luftmatratzen und klaue dem Herrn mit der Spanienflagge kurzentschlossen die Badehose.
Sodann entsteige ich den Fluten und jogge flockig unserem Liegeplatz entgegen. (Wem das zu nüchtern erscheint,der möge sich bitte dieses Links http://www.youtube.com/watch?v=Ybr4iBb2K5Y bedienen)
Die von mir künstlerisch Befruchtete schaut zu mir hinauf, wendet sich sogleich gen Luisa und behauptet, vom Kopfe abwärts vermittle ich den Eindruck, fünfundzwanzigjährig zu sein.
Ups, Vorsicht Demian, das war'n Kompliment, hämmert mir eine innere Stimme ein.
Frauen ticken, möchte ich meinen Leidensgenossen ins Stammbuch schreiben, ja doch etwas anders. Wir Männer machen Komplimente, um die Weiber ins Bett zu kriegen oder uns die 25 PS stärkere Motorvariante zulegen zu dürfen. Frauen nicht.
Frauen wollen ein Gegenkompliment hören. Merkt euch das gut, man weiss ja nie, wozu's mal gut sein kann.
Bin ja ein alter, erfahrener Fuchs. Überraschen kann man mich mit sowas kaum. Fix überlegt - eine gewisse Originalität sollte ja schon gegeben sein- und den Blick über den zu komplimentierenden Körper schweifen lassen.
"Du auch, nur ist's bei dir eher umgekehrt!"

Und wieder eine Frau glücklich gemacht.
Es kann so einfach sein.
Probiert's doch mal.

Freitag, 18. Juni 2010

Waka Waka

Ich muss mein Leben ändern.
Dringend.
Gestern hätt ich mir beinah mit Enthaarungscreme die Zähne geputzt. Das ist schlecht und bedeutet, dass der Anteil weiblicher Personen in meinem Haushalt definitiv zu hoch ist.
Mein Nachbar mittelasiatischer Herkunft verdächtigt mich schon der Haremsbildung, dabei zwinkert er mir anerkennend zu.
Wenn der wüsste.
Ich darf mal kurz die derzeitige Konstellation skizzieren, ja?
Der Unbedarfte kann sich das in etwa so vorstellen: Demian steht vor der Tür, von innen dringen, kunterbunt gemischt, 3 Frauenstimmen an seine empfindlichen Gehörgänge, er schliesst auf, alles verstummt und ihn trifft ein Blick aus 6 Augen, der demjenigen nicht unähnlich ist, der die Sinne eines Mannes verdunkelt, wenn er versehentlich das Bahnhofsdamenklo betritt. Es werden neueste Ultraschallbilder begutachtet, doch auf die Frage, welches Resultat meine sexuellen Aktivitäten gebracht haben, wird mit Dackelblick geantwortet, das sei immer noch nicht erkennbar.
Ich glaub, die bescheisen mich. Ich mein, mir kannste auch das Foto eines eingeschweissten Schnitzels zeigen...was weiss denn ich, ob das da ein Dödelchen oder ein Kinderarm sein soll.
Da ist, man möge es mir nachsehen, doch ein wenig der Kragen geplatzt, zumal wieder nichts Essbares vorzufinden war.
Also rief ich bei der Telefonseelsorge an.
War natürlich 'ne Frau dran.
Die hat mich mit dem nächsten Pizza-Service verbunden.
Bin dann mit dem Pizza-Boten einen saufen und Fussball gucken gegangen.
Bei uns läuft ja abwechselnd "Ghost", "Dirty Dancing" und "Pretty Woman".

Freitag, 16. April 2010

Vampyre State Building

oder: Die Mauer muss weg!

Insgeheim glaube ich ja, dass Spanien grossräumig eingezäunt ist, wir Ein- und Bewohner morgend-, mittäg- und abendlich unsere Medizin mit dem Essen verabreicht bekommen und ferner die ganze Welt über uns lacht, mal von ein paar süd- und mittelamerikanischen Möchtegern-Diktatoren abgesehen.
Bislang hat mich das nicht so sehr beeindruckt, gab mir meine Umgebung doch eher das Gefühl, Aufseher statt Insasse zu sein, jedoch lassen die Ereignisse der letzten -sagen wir mal- 14 Tage eher den Umkehrschluss zu.
Luisa.
Luisa will bleiben.
Bei uns.
Ich geh am Stock.
Demnächst hab ich 3 Gören im Haus. Ich wittere eine Verschwörung, denn sein wir doch mal ehrlich - wer bleibt schon freiwillig bei mir; ich bin ein Ekelpaket, unausstehlich bis widerwärtig, verhaue Menschen, beleidige und beschimpfe Klienten, Polizisten und andere Wahnsinnige, die sich nicht schnell genug aus dem Staub machen.
Gut, nicht alle sind der Meinung...Trulla beispielsweise glaubt immer noch, ich sein ein lieber Mensch. Aber was zählt schon das hormongetunte Urteil einer Schwangeren?
Jedenfalls brachte Luisa's Wunsch nach Herberge arge logistische Probleme mit sich - meine Wohnung ist einfach zu klein. Trulla's Wohnung ist gross, liegt jedoch am Arsch der Stadt, wo ich nichtmal tot über'm Gartenzaun hängen möchte.
Vorschlag: Trulla und Luisa, ihr beiden zieht in die Arsch-Wohnung und du, Trulla, bringst mir mein Kind, sobald du geworfen hast.
Was soll ich sagen ?
Abgelehnt.
Naja, wie ich denn so eines schönen Frühlingstages auf der hinterhäusigen Terasse (die diesen Namen nicht verdient, ist sie doch eigentlich eher ein etwas zu gross geratener Balkon)rauchend mein elendiges Leben verfluche, fällt mir auf, dass sich, hinter einer nicht all zu hohen Mauer verbergend, ein gar hübsch anzusehendes Fleckchen Dachterasse befindet, welches unbenutzt erscheint.
3 Stunden später ist der Besitzer ausfindig gemacht und von einer fast kostenfreien Überlassung des Kleinods überzeugt.
"Dies wird" lasse ich mit weitschweifiger Geste ertönen, "dein Reich!"
Die aus dem studentischen Halbschlaf gezerrte Luisa kann ihr Glück kaum fassen. "Eine Hütte? Du willst mir allen Ernstes eine Hütte hier bauen? Wie für einen Hund?"
"Naja, ich hatte da eher an 'nen Zwinger gedacht...aber prinzipiell hast du schon recht. Nun, was sagst du? Und bei 80% Eigenbeteiligung an den Kosten bist du quasi Eigentümerin. Naaaaa, ist das etwa nichts?"

Wenn sie lieb ist, schliess ich ihr sogar Wasser an, mal sehn.
Und drumherum bau ich 'nen Spielplatz.
Für meinen Sohn, meinen Prinz, meinen Erben.

Montag, 8. März 2010

W E L T F R A U E N T A G

Petrus?
Ja, Demian?
Samma, was hälst du denn so vom Weltfrauentag?
Weltfrauenwaaaaaaaas?
Na, Weltfrauentag, 8.März...
Is'n das wieder für'n neumodischer Kram, tss, nicht mit mir. Da werd ich der ollen Frau Holle gleich mal die Leviten lesen. Soll gefälligst was tun, faule Nuss, die.

...so kam es, dass auch im heimeligen Barcelona die Schneeflocken nur so stöberten.
Und Demian, der mitunter auch als Vorreiter der Frauenbewegung tituliert wird, liess, den Tag ehrend, die Frauen ganz alleine entscheiden, wer von ihnen, Trulla oder Luisa, die Hauseinfahrt vom Schnee räumen durfte.
Isser nich liep?

Sonntag, 31. Januar 2010

Ich kann so nicht arbeiten

Die globale Erderwärmung ist 'ne ziemlich blöde Sau, macht sie doch um Barcelona 'nen grossen Bogen, was meinem Wohnzimmer das Aussehen eines Rote-Kreuz-Sammellagers für Lawinenopfer verleiht; überall liegen -dem Unwissenden sei hiermit mitgeteilt, dass der gemeine Iberier, sollte das Thermometer mal weniger als 25 Grad Celsius anzeigen, lange Unterhosen und Handschuhe, Mütze sowie Schal überstreift- in Decken gehüllte Frauen herum, die zudem nichts Besseres zu tun haben, als mir auf den Keks zu gehen.
Zum einen hätten wir da Trulla, die sich unter Vortäuschung von Schwangerschaftsbeschwerden 'nen Lenz macht, zum anderen Luisa, die, so scheint's, sich solidarisch erklärt hat. Mit Trulla. Natürlich.
Wer hat auch schon Mitleid mit einem armen, werdenden Vater, der dringendst ein Regal fertig stellen müsste, worin die zukünftig zu erwartenden Literatur-Preise verstaut werden sollen. Demian hat nämlich, wen wundert's?, schon mal angefangen, Kindergeschichten zu schreiben, die allabendlich zum Vortrag kommen sollen, wobei er Trulla's ziemlich barsch vorgetragene Anweisung, selbige sollten keinen Sex, keine Gewalt und schon gar keinen Sarkasmus enthalten, natürlich ignoriert hat. Wär ja noch schöner - da schläft der Kleine ja bei ein, tss.
Vorgestern hab ich ein Baby-Fon gekauft.
Um mich von der ordnungsgemässen Funktionstüchtigkeit zu überzeugen, wurde das Ding unter Luisa's Bett deponiert, wo es, leise vor sich hinrauschend, erschütternde Belege des studentischen Sexuallebens lieferte.
Mein Gott, hätt ich gewusst, dass es so arg um sie steht, hätt ich ihr mal 'nen Callboy spendiert. Zumal sie sehr nett von mir spricht.
Trulla hegt die Vermutung, dass sie das Teil entdeckt hat.
Wer weiss?
Apropos - wer weiss, wie gross der Friedenspreis des deutschen Buchhandels ist?

Sonntag, 3. Januar 2010

Das fängt ja gut an

Nachdem ich gestern Mittag aus einer Art komatösem Halbtraum erwacht bin - an dieser Stelle geht mein aufrichtiger Dank an meine spanischen Freunde, die, nett und hilfreich, wie sie nunmal sind, mich (heute) telefonisch aufklärten, dass man in Spanien vor dem Jahreswechsel zwar, da lag ich schon ganz richtig, Wein zu sich nimmt, es sich dabei aber um 12 Weintrauben, nicht -flaschen handelt, sass ich daheim, alleine auf meinem Sofa. Plötzlich überkam mich so ein unglaubliches Glücksgefühl. Sicher kennt das der eine oder andere von euch auch: alles ist wunderschön, man ist unheimlich relaxed und fühlt sich mit der Welt im Einklang.
Nein? Na gut, ich auch nicht, fand das aber 'ne klasse Einleitung.
Zum Erreichen eines solchen Zustandes müssten ein paar nicht ganz unwichtige Zweifel aus dem Weg geräumt werden.
Zunächst sei hier mal Trulla genannt: Ich frage mich ernsthaft, ob ein derart hinterfotziges Geschöpf sittlich-moralisch geeignet ist, die Mutter meines Kindes zu sein. Schaut euch doch bitte mal an, was ich hier geschrieben habe, ganz unten, letzter Satz. Da ich ja ein Mann bin, der nicht nur seinen Taten Worte folgen lässt, sondern auch den umgekehrten Fall eintreten lässt...nunja, was soll ich sagen - nee, was hab ich mich angestrengt, dabei war der Drops schon lange gelutscht. Kein Wort hat 'se gesagt, Miststück das.
Apropos Miststück: Luisa! Was in drei Teufels Namen fang ich mit Luisa an? Eine mögliche Lösung wäre ja, einen netten Wochenendausflug vortäuschend, sie an einer Autobahnraststätte auszusetzen Ich mein, bis das Kind kommt, ist es Sommer, sie wird also nicht erfrieren und irgendein notgeiler alter Sack wird sie schon aufgabeln.
Stichwort Auto: Ein prüfender Blick in die Garage verrät uns, dass ich berechtigte Chancen habe, bei der Wahl zum Idioten des Jahres einen der vorderen Plätze zu belegen. Das ist ein Zweisitzer, verdammt. Das würde mich nicht weiter stören, hätte ich einen Führerschein, der aber ist mir irgendwie verlustig gegangen. Ich glaub ja immer noch, dem netten Polizisten hat mein Bild darin so gefallen, dass er den für sich behalten hat. Gut, also hätte ich eine gültige Fahrerlaubnis, könnte Trulla ja nebenher laufen, jedenfalls so lange, bis sie wieder eine einigermassen akzeptable Figur hätte. aber so...
Probleme über Probleme, dabei ist das Blag grad mal ein paar Zentimeter gross.
Wie soll das erst später werden?

Sonntag, 11. Oktober 2009

Brot für die Welt...und Kuchen für Demian

"Ein Kuchen. Für mich? Uiiih, das' aber lieb."
So sprach ich leichtfertig dahin, als die Feuerwehr wieder abgezogen war und ich Luisa, die mir noch einen kleinen Gefallen schuldig war, in der Küche vorfand, wo sie röchelnd, wenngleich lächelnd eine Herzform von ihrem Inhalt erlöste. Vor lauter Stolz schier zerplatzend kredenzte sie Kaffee -vielleicht sollte ich mal ein User-Manual für die Kaffeemaschine samt Angaben über das richtige Mischungsverhältnis von Pulver und Wasser verfassen und auf die Kaffeedose tackern- und eben besagtes Gebilde, welches ich, um sie nicht gar zu sehr zu kränken, als Kuchen bezeichnete.
Man kann mich eigentlich nicht als sehr anspruchsvoll bezeichnen, was die Nahrungsaufnahme angeht, Hauptsache, es ist reichlich, denn ich hab ja doch so einiges an Körper zu unterhalten, Geschmack ist eher zweitrangig. Lediglich gewisse Kriterien sollten erfüllt sein, damit das Futter seinen Weg in die Eingeweide findet.
Zunächst sei diesbezüglich genannt: Was da oben auf einen Kuchen draufkommt, ist Glasur. Nicht Lasur.
Ist das Teil ungeniessbar und in seiner Konsistenz eher im oberen Segment anzusiedeln - nicht gleich wegwerfen, man kann damit immer noch prima Nägel in die Wand schlagen.
Das "Nuss" in Nusskuchen bezieht sich auf den Inhalt, nicht auf die Bäckerin.

Nun ja, lasst es mich so sagen: Hätte ich einen Garten, mit einem Apfelbaum darinnen, würde ich genau unter jenem Apfelbaum den Kuchen begraben und darüber ein Mahnmal errichten.

Aber sonst war der Tag klasse.

Dienstag, 6. Oktober 2009

RED NOSE DAY

Prinzipiell habe ich ja nichts gegen die Einnahme von Medikamenten -es sollen ja Fälle bekannt sein, wo Lahme ihre Krücken weggeschmissen haben (um sich fortan im Rollstuhl zu bewegen)- , für einen fragilen Menschen wie mich scheinen sie jedoch eher nicht empfehlenswert zu sein.
Luisa hatte ja in einem Anfall von Gutmütigkeit welche besorgt, die Einnahme musste ich ob der aufgelisteten Nebenwirkungen aber leider strikt ablehnen. "Impotenz" war auf dem Beipackzettelchen zu lesen, da hab ich doch lieber gepasst. Lieber dicke Mandeln als dicke Eier, mit denen ich dann nichts mehr anfangen kann. Blieb, man ahnt es schon, wieder nur die beste, allumfassendste, wohlschmeckendste Medizin von allen: Jack Daniels, deren Zusichnahme im Vergleich zur doch eher komprimierten Tablette dummerweise einen nicht unerheblichen Nachteil hat: Die Wirkung setzt langsam, obschon dann ziemlich heftig ein und als ich anfing, bei meinen Gängen zum Tresen mich und andere geringfügig zu verletzen, reifte der Entschluss, die Kneipe entweder sich selbst zu überlassen oder aber, die drittbeste Möglichkeit von den hier aufgelisteten, einfach zu schliessen. Und so geschah es denn auch.
Daheim angelangt, im sicheren Schoss der Couch gebettet, verlor ich sodann sowohl Überblick, als auch Hemmungen und leerte, in Ermangelung besseren Stoffs, Luisa's Rotweinvorräte zur Gänze. Studentinnen, denen es gut geht, müssen nicht saufen, schon seit altersher mein Credo.
Alsbald ereilte mich ein gar merkwürdiger Traum: Ich träumte, Michael Jordan schlenderte fröhlich grinsend durch mein Anwesen, den Ball mit aller ihm zur Verfügung stehenden Wucht ständig aufditschend . Der Hör- die Sehprobe folgen lassend, erblickte ich allerdings nur Luisa, die ihren nichtsnutzigen Hintern ausgerechnet an einem solchen Tag - man erinnere sich, ich bin schwer krank, immer noch - schon um 11 Uhr MESZ aus dem Bett hievt und durch die Bude bugsiert.
Ihr seht, der Tag fing scheisse an und wurde auch in seinem Verlauf nicht besser. Jetzt stehen mir noch gute 2 Stunden bevor und der Nächste, der mir einen Whiskey ausgeben will, ist ein toter Mann. So tot wie ich. Fast.

Donnerstag, 17. September 2009

Brennend heisser Wüstensand...

Heute habe ich mal eine Überschrift gewählt, die in keinerlei Bezug zum nachfolgenden Text steht. Wollte euch einfach nur ärgern und Ohrwürmer produzieren. Ich bitte darum, von diesbezüglichen Kommentaren Abstand zu nehmen. Danke!

Mein Anliegen ist ein wenig delikat und ich erhoffe mir, meiner positiven Natur entsprechend, Rat und Beistand von euch, meinen sehr geschätzten Lesern. Wem der letzte Nebensatz zu schleimig erscheint, dem sei versichert, dass er,der Nebensatz nämlich, nicht ernst gemeint ist, sondern lediglich dazu dienen soll, euch ein bisschen Honig ums Maul zu schmieren. Bei allen weiblichen Lesern, die unter allgemein gültigen Geschmackskriterien als gut aussehend durchgehen, biete ich mich an, hier mag der generöse Aspekt meiner Persönlichkeit durchscheinen, ebenjenen bei Gelegenheit abzuschlecken.
Wo war ich?
Achja, in Barcelona. In meiner Wohnung. Auf dem Sofa. Neben Luisa. Die Aufmerksamen unter euch werden sich jetzt natürlich fragen: Was macht Luisa um die Uhrzeit neben Demian auf dem Sofa? Was macht überhaupt Demian um diese Uhrzeit auf dem Sofa?
Nun, es sei Aufhellung erteilt: Demian erhielt gegen dreiuhrdreissig einen Anruf, als Urheberin gab sich Trulla zu erkennen. Mit bebender Stimme teilte sie mit, welch ungewöhnliche Geräusche aus Luisa's Zimmer drängen, unter Anderem war von einer männlichen Stimme die Rede, die offenbar sexuelle Aktivitäten reklamierte. Diesem Anliegen schien sich die so Angesprochene jedoch zu widersetzen, wobei auch laute Hilferufe zu vermelden seien und da Demian's Hausgemeinschaft offenbar nur aus Weicheiern besteht, sah er sich gezwungen, seine Arbeit nieder zu legen und heim zu eilen, wo er eines Jünglings angesichtig wurde, der, seinem abscheulichen Aussehen zum Trotze, sich offenbar Hoffnung auf Kopulation gemacht hatte, welche Luisa ihm jedoch verwehrte.
Soweit die Ausgangssituation. Nun zu meiner Frage: War es korrekt, dies bezieht sich eher auf den moralischen denn juristischen Aspekt der Angelegenheit, jenem Wesen in die Weichteile zu treten, seinen Kopf dreimal kurz gegen die Wand zu schlagen und es, also ihn in diesem Fall, anschliessend zur Tür hinaus zu jagen, wobei noch angemerkt sei, dass ich leider vergass, die Tür vorher zu öffnen?
Und wollt ihr mich immer noch als Papi, Onkel, Opi?

Montag, 3. August 2009

Demian kocht

Man nehme:
1 handelsübliches Würstchen aus Glas oder Dose
1 l Wasser

Zubereitung:
Das Wasser in einem Topf erhitzen (Achtung: nicht kochen lassen). dann das Würstchen hinzugeben und ca. 5-7 Minuten brühen.
Anschliessend lässt man das Würstchen bei abgeschalteter Herdplatte ca. eine halbe Stunde baden.
Gelegentlich umrühren.
Bei ansprechender Schrumpeligkeit herausnehmen und der jungen Dame, die erstens deine Untermieterin ist und sich zweitens über deine geringfügige Faltenbildung an Augen und Mundwinkeln mokiert hat, vors Gesicht halten und ihr erklären, dass ihr Hals in 20 Jahren etwa so aussieht wie selbiges Würstchen.
Fertig.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Der Schrei

Ich weiss nicht mehr, kann schon nicht mehr zählen, wie oft ich im letzten Jahr aus dem Schlaf geschreckt bin. Immer wieder höre ich diesen Schrei, dieses Gebrüll, diesen Urschmerz. Schweissgebadet stehe ich auf, werf den Kimono, der dereinst auf wundersame Weise den Weg vom Hotelkleiderbügel in meinen Koffer genommen hat, über und geh zum Rauchen auf den Balkon. Normalerweise rauche ich immer und überall, aber in solchen Nächten kann ich es nicht. Nicht hier, wo alles geschah. Es raubt mit die Sinne, der Schrei gräbt sich in meine Gehörgänge und frisst sich anschliessend tief im Herzen fest.
Angefangen hat alles vor etwa einem Jahr; ein warmer Frühsommerabend, angenehme 20 Grad noch spätabends. Man feiert eine kleine Party, betrinkt sich stilvoll und entsorgt anschliessend die Gäste. Zurück blieben Luisa, ich und Eddy, die beiden Erstgenannten, weil sie sich daheim befanden, Letzterer, weil er zu besoffen war, um heim zu gehen und sich schon seit Stunden im Turaluraland befand. Grosszügig überliess ich ihm mein Bett, war ich mir doch ziemlich sicher, es später eh nicht mehr in selbiges zu schaffen. Derweil sassen wir, die Übriggebliebenen, beieinander, redeten und sorgten im Übrigen dafür, dass man uns keine Geldverschwendung vorwerfen konnte; böse Zungen behaupten ja gern, halb besoffen sei rausgeschmissenes Geld.
Irgendwie müssen wir, ich weiss heute noch nicht wie, auf das Thema "Körperbehaarung" gekommen sein, die überlieferten Schilderungen gehen da auseinander. Ich glaube ja nach wie vor, ihr anhand der ausgeprägten südländischen Fellbildung Darwin's Evolutionstheorie erklärt haben zu wollen, sie bestreitet das - wie auch jegliche Schuld an den Vorkommnissen.
Jedenfalls muss ich wohl gesagt haben, sie könne sich ja zumindest die Beine...also bitte...das ist doch nicht zu viel verlangt und da gäbs doch auch so'n Gerät dafür, elektrisch, einmal schnurp...und weg ist der Rotz, also bitte...worauf sie besagte Maschine aus dem Bad holte und unter Tränen gestand, sie noch nie benutzt zu haben, weil ihr schon das Geräusch Angst einflösse und das auch bestimmt schmerzhaft sei, was ich als pure Legende abtat. "Dann mach das doch mal bei dir!" schluchzte sie mir entgegen, was mir jedoch nicht angeraten schien, da erstens schwach behaart und zweitens vom Sound der Höllenmaschine ziemlich beeindruckt. Und das im Leerlauf.
"Eddy!"
Zwei Besoffene, ein Gedanke.
"Rücken oder Brust?"

(Hab ich schon erwähnt, dass ich diesen Schrei nie mehr los werde?)