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Donnerstag, 4. Februar 2010

Barbamama

Manchmal bin ich recht froh, ordentlich mit Arbeit eingedeckt zu sein. Das gibt mir die Möglichkeit, nach Belieben die Wohnung zu verlassen. In der hält sich nämlich momentan, neben den üblichen Verdächtigen, Trulla's Mutter auf. Ist 'ne Nette, drei Jahre älter als ich, psychisch etwas instabil und körperlich unattraktiv bis abstossend. Trulla's Vater muss ein sehr schöner Mann sein. Oder sie ist adoptiert.
Bleibt noch zu erwähnen, dass sie, also die Mutter jetzt wieder, Deutsch spricht. Nicht so gut wie Howard Carpendale, aber immerhin besser als Giovanni Trappatoni, falls euch das was sagt.
Ich komme also morgens um 7:00 heim, was soweit nicht ungewöhnlich ist, und finde Barbamama auf dem Sofa vor, der Fernseher läuft.
Ich: "Moin, sachma, kannst du mal hoch zu den Nachbarn im dritten Stock gehn und
dort klingeln?"
Sie: "Ja gerne, wieso?"
Ich: "Ach nichts, wollte nur mal 'nen Drachen steigen lassen."
Sie: "Blödmann."
Ich: "Kucksten da?"
Sie: "Früstücksfernsehn, voll interessant. Kuck ma, Isabel Pantoja hat sich von-"
Ich: "*demonstrativ gähn*Schönes Wetter heut. Willste auch 'n Jack Daniels?"
Sie: "Um diese Zeit?"
Ich: "Wassen falsch ander Zeit? Nu tu ma nich so, als würdest du das zuhause
nich machen."
Sie: "Na okay, einer kann ja nicht schaden."
Ich: "Wusst ich's doch. Das sag ich jetzt Trulla. Gute Nacht."
Sie: *um Fassung ring*

Dann schalte ich den Fernseher aus und gehe ins Bett. Auf halbem Weg schaltet sie das Gerät wieder ein, also kehre ich um, nehme die Batterien aus der Fernbedienung und werfe sie in die Biomülltonne, sie kramt in ihrer Handtasche, befördert neue Batterien ans Tageslicht, montiert die und schaltet die Glotze wieder ein, ich ziehe den Netzstecker, sie steckt ihn wieder in die Steckdose, ich greife zur Gartenschere und kappe den Stecker, sie bricht in Tränen aus.
Ich zeige ihr den Flyer unseres Hotels, natürlich nicht ohne den Hinweis, dass wir auch schöne Einzelapartments haben.

Dann gehe ich tatsächlich ins Schlafzimmer, lasse mir dort den von Trulla verwetteten Hunderter - O-Ton: Meine Mutter schaffst du nicht- auszahlen und schlafe glückselig ein.
Wenn bloss jeder Tag so anfinge...

Dienstag, 26. Januar 2010

So 'ne fiese Möpp

Demian ist ja ständig bemüht, den Wünschen seiner Leser nachzukommen. So hat die mentale Reise in die Vergangenheit Früchte getragen und hiermit kann unbefriedigten Groupies des Demianschen Literaturbetriebs geholfen werden:

Demian ist's langweilig, es steht kein wie auch immer geartetes Training an, Hausaufgaben verweigert er prinzipiell deren Erledigung und in Vater's Aquarium lässt sich kein essbarer Fisch finden. Sein 14jähriges Leben steht unter keinem guten Stern; Mutter, die seinem Treiben strickend auf dem Sofa zuschaut, bringt da auch nicht wirklich Abwechslung.
Das Telefon klingelt, Tina M., Freundin Demian's und so ziemlich der heisseste Feger im Umkreis von gut 1500 km, wünscht ihn zu sprechen. Der Apparat befindet sich in strategisch relativ ungünstiger Position - im offenen Übergang von Ess- zum Wohnzimmer nämlich - und das behindert die Konversation nicht unerheblich.
Mutter lässt sich trotz einiger gekonnter Abschiebemanöver nicht zum Verlassen des Sofas bewegen.
Die Uhr zeigt 17:43.
Das Gespräch findet sein Ende.
Mutter:"Wer war's denn?"
"Ooooch, nur Tina."
"Und, was wollte sie?"
"Nichts."
"Hm."
Nach einer kleinen dramaturgisch wertvollen Pause richtet Demian das Wort gen Mutter:
"Sachma, kannst du eigentlich auch Babysachen stricken?"

Es ist 18:02.
Demian hat das Riechsalz gefunden.

Montag, 28. Dezember 2009

Guess and win

Silberblut hat mich auf eine geradezu grandiose, um nicht zu sagen geniale Idee gebracht. Unter meinen Lesern befinden sich ja einige Koryphäen des internationalen Rätselentschlüsseltums und Silberblut (durch die zweimalige Nennung entfällt das lästige Verlinken) schlug vor, ich sollte doch mal mein Rock'n Roll-Manuskript verlosen. Nun, soweit will ich dann doch nicht gehen, jedoch verspreche ich demjenigen (oder derjenigen - habt euch nicht so, olle Emanzen), der mir sagen kann, was Trulla wohl gemeint haben könnte, ein weiteres Kapitel -exklusiv und nur hier- der seltsamen Abenteuer des seltsamen Herrn Demian mit der seltsamen Welt des Show-Biz.
Um Fehlinterpretationen schon im Vorfeld zu eliminieren, schildere ich kurz mal die Ausgangssituation:
Es ist der Abend des 28.12.2009. Bei 16 Grad Aussentemperatur und bewölktem Himmel hat Demian es sich daheim auf dem Sofa gemütlich gemacht und harrt der Dinge, die da kommen sollen. In der Küche werkelt Trulla vor sich hin. Demian ist auf alles gefasst, hat er doch erstens sein Weihnachtsgeschenk noch nicht erhalten -einige ominöse Andeutungen, die in irgendeiner Form etwas mit katalanischem Essen zu tun hatten, sind in den letzten Tagen gefallen- und zweitens ist der 28. Dezember in Spanien so etwas wie in Deutschland der 1. April, sprich: wenn man nicht aufpasst, wird man schnell das Opfer merkwürdiger Scherze oder Streiche. Demian macht solchen Unsinn ja nicht mit, das hebt er sich für die restlichen 364 Tage des Jahres auf.
Um 19:07 Ortszeit macht Trulla die erschütternde Mitteilung, dass der Braten völlig verkohlt sei und man nun aushäusig essen müsste, wolle man nicht den gemeinen Hungertod sterben.
Soweit die gute Nachricht.
Um 19:57 (natürlich auch Ortszeit, was denn sonst?) finden sich ein leicht genervter, weil halb verhungerter Demian und eine sichtlich strahlende Trulla in einem Nobel-Restaurant ein, für das man ,das weiss Demian nur zu genau, mindestens
3 Wochen vorher reservieren muss. Ist 'ne Falle, denkt er noch so vor sich hin, wahrscheinlich warten da die 7 Brüder, 13 Vettern und was es sonst noch so an lauffähigen männlichen Vertretern der trullaischen Sippe gibt, um ihm ein Heiratsversprechen abzupressen. Demian rutscht unruhig auf seinem Sitz hin und her, beschwert sich beim Ober, dass keine Ketchup-Flaschen auf den Tischen stehen, der Korken nach Wein schmeckt und es ihm überhaupt ganz komisch zumute sei.
"Nun", erhebt Trulla ihr zartes Stimmlein, "möchtest du dein Geschenk vor oder nach dem Essen haben?"
"Äh, ich dachte, das Essen sei das Geschenk."
"Nunja, das auch. Und das hier." Spricht's und zaubert ein eher ziemlich kleines, bunt eingepacktes Etwas aus dem Täschchen."
Und jetzt kommt ihr ins Spiel: Was um Gottes Willen soll das bedeuten - ein Paar Filzpantoffeln und ein verfärbter Teststreifen?

Kleiner Tipp: Sie leidet nicht an Diabetes, wie ich im ersten Moment vermutete und die Pantoffeln sollen demnach nicht bedeuten, dass ich zukünftig öfter daheim sein soll, um mich um sie zu kümmern. Hat mir das, glaub ich, auch ziemlich übel genommen, dass ich das von ihr georderte Schokoladen-Mousse fürsorglich, wie ich nunmal bin, gleich abbestellt habe...

Sonntag, 10. Mai 2009

Muttertag

Mutter, was ist los mit dir - du siehst so metrisch aus.
(Uralter Schlosser-Gag)

Jetzt hätt ich doch beinah Muttertag verpennt. Grad noch die Kurve gekriegt und angerufen, sonst wär das zweite Erbteil wohl auch flöten gegangen.Puh!