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Dienstag, 23. Februar 2010

Kap der Angst

In meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich mich ja letztens dazu hinreissen lassen, einen Post zu versprechen, der davon handeln soll, wie, wo und vor allem wann denn der Demian mal Angst hat. Oder hatte.
Nun, hier ist das gute Stück:

Dänemark, das Land, wo die Mädchen willig und die Bierpreise hoch sind; kausale Zusammenhänge sollen hier und jetzt weder hergestellt, noch erörtert werden.
Wir sehen einen Mast. 18 Meter ragt er in die Höhe. An seinem oberen Ende schaukelt er etwa 2 Meter mit der jeweiligen Windrichtung, wobei "Wind" in dem Fall nicht mehr ganz zutreffend scheint. Meteorologen und gemeiner Pöbel sprechen gemeinhin von Sturm oder sogar Orkan, was bei Geschwindigkeiten von ca. 140 km/h durchaus zutreffend ist.
Mit dem Mast schaukelt, weil er nämlich dran hängt, am Maste, Demian. Was so nicht geplant war, sollte doch eigentlich ein Zelt darum und daran errichtet sein. War's auch, bis ein paar völlig verpeilte Catering-Hiwis die Eingangstür aufliessen, was der Herr Orkan als Einladung empfand, kurzerhand ins Zelt hereinwehte und von unten heraus alles zerfetzte, was dereinst die Kuppel bildete, 32mm starke Stahltrossen einbezogen. Tonnenschwere Planen, Takelagen, Vertäuungen und sogar Heringe wirbeln durch die Luft. Wer sich jetzt denkt: Toll, da fang ich doch einen und brat mir den...nein, wir reden von Zeltheringen, die jedoch, im Unterschied zu dem, was so gemeinhin der Camper zum Verankern seiner Behausung verwendet, einmeterfünfundzwanzig lang und bis zum Kopf im Erdreich versenkt sind und einen Durchmesser von 8 Zentimetern haben, ein jeder davon gut und gerne 12 kg schwer.
Und oben auf seinem Maste, übrigens von der lokalen Polizei und Feuerwehr so angeordnet, klammert sich Demian fest und versucht mit der freien Hand, einen mehrere hundert Kilo schweren Befestigungsring, der an einer letztlich verbliebenen Stahltrosse hängt, kontrolliert abzulassen, damit man den dämlichen Mast zerlegen und abbauen kann, um die umliegenden Häuser vor weiteren geschossartigen Stahlteilen zu schützen.
Alles schön und gut, mag man denken, doch wer schützt Demian, dem die Teile, Trossen, Schäkel und sonstwas nur so um die Ohren peitschen?
So dauert's auch nicht lange, bis ihn die Fetzen einer Plane erwischen.
Es soll an dieser Stelle vielleicht hinzugefügt werden, dass eine solche Plane bzw. ein Teilstück derselben ein Gewicht von 170 kg der Quadratmeter sein eigen nennt.
So muss man sich fühlen, wenn man von Mike Tyson ein paar auf die 12 gekriegt hat oder mit dem örtlichen Schulbus kollidiert ist.
Demian wird's arg schwummrig und noch so 'nen Hieb kann er bestimmt nicht verkraften, sieht er doch schon vor lauter Sternchen nicht mehr, was er wo und wie entfernen, aufschrauben oder wieder verbinden soll.
Irgendwie schafft er es jedoch, die letzte verbliebene Trosse zu kappen und den Stahlring an einem notdürftig installiertem Flaschenzug herabzulassen. Jetzt nur noch die 9 Zweimeterstücke Mast abbauen. So nähert er sich langsam, aber beständig dem einigermassen sicheren Erdboden. Um ihn herum tobt das Chaos, doch Demian ist mittlerweile völlig ruhig. Gekonnt routiniert bewältigt er den Job. Er ist über den Punkt hinaus. Als er da oben hing, dachte er kurzfristig, es sei aus mit ihm. Resignation und die Angst, von einem herumwirbelnden Teil so getroffen zu werden, dass er abstürzt oder sich sämtliche Knochen da oben bricht -was wahrscheinlich aufs Selbe raus gekommen wäre- haben von ihm gelassen.
Unten wird er von Sanitätern in Empfang genommen, die ihn ins nächstgelegene Krankenhaus bringen, wo ihm 4 gebrochene Rippen, ein Ellenbruch und unzählige Hämatome in sämtlichen Formen, einige davon Aldi-Tüten-gross attestiert und ärztlich versorgt werden.
Danach muss er erstmal seine Unterwäsche wechseln.

Samstag, 6. Februar 2010

Höllenglocken

Wer unter dieser Überschrift für mich völlig überraschenderweise etwas Anderes als das jetzt Folgende erwartet hat, der möge sich bitte per Email, Fax, Brieftaube oder Postreiter mit mir in Verbindung setzen, ich schicke ihm dann den entsprechenden Link.

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Sie kommen von ganz unten drunter, in ihren Adern fliesst Gleich-, wie auch Wechselstrom, ihre Leadsänger erliegen gelegentlich schonmal dem gemeinen Drogentod und der Gitarrist erschliesst sich mit seinem Bühnenoutfit eine seit über 30 Jahren wachsende Fangemeinde im Kreise der mittelalten Mütter, die ihm gerne mal ein Pausenbrot schmieren möchten.
Wer jetzt immer noch nicht weiss, von wem die Rede ist, der möge sich bitte schnellstens auf die Schnellstrasse zur Hölle begeben, bevor ich ihn mit einer Ladung hochexplosiven Sprengstoffs von seinem ignoranten Leben erlöse.
Das Konzert als solches wäre kein Grund gewesen, die Herrschaften hier zu erwähnen, spielte sich das Ganze doch eher im Bereich der Routine ab, jedoch waren ein paar meiner Männer zur Bewachung der Notausgangstüren abgestellt, wo es sich der ein oder andere Fan gerne mal gemütlich macht. Dann zeigt man ihm, böse mit dem Zeigefinger wedelnd, dass derartiges Verhalten nicht geduldet wird und er seinen Kadaver gefälligst woanders zur Ruhe betten soll.
Peter ist ein Spezialist in diesen Angelegenheiten. Mit viel psychologischem Feingefühl und fast unverständlichem österreichischen Akzent ausgestattet, nähert er sich dem Opfer, macht ihm auf charmanteste Art und Weise klar, dass es sich kurz vorm Aushauchen seines relativ blühenden Lebens befindet und sich unverzüglich schleichen soll.
Ich meine, ich muss es wissen, habe ich ihn doch selbst, also quasi eigenäuglich, dabei beobachten können, um ihm danach unentgeltlich Tipps für ein gesundes Altwerden auf seinen Lebensweg mit zu geben.
Eine dieser Survival-Regeln lautet: Lass die Finger von Menschen, die zwei Köpfe grösser, doppelt so breit oder einfach nur in Lederjacken mit Jeans-Kutte gehüllt sind, die sie als Mitglied einer Rocker-Gang ausweisen.
Peter ist nicht sehr gelehrig.
Nachdem das Set abgebaut, einige Flaschen JD geleert und die Halle von Überbleibseln des Geschehens - in der Regel hysterische Weibsen, die nicht schnallen, dass sich die Stars schon lange im Bett oder Flugzeug befinden- befreit ist, machen wir uns auf den Heimweg, was uns nach knapp 20 Stunden Knochenjob zugestanden sein soll, da stellen sich ungefähr 150 Mann in selbigen, den Weg nämlich.
Wir sind 40. Ausgepumpt. Zu nichts mehr fähig.
Als Deeskalationsprofi erkenne ich natürlich sofort den Ernst der Lage, geselle mich zum Präsi des Vereins, mache ein paar nette Bemerkungen über sein Gefährt, eine Harley Fat Boy ("Schönes Mopped, is' ne Kreidler Florett, oder") und ziehe ihm beim ersten Anzeichen agressiven Verhaltens -und als solches werte ich mal sein Augenzucken- mit meinem Siegelring eine blitzsaubere Hasenscharte, nehm ihn in den Schwitzkasten und fordere seine Jungs auf, wenn sie sich nicht schon wieder mit dem lästigen Wahlvorgang zum Präsidenten konfrontiert sehen wollen, die Biege zu machen, was der Mann in meinen Armen durch heftiges Röcheln zu befürworten scheint.
Und so geschah es denn auch.
Gott oder wer auch immer den Part des Gegenspielers des Teufels inne haben mag sei Dank, hörte ich sie doch innerlich schon, die Glocken der Hölle, die den Eintritt Demian's in selbige musikalisch begleiten.
Von Präsi und Peter habe ich mich gleich im Anschluss getrennt, vom Ersteren, weil er so lernfähig war, vom Zweiten, weil er's eher nicht war.

Sonntag, 17. Januar 2010

Willy ausser Stadt

Vorab: Der Mann ist vielleicht nicht ganz so bekannt und man sollte, sofern man das denn moechte, lieber eine Uebersetzungsmoeglichkeit im Franzoesischen suchen. Auserdem ist er schon tot, wofuer ich jedoch keinerlei Verantwortung uebernehme.
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Eines schoenen Tages, man plant die Durchfuehrung eines Konzerts mit oben genanntem Herrn, erhaelt Demian einen Anruf des lokalen Veranstalters selbigens, wo ihm mitgeteilt wird, der angeheuerte Fahrer des Stars sei unauffindbar, weit und breit kein Ersatz in Sicht und ob er nicht eventuell im Besitz einer angemessenen Limousine sei, die den Herrn adaequat durch eine bayrische Grosstadt transportieren koennte, nebst Chauffeur natuerlich.
Das Fahrzeug stellt nicht wirklich ein Problem dar, ist er doch erst kuerzlich gezwungen worden, seinen ueberaus schnittigen Sportwagen gegen ein Exemplar des englischen Herstellers mit dem Kaetzchen auf dem Kuehler auszutauschen. Beim Fahrer wird's schon schwieriger. Demian ist ein bisschen eigen, wenn es um seine Frauen und Autos geht - da laesst er nicht jeden ran, hat aber auch keine Zeit und Lust, den Job selbst zu erledigen. Nach kurzer, intensiver Suche wird ein des Auftrags wuerdiger Mensch gefunden und unter Androhung totalen Liebesentzugs, fuer den Fall, dass dem Auto etwas passieren sollte, auf den Weg geschickt.
Es dauert nicht lange, bis ihn ein Anruf erreicht.
Tony, der Fahrer, hat Beunruhigendes zu vermelden: Willy ausser Stadt sei naemlich bis oben hin mit Drogen vollgepumpt, versuche sich gerade eine Spritze zu setzen und beleidige aus dem geoeffneten Wagenfenster heraus Passanten und Kleinkinder.
Demian teilt ihm mit, dass das ziemlich scheisse sei, weil ihn die Kleinkinder ja gar nicht verstuenden und somit auch nicht angemessen reagieren koennten; er solle das doch bitte unterlassen und desweiteren naehme man in Demian's Gefaehrt keine Drogen zu sich. Bei Nichtbefolgung sei ein Mega-Anschiss faellig, und zwar vom Inhaber himself.
Demian hat ueber die Jahre immer wieder feststellen muessen, wie seinen Mitteilungen die noetige Schaerfe abhanden kommt, wenn er sie nicht selbst ueberbringt. So auch hier. Nach etwa weiteren 5 Minuten erfolgt Anruf Nummer 2. Der Herr scheint nicht gewillt, sich von einem popeligen Fahrer, wie er sich auszudruecken pflegt, Anweisungen bezueglich seines Verhaltens geben zu lassen.
Na gut, dann eben von Demian, und sollte der auch nur den Ansatz des Wortes "popelig" oder Vergleichbares vernehmen, ja, dann sei's naemlich aus mit der unentgeltlichen Personenbefoerderung. Mein Auto, meine Regeln. Basta.
Dann hoert er die zwei Worte, die so gerne mit f u abgekuerzt werden, worauf der Auftrag ergeht, den Herrn doch bitte unverzueglich aus dem Fahrzeug zu entfernen.
Und so fand sich Willy ausser Stadt ploetzlich mutterseelenallein in der Stadt wieder, kam zu spaet zum Konzertbeginn und bekam darueberhinaus auch noch einen gediegenen Einlauf von Demian.
War, glaub ich, nicht sein bester Tag.
In jeglicher Hinsicht.

Samstag, 16. Januar 2010

Michael

Michael, der sich normalerweise der Entstehungsgeschichte zugehörig fühlt, kann nicht so besonders gut singen.
Das ist schlecht.
Michael ist sich dessen aber bewusst.
Deshalb lässt er das von einem seiner mitgebrachten Mechaniker erledigen.
Das ist gut.
Noch besser ist, dass Michael und seine Mechaniker überaus umgängliche Menschen sind, für jeden Spass zu haben und auch Demian's Anliegen -es handelt sich ausnahmsweise mal nicht um einen Gag- wohlwollend gesonnen zeigen.
Wie wir ja alle wissen, singen die Jungs über die verpasste Chance, seinem Vater gewisse Dinge gesagt zu haben, während jener noch unter den Lebenden weilte, was einem -hierbei nehme ich Bezug auf den Liedtext- schonmal für ein paar Stunden die Laune vermiesen kann.
Oder Tage.
Oder Wochen, so wie es bei Demian's Freundin der Fall ist.
Da bittet Demian doch mal um eine diesbezügliche Ansage und Widmung der Herren Reparateure, damit die etwa 30.000 Besucher ergriffen sind und Demians Freundin sich verstanden fühlen mag.
So war's denn auch.
Ende der Geschichte.
Und die Moral selbiger?
Nun, man hat glaub ich selten einen unsichereren Demian gesehen als vor dem Moment der Ansprache und namentlichen Widmung, war er sich doch keineswegs hundertprozentig der eventuellen Folgen und Wirkung sicher.
Aber ist ja alles gut gegangen.
Manchmal lässt ihn sein Gespür halt nicht im Stich.
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Mein Kind wird niemals ein derartiges Problem haben.
Bin ja unsterblich.
Ausserdem werden wir unsere Konflikte im Boxring austragen.
Ich will 'nen Jungen.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Danke

...für die Beglückwunschungen. In den vorangegangenen Kommentaren sind so ein paar Fragen aufgeworfen worden, die ich, sobald es mein Alkoholpegel bzw. der nachlassende Kater es zulassen, in Form von Posts beantworten werde.
Hat mich echt gefreut, unter euch einige zu finden, die meine Freude offensichtlich teilen. Aber - und damit komm ich zur Einlösung des Versprechens, ein weiterer Post zum Thema Rock'n Roll - lest selbst, wie mir gewöhnlich zu besonderen Anlässen gratuliert wurde.

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Demian war, man mag es heute kaum noch glauben, auch einmal jung und obwohl unsterblich, hat er jedes Jahr so etwas wie Geburtstag. Das hindert ihn nicht, selbigen mit Arbeit zu füllen. So findet er sich, sagen wir einfach mal, es ist der 27. Jahrestag seines bewegenden Lebens, plötzlich von seinen Mannen umrundet, mit Ohrstöpseln und Augenbinde versehen, im Innenraum einer Grossraumhalle wieder. Die Stöpsel werden entfernt, worauf ein ziemlich schräger Chor aus etwa 120 Mann Bühnenpersonal ebenso schräg "Happy Birthday to you" intoniert.
Soweit, so schlecht. Als die Folter endlich vorbei ist und Demian sich wieder dem Tagesgeschäft widmen will, ertönen von der Bühne - es ist mittlerweile Proben-Zeit - ziemlich bekannte Klänge. Als ob es nicht genug wäre, jemandem Treppenlift-Vertreter ins Haus zu schicken, fängt der Herr Mai an (hätt jetzt beinah:"Und der Flötenschlumpf fängt an..." geschrieben, hab aber, ob der zu erwartenden Konfusionen drauf verzichtet), kurz drauf löst ihn der Herr Quecksilber ab, gesanglich gesehen, und der Rest der königlichen Truppe hat derweil auch die Arbeit aufgenommen.
Fragen die mich doch ernsthaft, wer denn ewig leben möchte.
Na, ich z.B.
Demian MacLeod.
Es kann nur einen geben.
Wär ja auch ziemlich langweilig, wenn jeder hier solche Erlebnisse schreiben würde.
Oder?

Samstag, 26. Dezember 2009

Demian on Tour

Ich weiss, ihr seid alle einsam, keiner spielt mit euch und die Nachbarn wechseln die Strassenseite, wenn sie euch erblicken. Aber dafür gibt's ja Blogs. Man kann sich stundenlang langweilen, ohne dafür teure Kino-Eintrittskarten zu kaufen oder gar zu heiraten.
Mist, wie krieg ich jetzt die Kurve zu dem, was ich eigentlich sagen wollte?
Ahja, laut der unheimlich toll funktionierenden Google-Analytics-Funktion-Dingensbummens hier gibt es jemanden, der quasi hier bei mir im Blog wohnt: Und das ist niemand Geringerer als MEM. Daher habe ich mich entschlossen -eigentlich wollte ich ein Sofa für sie hier einbauen- ihr ein besonderes Geschenk zu machen - nämlich einen Herzinfarkt.
Achtung, aufgemerkt, es folgt die wie immer leicht verschlüsselte Enthüllung, mit wem Demian dereinst die Welt bereist und erobert hat.
Ein kleines Rätsel muss schon sein, da bin ich ja eisern.
Also Mem, welches Sternzeichen ist (hat? Wie sagt man da?) Demian?

Montag, 21. Dezember 2009

BROKEN ENGLISH

Spricht man von exotischen Ländern und deren noch exotischeren Einwohnern, kommt man nicht umhin, die Schweiz zu erwähnen. Neben Uhren, Schokolade und einigen recht passablen Skifahrern und -springern hat dieses Land, so wir es denn als solches bezeichnen mögen, ist es doch in Wirklichkeit nur eine Ansammlung von Stämmen, die man in der zivilisierten Welt nicht haben wollte und die sich daraufhin in die - da mach ich gerne Zugeständnisse - imposante Bergwelt verkrochen haben, einen bemerkenswerten Vertreter der regionalen Volksmusik hervor gebracht. Weil aber keiner die Schweizer versteht, singt der Bub englisch, jedenfalls glaubt er, was er da über die Lippen bringt, sei es.
Von Beruf ist er wohl Plattenaufleger, das kürzt er jedoch ab. Auf englisch, was sonst. Was danach folgt, bezeichnet in Spanien einen eher unterdurchschnittlich intelligenten Menschen. Das will ich ihm hier nicht unterstellen, allerdings hab ich mal meinen rechten Fuss bei ihm untergestellt, genauer gesagt unter einen seiner Lampenwagen. Das ist so ein Stahlgebilde, in dem man Light-Bars aufbewahrt. Voll bestückt wiegt so ein Teil gut und gerne einige Zentner und weil das keiner wuppen kann, ist das Teil berädert, an jeder Ecke eins. Der Helvete ansich hats jetzt aber nicht so mit den geometrischen Formen, so produziert er ja auch dreieckige Schokolade. Ums kurz zu machen: Das Ding hatte nur drei Räder und in einer Verkettung unglücklicher Umstände und unglaublicher Blödheit des den Wagen Schiebenden, geriet mein Fuss unter die Ecke mit ohne Rad.
Ich bat ihn höflich, jedoch bestimmt, um nicht zu sagen überlaut, es zu entfernen, was ihm beim ersten Anlauf nicht so recht gelingen mochte. In meinem Bemühen, nicht zu kleinlich zu sein, gab ich ihm grosszügig eine zweite Chance, die er leider auch versemmelte. Das Ganze wurde zu dem Zeitpunkt doch ein wenig schmerzhaft und ich liess mich zu der Ankündigung hinreissen, den Wagen mitsamt Schieber dem Artisten demnächst rektal einzuführen. Allerdings war ich mir nicht so ganz sicher, ob ihm das vielleicht gefallen hätte und so bat ich zwei meiner Männer, mich aus dieser überaus misslichen Lage zu erlösen.
"Ui, das sieht nicht gut aus", sprach einer von ihnen, als er mich von Schuh und Socke befreit hatte," da solltest du eventuell 5 Minuten Auszeit nehmen."
Es sind diese kleinen Sternchen, die bei mir bei solchen Gelegenheiten immer wieder höchstes Entzücken auslösen, diese kleinen weiss aufblinkenden, bevor sie sich im Dunkeln des Augeninneren im Nichts auflösen.
Der Fuss war übrigens dreifach gebrochen, wie der zufällig anwesende Leibarzt einer englischen Tanzmaus eine Woche später diagnostizierte. In seinen medizinisch geschulten Augen sei ein Gips angebracht.
Hm, naja, ok, wenn's denn sein muss.

Ps: So ein Gips erschwert das Klettern ungemein.

Samstag, 19. Dezember 2009

Silent night, holy night

Achtung: Der folgende Film ist nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Monaten geeignet.
Er strotzt nur so vor Gewalt, gewaltverherrlichenden Statements, Sex und sonstigen Schweinereien. Also, sperrt eure Gören in den Keller oder Schuppen. Ah, ich merk grad, ist ja Wochenende, da macht ihr das ja eh.
Film ab:
Zur guten deutschen Firmentradition gehört eine Weihnachtsfeier. Da lässt sich auch ein Demian nicht lumpen und haut das hart verdiente Geld nur so raus, dass es eine Freude ist. Er hat mittlerweile die Dreissig überschritten und ist, dem Alter angemessen, ein wenig ruhiger und ausgeglichener. Die wilden Jahre mit übermässigem Alkohol- und Drogenkonsum scheinen passé, was ihn jedoch nicht davon abhält, seine Firmenweihnachtsfeier im Juli zu veranstalten. Bei strahlendem Sonnenschein soll's hinaus gehen auf die hohe See, wo man sich, so der Plan, zollfrei besaufen und nikotinierte Zauberstäbchen erwerben kann. Soweit der Plan.
Nun, man hat ein schönes Arrangement mit einem örtlichen Butterfahrtenbetreiber erzielt und will dieses in die Tat umsetzen. Dazu trifft sich die Kerntruppe, bestehend aus 15 Männern, bei Demian daheim, wo man - Demian hat eine Haushälterin, die ernsthaft überlegt, für die benötigte Menge an Hackfleisch eine Kuh zu schlachten - Spaghetti Bolognese vertilgt. Eine gute Basis muss schliesslich sein. Derweil wird schon mal die ein oder andere Flasche Jack Daniels in Angriff genommen.
Nach etwa einer Stunde ist man pappensatt und lattenstramm, was für den weiteren Ablauf dieses denkwürdigen Tages nicht unerheblich sein wird. Gemeinsam wankt man, zünftig mit roten Zipfelmützen austaffiert und fröhlich Weihnachslieder intonierend, zum lokalen Busbahnhof, wo eine von aufgebrachten Anliegern alarmierte Polizeistreife die wilde Horde in Empfang nimmt. Trotz erheblicher Artikulationsschwierigkeiten gelingt es Demian, die grünen Männchen von der Harmlosigkeit sowohl der Truppe als solcher, als auch deren Auftreten zu überzeugen.
So darf man den Bus besteigen. Ab hier wird die Geschichte etwas verworren, setzt sie sich doch aus einzelnen, von den Beteiligten mühevoll rekonstruierten und memorierten Fragmenten zusammen. Letztendlich wird man sich einig, folgende Version als die einzig wahre gelten zu lassen:
Der Busfahrer wird nach etwa 5km als völlig unfähig seines Postens enthoben und durch einen überaus versierten Gabelstaplerfahrer -immerhin Gasstapler- ersetzt. Durch diese Massnahme erreicht man das angepeilte Ziel in knapp 30 Minuten, was sonst etwa 75 dauert. Den Magen und die Nerven des ursprünglichen Chauffeurs beruhigt man mit mitgeführten Alkoholika, seinen Körper hat man sicherheitshalber fixiert, da er mit Ausstieg und Meldung bei seinem Chef droht.
Endlich steht man vor dem Schiff, eine niedere Charge verwehrt jedoch den Zutritt, worauf Demian schon wieder reden muss, diesmal mit dem Kapitän, doch auch jener bleibt hart und mit Hinweis auf den unsachgemässen Alkoholgebrauch weigert er sich, die Truppe aufs Schiff zu lassen.
Hm, was nun? Einige wollen Schiffe versenken spielen, müssen jedoch leider feststellen, dass Schiffe aus Stahl kein Ventil zum Luftrauslassen haben und geben auf. Irgendwer kennt sich in dem Kaff aus und verweist auf eine Gastwirtschaft, wo man bestimmt willkommen sein wird. Auf dem Weg dorthin müssen einige mal und begeben sich in einen Vorgarten, was dem Besitzer nicht zu gefallen scheint und schon wieder sieht man sich der Staatsgewalt gegenüber, die, nichts als Unsinn im Kopp, die Jungs, die Schlagstöcke zücken und zum Einsatz bringen. Das ist fürwahr keine gute Idee, sind Demian's Jungs doch allesamt als eher etwas kräftiger zu bezeichnen und scheuen sich auch nicht, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. So sieht man beispielsweise den Head-Rigger sich mit 4 Grünen vergnügen, dabei "War is over" singend. Irgendwie gelingt es einem Staatsbeamten leider, Verstärkung anzuforden und so sehen sich Demian's Jungs plötzlich mindestens einer Hundertschaft gegenüber, deren Aussergefechtsetzung ob des Alkoholspiegels als unmöglich beschieden wird und so zückt man die weisse Fahne.
Am nächsten Morgen wacht man in gefliesten Räumlichkeiten auf, droht dem anwesenden Personal mit Anwälten und/oder einer Extra Tracht Prügel, worauf man in die Freiheit entlassen wird.
Kurz drauf trudelt bei jedem der Beteiligten ein Strafbefehl und eine Zahlungsaufforderung für die Übernachtung in der Ausnüchterungszelle ein, was, es sei nur nebenbei bemerkt, ungefähr dem Preis einer Nacht in einem 5 Sterne-Hotel entspricht. Die Strafbefehle fallen etwas höher aus. Demian bezahlt den ganzen Rotz, schwört sich jedoch, ab sofort die Weihnachtsfeier im Dezember stattfinden zu lassen.
Dabei ist er geblieben.

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Scheisse, jetzt hab ich das mit dem angekündigten Sex vergessen. Naja, dann erzäl ich euch halt demnächst mal, wie wir in einen norditalienischen Puff eingefallen sind.
Bleibt gespannt.

Samstag, 12. Dezember 2009

Nackich vor der Himmelstür

Nicht vielen Bands oder Einzelkämpfern war's vergönnt, von Demian geradezu vergöttert zu werden, und zwar so sehr, dass er alle Ethik des Geschäfts, die Künstler nicht mit Autogramm- oder gar Erinnerungsfotowünschen zu behelligen, vergisst und sich auf den Weg zur Garderobe macht, wo ihn die Herren Waffen und Blümschen zwar nicht gerade begeistert, obschon relativ erstaunt erwarten.
Man teilt, es sei erklärend hinzugefügt, nicht nur den Musik-, sondern auch den Getränkegeschmack, hat also ein festes Fundament für eine tiefe, sich anbahnende Freundschaft. Und doch steht Demian vor der Himmelstür und muss sich ein wenig innerlich fassen, bevor er zart, jedoch bestimmt selbiger ein Tock-Tock entlockt.
Aus dem Raum dringen aufgeregte Stimmen, vom Herrn Blümschen ist ein "Mach auf, sind bestimmt die Chicks" zu vernehmen.
Ehrfürchtig betritt Demian die gesegneten Räumlichkeiten und schaut - in etwas zu länglich geratene Gesichter, denn was das weibliche Erscheinungsbild betrifft, kann er grad mal mit hüftlangen Haaren aufwarten.
"Hm ja, die hier hat besonders geile Möpse...Körbchen 120 A, würd ich mal schätzen". Es ist der Herr mit den zwei Z im Namen, dem dieses leicht enttäuschte, wenngleich doch recht zutreffende Statement entfleucht, bevor er Demian 'ne Pulle Lebenselixier zum Trunke reicht, welche jener nur allzugern entgegennimmt, sich daran labt, seinen Wunsch vorträgt und sich zu den Herren aufs Sofa begibt, um die Ankunft der Hasen nicht zu verpassen, bevor er sich wieder der Routine widmet, mit Autogramm, Foto und dem brennenden Gefühl im Herzen, dass soeben ein Traum, ein versteckt gehegter, in Erfüllung gegangen ist.

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Und wenn ich dereinst meinen Weg in die Hölle antreten werde, so wird's mir nix ausmachen, kann ich doch ruhigen Gewissens behaupten, bereits an die Himmelstür geklopft zu haben und im Gegensatz zur allegorischen wurde ich dort freundlich empfangen. Naja, zumindest nicht abgewiesen.

Freitag, 11. Dezember 2009

Die Nacht der lebenden Leichen

Am siebten Wochentag, dem schwarzen, an dem der Gläubige ruhen soll, trug es sich zu, dass Demian eine wahrhaft tragende Rolle im Musikzirkus zuteil wurde, da ein Leadsänger, die Bezeichnung wohl nicht mehr ganz verdienend, nicht mehr in der Lage war, die etwa 50 Meter von der Garderobe über den Catwalk zum Ort des weiteren Geschehens, gemeinhin auch als Bühne bezeichnet, zurück zu legen.
Einstmals strahlender Vorreiter einer ganzen Musikrichtung, so gab sein damaliges Auftreten, wir reden vom letzten Ruhetag des Jahrtausends, wie die Tournee recht grosskotzig betitelt wurde, doch Anlass zur Sorge. Ich will's mal so sagen: Wollte man beispielsweise seinen Kindern die verheerende Wirkung von zu ausgiebigem und langwierigem Drogen- und Alkoholkonsum vor Augen führen, wäre es ratsam gewesen, ein Ticket für die Show zu kaufen.
Und dabei fing alles so schön an - wieder einmal war es gelungen, frühzeitig den Aufbau zu beenden, man sitzt zusammen, versucht ein wenig vom Hauch der Legende zu erhaschen, die Aura einzufangen, zu konservieren und archivieren, um dereinst seinen Kindern, Enkeln oder Bloglesern selbige Eindrücke wahrheitsgetreu wiedergeben zu können, da klopft es am Tore. Man gewährt dem Fremdling Einlass und lässt ihn sein Begehr vortragen: Nun, der Herr, der einstmals lebendigen Hühnern auf der Bühne die Köpflein abbiss, sähe sich leider ausser Stande, seinem aufgeschwämmten Körper die nötige Energie abzufordern, um sich zum Ort des Geschehens zu bewegen, teilt uns ein Tourmanager mit und wie wir diesem Problem abzuhelfen gedenken.
AOK-Chopper wird als unwürdig abgelehnt, abseilen als zu gefährlich. Da plötzlich, aus den Niederungen des Raumes, kommt der Geistesblitz: Ein Sarg muss her. Man hat noch etwa anderthalb Stunden bis Anpfiff, leider stellt sich schon nach den ersten Anrufen heraus, dass es quasi unmöglich ist,abends um 9 'nen Sarg zu kaufen.
Aber man hat ja Werkzeug und Holz lässt sich auftreiben. Noch ein bisschen schwarze Farbe, fertig ist die Vampirsbehausung.
Und in der wird er on stage gebracht, standesgemäss von vier Herren in schwarz, von denen einer gemeinhin Demian genannt wird und sich die Chance nicht entgehen lässt, eine Legende zu Grabe zu tragen, womit ihr eure metaphorischen Gedanken zu Verknüpfungen auffordern dürft.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Ehrlich währt am längsten?

"Schau mal, Demian, hab ich mir heut gekauft. Und das Tollste: das is' Grösse 34...und passt wie angegossen."
"Trulla...Hase...Spatzl, das is' Stretch, da würd sogar Moby Dick reinpassen!"
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Wenn ich das richtig verstanden habe, darf ich mir für die nächsten etwa 2 Wochen 'ne
andere Sexualpartnerin suchen...eventuell ergibt sich aber auch die Möglichkeit, sie um- und gnädig zu stimmen, indem ich ihr diese kleine Anekdote erzähle:
Er ist dem geizigsten Volk der Welt zugehörig und doch nicht Braveheart, der Besen, mit dem ich den Balkon fege(n lasse), hat die gleiche Frisur und in seinem ersten grossen Hit gibt er sich als Sportsmann zu erkennen, wobei nicht klar gesagt wird, ob es sich dabei um Wasser- oder Flugsport handelt.
Vor einiger Zeit nun begab es sich, dass dieser mittlerweile doch schon etwas ältere Herr eine Tournee verrichtete, die ihn mit Demian zusammenführte, wobei es sogar zu wenn auch zugegebenermassen recht kurzem Körperkontakt zwischen den beiden kam, weil nämlich Demian's Crew so dermassen schnell das Set aufgebaut hatte, dass Zeit für eine kleine Runde des deutschen Volkssports Nr.1 blieb. Und wie sie sich so den Ball zukickten, Demian und seine Mannen, kam der oben Erwähnte mit seinen Mannen dazu und schnell wurde ein Match ausgemacht: Road- mitsamt Stachelschweinchen gegen Local-Crew. Demian ist jetzt nicht so der Filigrantechniker, das macht er jedoch durch für seine Körperverhältnisse geradezu übermenschliche Schnelligkeit wett. So fällt es ihm auch nicht schwer, fast aus der gegnerischen Hälfte heraus den aufs Tor zueilenden Barden mit einer sauberen Blutgrätsche von den dürren Beinchen zu holen.
Und wie er so durch die Luft segelte, da kratzten sich einige am Kinn und dachten: Hm, da war doch mal was,so ein Lied, glaub ich.
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Und wenn ihr das nicht gefällt, erzähl ich ihr, wie ich O.O. auf die Bühne tragen musste, aber das ist, man ahnt es schon, 'ne ganz andere Geschichte.

Samstag, 14. November 2009

Wie macht man Demian ganz furchtbar böse?

Nun, das ist so schwer nicht - befolgt man einige einfache Regeln. Exemplarisch schildere ich mal folgenden Vorfall:
1 . Du hast eine Rockband (oder so was Ähnliches)
2 . Du bist Bassist dieser Band
3 . Du spielst mit deiner Band
4 . Du sprichst ein wenig deutsch
5 . Du nimmst während des Konzerts einen leeren, handelsüblichen Pappkarton und
befüllst ihn mit einer -ebenfalls handelsüblichen- Dose Cola und einem
(damals eher weniger, heute gar nicht mehr handelsüblichen)1000 DM-Schein
6 . Du forderst die Zuschauer und -hörer auf, sich die handelsübliche Dose Cola
aus dem handelsüblichen Karton als Erster zu schnappen, um den nicht so ganz
handelsüblichen 1000 DM-Schein als Prämie für deine Bemühungen zu ergattern.
7 . Du schaust jetzt fröhlich zu, wie etwa 9000 Leute deinem Ansinnen nachkommen und,
einem mittelschweren handelsüblichen Tsunami gleich, alles niederwalzen, was es
da so an handelsüblichen Sicherheitsvorkehrungen gibt, inklusive 40 Securities
(eher weniger handelsüblich, weil extrem muskulös und kräftig).
8 . Du rennst um dein Leben, weil Demian hinter dir her ist und dich mit einer
Saite deines Basses, den er dir hinterher geworfen hat, strangulieren will.
9 . Du entkommst ihm - knapp.
10. Du verkriechst dich in deiner Garderobe. Vorher nicht vergessen, die Tür
abzuschliessen!
11. Du verlässt die Halle durch den Hinterausgang und lässt dich nie wieder sehen
12. Du hast dir ursprünglich bei der Namensgebung der Band sehr viel Mühe gemacht.
Leider entspricht der Name (an dieser Stelle ein kleines Rätsel, um dessen
Nichtauflösung gebeten wird: 1. Teil - was fliesst in unseren Adern? 2. Teil -
nicht Katze 3. Teil - Bande, anderes Wort) so gar nicht deinem Verhalten.


Schon hat man einen sehr, sehr bösen Demian, der sich um Verletzte und zerstörtes Mobiliar und technisches Equipment kümmern muss.
Einfach, gelle?

Mittwoch, 4. November 2009

THE LITTLE DRUMMER BOY

Es waren einmal 2 Mädchen oder -relativ- junge Frauen, um genau zu sein, von denen das eine "Elisa" und das andere "Beth" genannt wurde. Eins von ihnen war die Ehefrau eines eher unterdurchschnittlich begabten Drummers einer überdurchschnittlich erfolgreichen Band, deren Mitglieder, ausnahmlos Männer, wie der Sicherheit halber hinzugefügt sein soll, niemals ihr wahres Gesicht zeigten. Das andere Mädchen war die Freundin eben jenes Trommlers und weil unser kleiner Haudrauf es satt hatte, seine Olle ständig am Telefon anzulügen, wenn er mal wieder bei seiner Freundin weilte, anstatt sich den ehelichen Pflichten zu widmen, schrieb er ein Lied für seine Frau, worin er ihr vorlog, ständig trommeln zu müssen und daher kaum daheim sein könne, der Wicht, der elendige.
Demian sind derartige Charakterzüge zwar fremd, unheimlich und abstossend, dennoch wollte er nicht umhin, die Chance beziehungsweise den Trommler zu ergreifen, um seinerseits seiner Freundin das Liedgut zu Gehör bringen zu lassen, beschreibt es, das Liedgut nämlich, doch die Sorgen und Nöte, Zeitmangel und fehlendes Couch-Potatoe-Gen, die vielbeschäftigte Männer so haben, wenn ihr Metier die Bühnen dieser Welt sind. Und zwar vom Autor, Komponisten und Sänger himself...via Telefon.
Klasse Idee, bringt bestimmt Pluspunkte auf der Karma-Liste.
Katzen oder wie Katze geschminkte Künstler fängt man ja bekanntlich mit Speck, also Speck angeboten. Zugegriffen.
(Kleiner Tipp: Sollte sich die Katze auf Diät befinden, tun's auch handelsübliche Drogen)
Während Demian fleissig die häusliche Telefonnummer eintippt, hört er gar abscheuliche Geräusche im Hintergrund, die, wie sich kurz drauf herausstellen sollte, nicht etwa von einem im Winterhalbschlaf in eine Falle getappten Bären, sondern von unserem Freund, dem verkappten Romantiker und Teilzeit-Songwriter.
Demian ergreift erstens die Flucht, zweitens 'nen Fünfziger und drittens die Gelegenheit, einem Strassenmusiker zu 'nem vollen Bauch und erster Gage zu verhelfen.
Der wird kurzerhand abkommandiert, das Liedlein vorzutragen. Zwar mosert er ein wenig, er wolle nicht wie eine von den Aristocats quer durch die halbe Stadt fahren, aber Klara Wieck kann ihn schliesslich doch überreden, es zu tun.
Ein voller Erfolg.

Demian's Ex weiss übrigens bis heute nicht, dass das nicht das Original war...
Und wenn ihm jemand dafür einen KUSS geben will (vielleicht auch in der englischen Variante)...nur zu.

Samstag, 17. Oktober 2009

Die wundersame Wandlung des Demian S.

Bestimmt haben sich alle schon mal gefragt, wie aus einem liebenswürdigen, aufstrebenden Studenten der Betriebs- und Volkswirtschaft (und Filosofie, aber das ist mir zu peinlich, um es hier zu schreiben), Werbetexter und Schmalspurliteraten, ehemaligen Kaufmann-Azubi so etwas wie Demian wird.
Nicht?
Egal, ich erzähl's euch trotzdem. Das war nämlich folgendermassen:
Eines schönen Tages klingelte mein Telefon, am anderen Ende gab sich Thommy zu erkennen, Freund und gelegentlicher Saufkumpan, dem eine helfende Hand für ein wochenendliches Konzert fehlte, was mich veranlasste, ihm diese zuzusagen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir erinnern uns ja an die erschütternde Lebensbeichte, zu finden unter "Einarmiger Bandit 1-9", die ich dereinst hier abgelegt habe. Ungeachtet meiner eingeschränkten Handlungsfähigkeit ("Stell dich einfach in eine Ecke und wenn dich jemand entdeckt, nimm irgendwas in die Hand und tu so, als seist du unheimlich beschäftigt"), sollte besagtes Konzert mein Einstieg sein in die wunderbare Welt der Riggs und Pipes, Eightlights und Laser, der Backline und Amps und was es da sonst noch so alles gibt, was entweder Krach oder Licht erzeugt oder aber zu entsprechender Regulierung herhalten muss.
Dummerweise hatte ich in meiner Aufregung vergessen, mich nach dem Künstler zu erkundigen, den wir ins rechte Licht rücken sollten. Nunja, hm, sagen wir mal so: Er, ein iberischer Schnulzenbarde, dessen Sohnemann mittlerweile in seine Bettlaken getreten ist, gehörte nicht unbedingt zu meinen All-Time-Favs. Der Umstand, dass der Veranstaltungsort, nachdem wir schon halb aufgebaut hatten, kurzfristig verlegt werden musste, da die dusseligen Sesselpupser von der Veranstaltungsagentur das Event völlig vergurkt und die doppelte Menge Eintrittskarten unter die hysterische Hausfrauenmasse gebracht hatten, förderte meine Laune auch nicht unbedingt. Doch was soll's? Das bereits Aufgebaute wieder abgebaut, verladen, wieder ausgeladen und wieder aufgebaut, findet sich Ibero-Schnulzi ein und bemängelt fehlende Auslaufmöglichleiten auf der Bühne. Also werden noch schnell ein paar Wings angebaut, Konzertbeginn verlegt und zusätzlich noch Bestuhlung anberaumt. Mittlerweile sind wir gute 24 Stunden im Einsatz, meine Kondition ächzt genau wie meine Knochen, ich bin verschwitzt und stinke nach Kettenöl. Ich verfluche den Tag, an dem ich mir ein Telefon zulegte. Ich will schlafen, dummerweise soll ich aber aufpassen, dass Schnulzi während der Show nicht in den Graben fällt.
Tut er nicht. Danach noch schnell abbauen. Das zusätzliche Material zum Verleih zurück bringen.
Geschafft.
Der Blick auf die Uhr verrät, dass wir mittlerweile fünfunddreissigeinhalb Stunden am Stück malocht haben, von diverslichen Essenspausen -irgendwo muss die Energie ja herkommen- mal gnädig abgesehen. I will hoam. Nix da, jetzt wird noch abgerechnet, einer nach dem anderen, 70 Leute. Ich überlege, mit welchem am Leatherman befindlichen Werkzeug ich Thommy in die ewigen Jagd- und Soundgründe schicken werde. Endlich bin ich an der Reihe. Nachdem er mich ausgezahlt hat, lege ich ihm nah, meine Telefonnummer weg zu schmeissen oder zu verschlucken. Jedenfalls soll er mich nie, nie, unter gar keinen Umständen mehr anrufen. Ausser es handelt sich um 'ne Sauftour. "Ihr seid alles Wahnsinnige", rufe ich ihm noch beim Rausgehen zu. Bin zu müde, um Auto zu fahren und schlafe gleich mal 12 Stunden in der Karre. Immerhin sind, alles in allem, von Arbeitsbeginn bis -ende, gute 40 Stunden vergangen.
2 Wochen später klingelt mein Telefon erneut, Thommy erkundigt sich besorgt nach meinem Befinden und lässt in einem Nebensatz anklingen, dass er noch jemanden sucht, der ihm eine helfende Hand reicht, die er weiter zu geben gedenke...und zwar an die beste Rockband aller Zeiten...
Ein halbes Jahr später habe ich Thommy seine Firma abgekauft.