Wer unter dieser Überschrift für mich völlig überraschenderweise etwas Anderes als das jetzt Folgende erwartet hat, der möge sich bitte per Email, Fax, Brieftaube oder Postreiter mit mir in Verbindung setzen, ich schicke ihm dann den entsprechenden Link.
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Sie kommen von ganz unten drunter, in ihren Adern fliesst Gleich-, wie auch Wechselstrom, ihre Leadsänger erliegen gelegentlich schonmal dem gemeinen Drogentod und der Gitarrist erschliesst sich mit seinem Bühnenoutfit eine seit über 30 Jahren wachsende Fangemeinde im Kreise der mittelalten Mütter, die ihm gerne mal ein Pausenbrot schmieren möchten.
Wer jetzt immer noch nicht weiss, von wem die Rede ist, der möge sich bitte schnellstens auf die Schnellstrasse zur Hölle begeben, bevor ich ihn mit einer Ladung hochexplosiven Sprengstoffs von seinem ignoranten Leben erlöse.
Das Konzert als solches wäre kein Grund gewesen, die Herrschaften hier zu erwähnen, spielte sich das Ganze doch eher im Bereich der Routine ab, jedoch waren ein paar meiner Männer zur Bewachung der Notausgangstüren abgestellt, wo es sich der ein oder andere Fan gerne mal gemütlich macht. Dann zeigt man ihm, böse mit dem Zeigefinger wedelnd, dass derartiges Verhalten nicht geduldet wird und er seinen Kadaver gefälligst woanders zur Ruhe betten soll.
Peter ist ein Spezialist in diesen Angelegenheiten. Mit viel psychologischem Feingefühl und fast unverständlichem österreichischen Akzent ausgestattet, nähert er sich dem Opfer, macht ihm auf charmanteste Art und Weise klar, dass es sich kurz vorm Aushauchen seines relativ blühenden Lebens befindet und sich unverzüglich schleichen soll.
Ich meine, ich muss es wissen, habe ich ihn doch selbst, also quasi eigenäuglich, dabei beobachten können, um ihm danach unentgeltlich Tipps für ein gesundes Altwerden auf seinen Lebensweg mit zu geben.
Eine dieser Survival-Regeln lautet: Lass die Finger von Menschen, die zwei Köpfe grösser, doppelt so breit oder einfach nur in Lederjacken mit Jeans-Kutte gehüllt sind, die sie als Mitglied einer Rocker-Gang ausweisen.
Peter ist nicht sehr gelehrig.
Nachdem das Set abgebaut, einige Flaschen JD geleert und die Halle von Überbleibseln des Geschehens - in der Regel hysterische Weibsen, die nicht schnallen, dass sich die Stars schon lange im Bett oder Flugzeug befinden- befreit ist, machen wir uns auf den Heimweg, was uns nach knapp 20 Stunden Knochenjob zugestanden sein soll, da stellen sich ungefähr 150 Mann in selbigen, den Weg nämlich.
Wir sind 40. Ausgepumpt. Zu nichts mehr fähig.
Als Deeskalationsprofi erkenne ich natürlich sofort den Ernst der Lage, geselle mich zum Präsi des Vereins, mache ein paar nette Bemerkungen über sein Gefährt, eine Harley Fat Boy ("Schönes Mopped, is' ne Kreidler Florett, oder") und ziehe ihm beim ersten Anzeichen agressiven Verhaltens -und als solches werte ich mal sein Augenzucken- mit meinem Siegelring eine blitzsaubere Hasenscharte, nehm ihn in den Schwitzkasten und fordere seine Jungs auf, wenn sie sich nicht schon wieder mit dem lästigen Wahlvorgang zum Präsidenten konfrontiert sehen wollen, die Biege zu machen, was der Mann in meinen Armen durch heftiges Röcheln zu befürworten scheint.
Und so geschah es denn auch.
Gott oder wer auch immer den Part des Gegenspielers des Teufels inne haben mag sei Dank, hörte ich sie doch innerlich schon, die Glocken der Hölle, die den Eintritt Demian's in selbige musikalisch begleiten.
Von Präsi und Peter habe ich mich gleich im Anschluss getrennt, vom Ersteren, weil er so lernfähig war, vom Zweiten, weil er's eher nicht war.
Von der Arbeit in einem Sexshop: 5 Euro
Vor einer Stunde
