Dienstag, 23. Juni 2009

Einarmiger Bandit (1)

Ich bin Rechtshänder. Absolut. Ich habe den linken Arm nur, weil's scheisse aussähe, wenn er nicht da da wäre. Klingt hart, ist es auch.
Zum besseren Verständnis dieses Gedankenganges sei die Geschichte vom Anfang her erzählt:

Am Anfang schuf ich die Welt. (Demian? Ja? Falsche Geschichte! Ok.)

Es ist die Nacht vom dritten auf den vierten Januar 1985, es ist kalt, um nicht zu sagen bitterkalt; der Frost hält alles in seinem eisigen Griff, was zwar für unsere Geschichte ansich unwichtig ist, aber mir hat mal jemand gesagt, ich solle mehr Atmosphäre in meinen Geschichten schaffen. Gut, also jetzt kann sich wohl jeder das Ambiente vorstellen, oder? Winter, Minusgrade
und mittendrin ein junger Mann, der, grad seinem Auto entstiegen, aufs Elternhaus zustrebt, wo er, weil er ja entgegen anderslautenden Gerüchten und Meinungen ein guter Sohn ist, zwecks Pflege und Fütterung der Pflanzen und Katze die urlaubsbedingte elterliche Abwesenheit abzumildern versucht. Forschen Schrittes sehen wir ihn dahineilen, weil's ja saukalt ist, wie wir mittlerweile wissen, den Schlüssel in der rechten Hand strebt er der Türe zu, die, ein wahres Meisterwerk holsteinischer Schreinerskunst, zum Grossteil aus Milchglas besteht. Davor ein Sockel, zwei Stufen, die unser Jüngling in einem Schwung nimmt, sich jedoch leicht verkalkuliert und von der Kante der oberen abrutschend, mit den Armen wedelnd um Halt bemüht, wie ein Torpedo durch besagte Haustür mit den Milchglaseinsätzen schiesst. Während der restliche Körper an den Holzverstrebungen scheitert, haben die Hände, hervorhebend sei hier die rechte
-mit Schlüssel darin klar bevorteilte- erwähnt,ihren Weg durchs Glas gefunden, weil es sich wohl gedacht hatte, dass, wer der Klügere sei, nachgäbe. Das Glas. Und so sieht er sich mit mehreren Problemen konfrontiert: zum einen füllt sich der Flur rasant mit Blut, zum anderen liegt der Schlüssel drinnen und damit unerreichbar, die Hände kriegt er auch nicht mehr raus...so drückt er, einer plötzlichen Eingebung folgend, mit der Nase die Klingel, eine durchaus artistische Leistung, für die er sich just in dem Moment sehnlichst Zuschauer wünscht.
Beten, du musst beten, kommt es ihm in den Sinn. Wie denn, Trottel, kriegst ja nicht mal die Hände zusammen. Also wieder Nase. Klingel. Noch hat er keine Panik; er konzentriert sein Handeln darauf, nicht in dieser bescheuerten Tür zu sterben, in dieser bescheuerten Haltung.
Die Schlagzeile: Verbluteter Trottel steifgefroren aufgefunden gönnt er der Lokalpresse nicht. Da plötzlich sieht er ein Licht...
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Fortsetzung folgt Donnerstag. Morgen ist Feiertag und ich bin unterwegs.

Kommentare:

Revoluzzzer hat gesagt…

Ouuuuuuuuuuuuuuuuh!

Na wenn dat ma kein gekonnter "CHEz Cliff"-Hanger war. >__>

Dolle Wuäss. Kannse doch nich machen jetze. *gna*

Und samme...bissi Tolpatsch warste schon. Ürgendwie. Oder? *grinsen muss auch wenns eigentlich nich lustig is*

Silberblut hat gesagt…

Tolle Geschichte ^^
Bin gespannt auf den Ausgang...

Aber... sach ma... Du kennst doch viele Leute.
Hast du zufällig Kontakte ins Umfeld von Jimmy Page?

Blossom hat gesagt…

o0 Krassomat. (Ja, ich weiß, das ist out... aber ich mag das Wort.)

Hättest du die Hände nicht mit einem Ruck wieder... äh... nee, wohl nicht. *autsch*

Da ist mein Schlafwandeln durch die Glastür bei meiner Oma (ja, die Box-Oma) ja nix gegen.

Mika hat gesagt…

Chris Angel von Mindfreak kann durch Glas gehen. Glaub das üben wir nochma n bißchen, nech Demian?

*hinsetz und das plötzlich auftauchende Licht am Ende der Story anstarr solangs nich weitergeht*

@_@

Demian hat gesagt…

Silberblut: 1. Warum funzt denn dat PW nich?
2. Jimmy Page? Der lebt noch?
öh, also ich bin ja nu man so'n paar Tage raus aussem Gewerbe, nech? Ich kenn ihn sogar persönlich, allerdings is die Frage, ob er mich kennt. Schreib mir doch ma nen Emil, watte willst und ich seh zu, watt ich tun kann. Is datt'n Deal? Kannst mir ja auch gleich datt PW zuschicken.

@alle anderen: ich denke ma, die Geschichte wird so 3-4 Einträge hergeben und ich erlaube mir mal, erst danach auf eure Kommis zu antworten.