Dienstag, 6. Juli 2010

Sorgen, nix wie Sorgen

Die grösste momentan ist, ob es der doch eher etwas kurz und nicht allzu kräftig geratene Herr Lahm schaffen wird, den Pokal in die Höhe zu recken. Vielleicht sollt ich nach Südafrika fliegen und Philip samt Pott hochstemmen?
Womit dann wohl auch die Frage geklärt sein dürfte, für wen mein fussballerisches Herz schlägt. Natürlich für Deutschland. Was denkt denn ihr? Nur weil ich in die dritte Welt gezogen bin, heisst das doch nicht, dass mein Land auf mich in so schwierigen Zeiten verzichten muss.
Jungs, ich bin bei euch, kann nix mehr schief gehen. Alles eine Frage der Motivation...und da bin ich ja bekanntermassen ein Ass.
Anlässlich dieser gewagten Behauptung möchte ich euch kurz mal in das Jahr 1988 zurück entführen, wo der Demian mehr oder weniger stolzer Chef eines recht florierenden Unternehmens war und es sich nicht nehmen liess, Motivationskurse selbst durch zu führen.
Wie wir ja alle wissen, ist es für Menschen, die sich dem schnöden Mammon und Demian verschrieben haben, unerlässlich, über glühende Kohlen zu laufen. Das macht Spass, wärmt Füsse und Seele und sorgt ausserdem für Selbstüberwindung, wofür bei einigen ja auch schon ein beherzter Blick in den Spiegel reichen soll.
Als Chef muss man immer alles vormachen, das reizt die Leute zusätzlich, können sie sich doch einbilden, das, was der Hampel da demonstriert, auch zu können.
Also Schuhe und Socken aus, die sich gen Nase richtenden Hände ignoriert und losmaschiert.
Am anderen Ende der Strecke Socken und Schuhe wieder an, die Erleichterung der Umstehenden wohlwollend registriert, tief Luft holen und zur Rede ansetzen: "Seht ihr, Leute, ganz einfach. Wichtig ist, sich nicht beirren zu lassen, Ich bin stark, ich schaffe das, Ich schaffe alles, bin der Grösste...na gut, in eurem Fall der Zweitgrösste, den Schmerz, so er denn auftauchen sollte, ignorieren. Noch Fragen? Gut, dann zünden wir die Kohlen jetzt an und warten 'ne halbe Stunde. Dann seid ihr dran!"

Samstag, 3. Juli 2010

Adios Diego

Da Serbien ja leider schon ausgeschieden ist, sehe ich keine Mannschaft, die in der Lage wäre, uns auf dem Weg zum Titel auf zu halten.
Was für eine Partie...

Freitag, 2. Juli 2010

Wenn der Müllmann zweimal klingelt

Frauen sind, man mag's kaum glauben, doch sehr unterschiedlich. Die eine, Trulla, hat mir Türverbot erteilt, will heissen, dass ich ab sofort nicht mehr die Tür aufmachen darf, wenn's klingelt. Vorhin eilte ich, weil's schellte und chinesische Nahrung geordert war, zur heimischen Pforte, steht da doch so'n Mensch im gelbfluoriszierenden Anzug und will mir 'ne Biotonne verhökern.
"Guter Mann", hob ich an, " da sind'se bei mir völlig verkehrt, betreibe ich doch schon seit Jahrzehnten aktive Mülltrennung!"
Um meine Behauptung zu unterstützen, kramte ich kurz in der Schublade und hielt ihm dann mit stolzgeschwellter Brust meine Scheidungsurkunde entgegen.
Die andere, Luisa genannt, liegt immer noch unterm Tisch.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Dreams of my reality

Mittlerweile gehe ich so gerne zur Arbeit, weil man mir dort gelegentlich die Illusion lässt, Chef sein zu dürfen.

Freitag, 18. Juni 2010

Waka Waka

Ich muss mein Leben ändern.
Dringend.
Gestern hätt ich mir beinah mit Enthaarungscreme die Zähne geputzt. Das ist schlecht und bedeutet, dass der Anteil weiblicher Personen in meinem Haushalt definitiv zu hoch ist.
Mein Nachbar mittelasiatischer Herkunft verdächtigt mich schon der Haremsbildung, dabei zwinkert er mir anerkennend zu.
Wenn der wüsste.
Ich darf mal kurz die derzeitige Konstellation skizzieren, ja?
Der Unbedarfte kann sich das in etwa so vorstellen: Demian steht vor der Tür, von innen dringen, kunterbunt gemischt, 3 Frauenstimmen an seine empfindlichen Gehörgänge, er schliesst auf, alles verstummt und ihn trifft ein Blick aus 6 Augen, der demjenigen nicht unähnlich ist, der die Sinne eines Mannes verdunkelt, wenn er versehentlich das Bahnhofsdamenklo betritt. Es werden neueste Ultraschallbilder begutachtet, doch auf die Frage, welches Resultat meine sexuellen Aktivitäten gebracht haben, wird mit Dackelblick geantwortet, das sei immer noch nicht erkennbar.
Ich glaub, die bescheisen mich. Ich mein, mir kannste auch das Foto eines eingeschweissten Schnitzels zeigen...was weiss denn ich, ob das da ein Dödelchen oder ein Kinderarm sein soll.
Da ist, man möge es mir nachsehen, doch ein wenig der Kragen geplatzt, zumal wieder nichts Essbares vorzufinden war.
Also rief ich bei der Telefonseelsorge an.
War natürlich 'ne Frau dran.
Die hat mich mit dem nächsten Pizza-Service verbunden.
Bin dann mit dem Pizza-Boten einen saufen und Fussball gucken gegangen.
Bei uns läuft ja abwechselnd "Ghost", "Dirty Dancing" und "Pretty Woman".

Sonntag, 30. Mai 2010

Herr, vergib ihnen...

denn sie wissen nicht, was sie (mir an-) tun.
Die weibliche, sich an meinem mittlerweile doch beachtlichen Einkommen schmarotzend weidende Phalanx wurde gestern durch Trulla's 7jährige Nichte komplettiert, die es sich nicht nehmen liess, mir nach Überreichung eines niegel-nagelneuen Fahrrades mitzuteilen, ich sähe scheisse aus. Nicht generell, nein, das nun doch nicht, jedoch sei mein schwarzer Neopren-Anzug sowas von altmodisch, dass es ihr leider unmöglich sei, sich mit mir in demselben steckend am Strand zu zeigen.
Ich bin's ja auch ein bisschen leid, dass mir wildfremde Leute Bälle zuwerfen mit der Erwartung, ich würde selbige - die Bälle nämlich, nicht die Wildfremden- auf der Nase balancieren.
Also nix wie rein in den Surfshop.
Das neonpinke Teil fand letztendlich ihre Zustimmung, nicht zuletzt, weil's -laut Nichte- so schön mit meinem weissen Haar harmoniere.
Wem's an Imagination fehlt : ein wandelnder Stabilo mit Schneekoppe - so durchpflüge ich seitdem mediterane Wellen.
Der Strand bietet wochenendlich vielfältige Möglichkeiten, sich gleichsam Augen und Laune zu verderben.
Zum Einen trifft man auf mehr oder weniger menschliche Wesen, in der Mehrzahl weiblicher Natur, bei deren Anblick man sich unweigerlich fragt, wer wohl ihr grösserer Feind ist - die Zellulitis oder Käpt'n Ahab?, zum Anderen kann man immer wieder feststellen, dass das, was da gelegentlich mal aufblitzt, nicht etwa Geistesgrösse, sondern sorgsam, von im Winter angesammelten Vorräten verdeckte Bauchnabel-Piercings sind.
Wie schön war da doch Ibiza, obwohl der von mir anberaumte 10-Tages-Trip kurzerhand auf lächerliche 4 reduziert wurde. Wer glaubt, das könne etwas damit zu tun haben, dass ich dereinst Trulla, die in Netzstrümpfen auf dem Sofa rumgammelte, mit einer Python, die einen Fussball verschluckt habe, verglich, der dürfte nicht ganz verkehrt liegen.
Trulla gibt's jetzt auch in 3D und somit darf man sie ungestraft als hochschwanger bezeichnen. Weshalb das meine Anwesenheit erfordert, bleibt mir zwar schleierhaft, aber was tut man nicht alles für ein gutes Betriebsklima.
Hab ja im September schon wieder Urlaub und den werd ich ganz alleine in einem fernen, fernen Land verbringen...da, wo die Häuser so hoch sind, dass man die Geburt seines Kindes angemessen zelebrieren kann - mit einem Base-Jump nämlich.
Jawoll - und wenn das Ergebnis des Gebärvorgangs nicht meinen Erwartungen entspricht, spring ich ohne Fallschirm.

Freitag, 14. Mai 2010

Drei Engel für Demian

Oft werde ich gefragt, wie ich es schaffe, so jung, frisch, knackig, um nicht zu sagen blendend auszusehen, doch bevor mir eine einfache, nicht gleich verletzende oder sarkastische Antwort einfällt, klingelt der Wecker und ich wache auf. Schade, dabei bin ich doch mittlerweile felsenfest davon überzeugt, dass es mit meinen Anzügen und der schlankmachenden Wirkung derselben zu tun hat, wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass die eigentlich nicht nötig ist.
Wer jedoch wie ich stündlich mit dem Erscheinen von Reportern des Manager-Magazins rechnen muss, der gibt schon auf sein Äussseres acht und lässt die Konkurrenz alt und billig aussehen. Nebenher gesagt kann mir eh keiner von den Lappen das Wasser, geschweige denn den J.D. reichen, denn die haben alle sowas studiert und damit disqualifizieren sie sich selbst. Intuition heisst das Zauberwort und so tue ich das, was mir grad in den Sinn kommt - und habe Erfolg damit.
5 Hotels nennen wir mittlerweile unser Eigen und wenn einer glaubt, er könne das besser als ich, kriegt er 7 Tage, um ein sinniges Konzept zu erstellen - dann fliegt er.
So oder so.
Das wiederum bedeutet Arbeit für mich, viel, viel Arbeit.
Fast soviel wie daheim, wo sich mittlerweile drei Frauen tummeln.
Sie verstehen sich blendend, Trulla versteht kein Englisch, Luisa kein Deutsch, die Andere kein Spanisch und ich die Welt nicht mehr.
Erschwerend kommt hinzu, dass ich heile Familie vorspielen muss, hat mir der Crash-Kurs Psychologie, den ich zwischen zwei Zigaretten im Internet absolviert habe, doch verraten, dass sie ein Opfer fehlender familiärer Strukturen ist.
Heisst, ich muss Trulla hin und wieder küssen, einfach so in statt auf den Arm nehmen und lauter so semiromantische Sachen.
Ich brauche Urlaub, Kinners...und wisst ihr was? Ab Sonntag hab ich den auch.
2 Wochen.
Ibiza, ich komme.