Bisweilen -und das ist noch stark untertrieben- wird meine Generösität arg überstrapaziert, wofür in der Regel, wie auch davor und danach, Trulla verantwortlich zeichnet. Während ich nicht weiss, wie ich vor Hunger in den Schlaf kommen soll, sucht sie sich Klamotten der edelsten Designer -beispielhaft seien hier Feng Hong und Xang Fui Deng genannt- aus, die ich dann wieder bezahlen kann. So heute geschehen auf unserem schnuckeligen, ortsansässigen Markt. 6 Euro für 'nen Pullover, ich mein, das muss ja nun wirklich nicht sein. Wir haben hier locker 18 Grad, da braucht man keinen Pullover und wenn's halt nachts ein wenig abkühlt, da bewegt man sich eben ein bisschen schneller. Meine Fresse. Wahrscheinlich werden mir genau die 6 Euro fehlen, wenn ich übermorgen meinen neuen Kite abhole und bezahle. 1899 Euro sind ja auch kein Pappenstiel.
Echt...Weiber.
Donnerstag, 12. November 2009
Mittwoch, 4. November 2009
THE LITTLE DRUMMER BOY
Es waren einmal 2 Mädchen oder -relativ- junge Frauen, um genau zu sein, von denen das eine "Elisa" und das andere "Beth" genannt wurde. Eins von ihnen war die Ehefrau eines eher unterdurchschnittlich begabten Drummers einer überdurchschnittlich erfolgreichen Band, deren Mitglieder, ausnahmlos Männer, wie der Sicherheit halber hinzugefügt sein soll, niemals ihr wahres Gesicht zeigten. Das andere Mädchen war die Freundin eben jenes Trommlers und weil unser kleiner Haudrauf es satt hatte, seine Olle ständig am Telefon anzulügen, wenn er mal wieder bei seiner Freundin weilte, anstatt sich den ehelichen Pflichten zu widmen, schrieb er ein Lied für seine Frau, worin er ihr vorlog, ständig trommeln zu müssen und daher kaum daheim sein könne, der Wicht, der elendige.
Demian sind derartige Charakterzüge zwar fremd, unheimlich und abstossend, dennoch wollte er nicht umhin, die Chance beziehungsweise den Trommler zu ergreifen, um seinerseits seiner Freundin das Liedgut zu Gehör bringen zu lassen, beschreibt es, das Liedgut nämlich, doch die Sorgen und Nöte, Zeitmangel und fehlendes Couch-Potatoe-Gen, die vielbeschäftigte Männer so haben, wenn ihr Metier die Bühnen dieser Welt sind. Und zwar vom Autor, Komponisten und Sänger himself...via Telefon.
Klasse Idee, bringt bestimmt Pluspunkte auf der Karma-Liste.
Katzen oder wie Katze geschminkte Künstler fängt man ja bekanntlich mit Speck, also Speck angeboten. Zugegriffen.
(Kleiner Tipp: Sollte sich die Katze auf Diät befinden, tun's auch handelsübliche Drogen)
Während Demian fleissig die häusliche Telefonnummer eintippt, hört er gar abscheuliche Geräusche im Hintergrund, die, wie sich kurz drauf herausstellen sollte, nicht etwa von einem im Winterhalbschlaf in eine Falle getappten Bären, sondern von unserem Freund, dem verkappten Romantiker und Teilzeit-Songwriter.
Demian ergreift erstens die Flucht, zweitens 'nen Fünfziger und drittens die Gelegenheit, einem Strassenmusiker zu 'nem vollen Bauch und erster Gage zu verhelfen.
Der wird kurzerhand abkommandiert, das Liedlein vorzutragen. Zwar mosert er ein wenig, er wolle nicht wie eine von den Aristocats quer durch die halbe Stadt fahren, aber Klara Wieck kann ihn schliesslich doch überreden, es zu tun.
Ein voller Erfolg.
Demian's Ex weiss übrigens bis heute nicht, dass das nicht das Original war...
Und wenn ihm jemand dafür einen KUSS geben will (vielleicht auch in der englischen Variante)...nur zu.
Demian sind derartige Charakterzüge zwar fremd, unheimlich und abstossend, dennoch wollte er nicht umhin, die Chance beziehungsweise den Trommler zu ergreifen, um seinerseits seiner Freundin das Liedgut zu Gehör bringen zu lassen, beschreibt es, das Liedgut nämlich, doch die Sorgen und Nöte, Zeitmangel und fehlendes Couch-Potatoe-Gen, die vielbeschäftigte Männer so haben, wenn ihr Metier die Bühnen dieser Welt sind. Und zwar vom Autor, Komponisten und Sänger himself...via Telefon.
Klasse Idee, bringt bestimmt Pluspunkte auf der Karma-Liste.
Katzen oder wie Katze geschminkte Künstler fängt man ja bekanntlich mit Speck, also Speck angeboten. Zugegriffen.
(Kleiner Tipp: Sollte sich die Katze auf Diät befinden, tun's auch handelsübliche Drogen)
Während Demian fleissig die häusliche Telefonnummer eintippt, hört er gar abscheuliche Geräusche im Hintergrund, die, wie sich kurz drauf herausstellen sollte, nicht etwa von einem im Winterhalbschlaf in eine Falle getappten Bären, sondern von unserem Freund, dem verkappten Romantiker und Teilzeit-Songwriter.
Demian ergreift erstens die Flucht, zweitens 'nen Fünfziger und drittens die Gelegenheit, einem Strassenmusiker zu 'nem vollen Bauch und erster Gage zu verhelfen.
Der wird kurzerhand abkommandiert, das Liedlein vorzutragen. Zwar mosert er ein wenig, er wolle nicht wie eine von den Aristocats quer durch die halbe Stadt fahren, aber Klara Wieck kann ihn schliesslich doch überreden, es zu tun.
Ein voller Erfolg.
Demian's Ex weiss übrigens bis heute nicht, dass das nicht das Original war...
Und wenn ihm jemand dafür einen KUSS geben will (vielleicht auch in der englischen Variante)...nur zu.
Montag, 2. November 2009
ALLES LÜGE
"Nein, ich habe nicht gelogen und ich heisse auch
nicht Pinocchio und das ist auch nicht meine Nase."
(Demian, Sommer 1978 in Halmstad, Schweden - btw blond bumst gut)
nicht Pinocchio und das ist auch nicht meine Nase."
(Demian, Sommer 1978 in Halmstad, Schweden - btw blond bumst gut)
Dienstag, 27. Oktober 2009
Von Intentionen und grobkörnigen Bildern
Schreiben ist Spass für mich. Mir gefällt es, mit Worten und Wörtern zu spielen, Sätze und damit Bilder zu konstruiren. Ganz selten kommt es vor, dass es mich drängt zu schreiben, gestern war so ein Tag. Ich habe den ich weiss nicht wievielen tausenden von darüber schon geschriebenen Seiten eine weitere hinzugefügt. Dass das im Ergebnis so ausgefallen ist, mag sicherlich auch am gestrigen Alkoholpegel gelegen haben. Es gibt solche Tage, Geburtstage, Todestage, Weihnachten oder mag es auch Ostern sein, da wird das Erlebte übermächtig. Hin und wieder auch mal einfach so. Eigentlich wollte ich etwas anderes schreiben, jedenfalls hier.
Nunja, Versuch gescheitert, könnte man sagen. Aufgrund der Kommentare werde ich die Geschichte jetzt mal ganz erzählen, vielleicht wird dann auch klar, was ich mit so einem Post ausdrücken oder erreichen will. Normalerweise habe ich keine grosse Message, bestenfalls geb ich hier gelegentlich den Bad Guy, an dem ihr euch kommentierenderweise auslassen könnt. Wenn ich euch mit kleinen Geschichtchen und Episoden aus meinem Leben unterhalten kann, genügt mir das eigentlich. Andererseits -man beachte bitte mal die Kategorien, hier besonders "Alles halb so wild" - heisst das Grundprinzip: Man kann alles aushalten, jeden Nackenschlag wegstecken, um danach stärker als zuvor dem Leben entgegenzutreten, Tja, und manchmal, da tritt das Leben eben nach.
---------------------------
Kurz vor Weihnachten 1987, die Einkaufsstrassen sind wie üblich schon seit 2 Monaten festlich kitschig dekoriert, worüber sich zwar jeder aufregt, aber dennoch in die Geschäfte rennt und Geld ausgibt, das er eigentlich nicht hat. Demian und Honey haben es. Sie haben in nichtmal anderthalb Jahren aus Thommy's mickriger Rock'n Roll-Klitsche ein florierendes Unternehmen gezaubert, wobei Honey's Part weitestgehend darin besteht aufzupassen, dass Demian nicht abhebt und seine Risikobereitschaft überreizt. Demian will noch eine Überraschung für Honey organisieren und muss sie dafür in der Unterhaltungselektronik-Abteilung parken. Als er zurückkommt, ist dort die Hölle los, aufgeregte Menschen drängeln sich um den Körper, der sich in wilden Zuckungen am Boden krümmt. Demian denkt noch, es sei eine ihrer üblichen, manchmal recht bösartigen Scherze, doch sie hört nicht auf damit.
2 Tage Krankenhaus bringen keinen Befund und sie sagt, sie wüsste von nichts mehr.
Es vergehen 2,3,4 Wochen und die Normalität kehrt wieder ein, allerdings geht sie in dieser Zeit zur Psychotherapie, wovon Demian nichts ahnt. Er weiss auch nicht, dass sie daheim sitzt und sich die Augen ausweint, während er schon wieder ganz in seinem Metier ist und dem Vorfall kaum noch Bedeutung zumisst. Auf ihre wilden Träume angesprochen, erklärt sie nur, irgendwelchen Mist geträumt zu haben.
Tun wir das nicht alle gelegentlich?
Nein, nicht in der Form und nicht so heftig. Wir wachen nicht schreiend auf, wir flehen auch nicht:"Nein, bitte nicht." Stundenlang.
Gespräche bringen nichts, sie verschliesst sich. Nach einigen Nachforschungen wird Demian klar, mit was er es zu tun hat: sexuelle Gewalt. Jedoch denkt er eher an eine Vergewaltigung. Fataler Fehler.
Am 30.03.1988 fährt er abends heim. Er schliesst die Tür auf. Geht ins Wohnzimmer.
Da hängt sie. Das Gesicht verfärbt. Kein Puls, kein Atem. Tot. Wahrscheinlich schon seit Stunden. Der Körper kalt. Er schneidet sie ab.
Auf dem Tisch liegt ein Abschiedbrief, Demian liest ihn. Nach der letzten Zeile ruft er seinen Bruder an, der soll sich um Polizei und sowas kümmern. Demian setzt sich ins Auto und fährt die knapp 400 km bis zum Haus ihrer Eltern. Er will wissen, warum.
Er will wissen, was einen Mann dazu bringt, sich an seiner eigenen kleinen Tochter zu vergehen. 4 Jahre lang.
Und danach wird er dieses kranke Hirn zu Matsch hauen.
--------------------------------------------------------
Dass ich dies heute aus Barcelona und nicht aus Santa Fu schreiben kann, verdanke ich seinen Nachbarn sowie der herbeigerufenen Polizei, die es irgendwie geschafft haben, dass noch ein bisschen Leben in ihm war, als sie mich wegzerrten.
Dafür haben sie mich verurteilt, 18 Monate, von denen ich 12 abgesessen habe.
Ich bin nicht gerade stolz auf das, was ich getan habe - aber ich würde es immer wieder tun.
Ich hoffe, er wacht jede Nacht seines verschissenen Lebens auf und sieht mich vor sich, spürt die Schmerzen, hört seine Knochen knacken und wenn er stirbt, werde ich auf seinem Grab tanzen. Er hat mir das Wertvollste genommen, was ich jemals hatte.
Ich hasse ihn so sehr, dass es mich manchmal, nach über 21 Jahren, immer noch treibt, hinzufahren und ihn zu töten. Und ich hasse seine Frau, Honey's Mutter. Sie ist immer noch bei ihm und ich frage mich oft, wer von beiden der Schlimmere ist.
Das ist die Geschichte von Honey und mir.
Und komm mir bitte keiner mit Psycho-Krempel. Ich lebe damit, aber das kann man nicht vergessen und die Zeit lindert den Schmerz auch nicht, im Gegenteil. Ich glaube, je älter ich werde, umso schlimmer wirds.
Früher bin ich weggelaufen, hab die Wohnung verkauft und bin auf Tour gegangen, heute halt ich's einfach nur aus.
Und habe trotzdem Spass am Leben. Ja, ich geniesse jeden Tag, freue mich, wenn ich liebe und geliebt werde und wenn nicht, geht's auch ohne.
Leben ist wundervoll, es warten tausende von Überraschungen auf einen, mal sind sie schön, mal weniger.
Eins verrat ich euch noch: Mit einer gesunden Portion Humor geht's besser, aber man muss auch mal zulassen, dass es einem scheisse geht.
Nunja, Versuch gescheitert, könnte man sagen. Aufgrund der Kommentare werde ich die Geschichte jetzt mal ganz erzählen, vielleicht wird dann auch klar, was ich mit so einem Post ausdrücken oder erreichen will. Normalerweise habe ich keine grosse Message, bestenfalls geb ich hier gelegentlich den Bad Guy, an dem ihr euch kommentierenderweise auslassen könnt. Wenn ich euch mit kleinen Geschichtchen und Episoden aus meinem Leben unterhalten kann, genügt mir das eigentlich. Andererseits -man beachte bitte mal die Kategorien, hier besonders "Alles halb so wild" - heisst das Grundprinzip: Man kann alles aushalten, jeden Nackenschlag wegstecken, um danach stärker als zuvor dem Leben entgegenzutreten, Tja, und manchmal, da tritt das Leben eben nach.
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Kurz vor Weihnachten 1987, die Einkaufsstrassen sind wie üblich schon seit 2 Monaten festlich kitschig dekoriert, worüber sich zwar jeder aufregt, aber dennoch in die Geschäfte rennt und Geld ausgibt, das er eigentlich nicht hat. Demian und Honey haben es. Sie haben in nichtmal anderthalb Jahren aus Thommy's mickriger Rock'n Roll-Klitsche ein florierendes Unternehmen gezaubert, wobei Honey's Part weitestgehend darin besteht aufzupassen, dass Demian nicht abhebt und seine Risikobereitschaft überreizt. Demian will noch eine Überraschung für Honey organisieren und muss sie dafür in der Unterhaltungselektronik-Abteilung parken. Als er zurückkommt, ist dort die Hölle los, aufgeregte Menschen drängeln sich um den Körper, der sich in wilden Zuckungen am Boden krümmt. Demian denkt noch, es sei eine ihrer üblichen, manchmal recht bösartigen Scherze, doch sie hört nicht auf damit.
2 Tage Krankenhaus bringen keinen Befund und sie sagt, sie wüsste von nichts mehr.
Es vergehen 2,3,4 Wochen und die Normalität kehrt wieder ein, allerdings geht sie in dieser Zeit zur Psychotherapie, wovon Demian nichts ahnt. Er weiss auch nicht, dass sie daheim sitzt und sich die Augen ausweint, während er schon wieder ganz in seinem Metier ist und dem Vorfall kaum noch Bedeutung zumisst. Auf ihre wilden Träume angesprochen, erklärt sie nur, irgendwelchen Mist geträumt zu haben.
Tun wir das nicht alle gelegentlich?
Nein, nicht in der Form und nicht so heftig. Wir wachen nicht schreiend auf, wir flehen auch nicht:"Nein, bitte nicht." Stundenlang.
Gespräche bringen nichts, sie verschliesst sich. Nach einigen Nachforschungen wird Demian klar, mit was er es zu tun hat: sexuelle Gewalt. Jedoch denkt er eher an eine Vergewaltigung. Fataler Fehler.
Am 30.03.1988 fährt er abends heim. Er schliesst die Tür auf. Geht ins Wohnzimmer.
Da hängt sie. Das Gesicht verfärbt. Kein Puls, kein Atem. Tot. Wahrscheinlich schon seit Stunden. Der Körper kalt. Er schneidet sie ab.
Auf dem Tisch liegt ein Abschiedbrief, Demian liest ihn. Nach der letzten Zeile ruft er seinen Bruder an, der soll sich um Polizei und sowas kümmern. Demian setzt sich ins Auto und fährt die knapp 400 km bis zum Haus ihrer Eltern. Er will wissen, warum.
Er will wissen, was einen Mann dazu bringt, sich an seiner eigenen kleinen Tochter zu vergehen. 4 Jahre lang.
Und danach wird er dieses kranke Hirn zu Matsch hauen.
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Dass ich dies heute aus Barcelona und nicht aus Santa Fu schreiben kann, verdanke ich seinen Nachbarn sowie der herbeigerufenen Polizei, die es irgendwie geschafft haben, dass noch ein bisschen Leben in ihm war, als sie mich wegzerrten.
Dafür haben sie mich verurteilt, 18 Monate, von denen ich 12 abgesessen habe.
Ich bin nicht gerade stolz auf das, was ich getan habe - aber ich würde es immer wieder tun.
Ich hoffe, er wacht jede Nacht seines verschissenen Lebens auf und sieht mich vor sich, spürt die Schmerzen, hört seine Knochen knacken und wenn er stirbt, werde ich auf seinem Grab tanzen. Er hat mir das Wertvollste genommen, was ich jemals hatte.
Ich hasse ihn so sehr, dass es mich manchmal, nach über 21 Jahren, immer noch treibt, hinzufahren und ihn zu töten. Und ich hasse seine Frau, Honey's Mutter. Sie ist immer noch bei ihm und ich frage mich oft, wer von beiden der Schlimmere ist.
Das ist die Geschichte von Honey und mir.
Und komm mir bitte keiner mit Psycho-Krempel. Ich lebe damit, aber das kann man nicht vergessen und die Zeit lindert den Schmerz auch nicht, im Gegenteil. Ich glaube, je älter ich werde, umso schlimmer wirds.
Früher bin ich weggelaufen, hab die Wohnung verkauft und bin auf Tour gegangen, heute halt ich's einfach nur aus.
Und habe trotzdem Spass am Leben. Ja, ich geniesse jeden Tag, freue mich, wenn ich liebe und geliebt werde und wenn nicht, geht's auch ohne.
Leben ist wundervoll, es warten tausende von Überraschungen auf einen, mal sind sie schön, mal weniger.
Eins verrat ich euch noch: Mit einer gesunden Portion Humor geht's besser, aber man muss auch mal zulassen, dass es einem scheisse geht.
Montag, 26. Oktober 2009
TE ECHO DE MENOS
Ein Geburtstag ohne Torte. Ohne Geburtstagskind.
Du wirst nicht älter, in meinem Kopf turnt auf ewig ein 22jähriges Mädchen durch die Welt. Unsere Welt. Wir waren so jung und hatten doch schon alles. Fast alles.
Die Insel...ich hab sie nie gekauft. Mit wem hätte ich dort hinfahren sollen?
Das war unser Traum, da hat keine Andere was drin zu suchen.Trulla versteht das, sie versteht so viel. Dafür liebe ich sie...so wie ich dich geliebt habe. Manchmal merkt sie, dass ich bei dir bin, dann geht sie einfach aus dem Zimmer oder der Wohnung. Sie weiss, du hast einen festen Platz in meinem Herzen und der ist uneinnehmbar. Sie belegt den Rest.
Manchmal muss ich aufpassen, keine Vergleiche anzustellen. Das wäre unfair.
Vielleicht bist du der Grund, warum ich mir immer junge Frauen suche.
Wer will das wissen? Ist doch völlig egal.
Jedenfalls erheb ich mein Glas -das zwölfte, glaub ich- und stosse mit der Vergangenheit an, die doch so gegenwärtig ist und auch in der Zukunft da sein wird.
Auf dich.
Ich vermisse dich.
Te echo de menos.
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Bevor sich hier jemand in die Nesseln setzt (damit meine ich neuere Leser oder zufällig reingeschneite), lest das: http://demian.over-blog.net/categorie-10735888.html
Freitag, 23. Oktober 2009
...und wo liegt Ihr Problem?
Dr.B.: Hallo und herzlich willkommen!
D.: Danke.
Dr.B.: Legen Sie sich bitte hier auf die Couch.
B.: *grummel* Wusst ich's doch.
Dr.B.: Machen Sie sich bitte frei.
D.: Wie gezz, mental?
Dr.B.: Nee, den Oberkörper, *nuschel* will ja schliesslich auch was von dem Gespräch haben.
D.: Nö, mach ich nich, können wir bitte beginnen?- Also, das ist nämlich so: Ich mag Philosophie, aber keine Philosophen.
Dr.B.: Hm, interessant. Haben Sie das schon lange?
D.: Schon seit frühester Jugend, so 35 Jahre in etwa.
Dr.B.: *Hände überm Kopf zusammenschlag* Und da kommen Sie erst jetzt?
D.: Aber Sie haben doch gesagt... ich mein, ich leb da echt gut mit.
Dr.B.: Das sagen Sie alle...und eines Tages Tages, zack, 18 Tote im Einkaufszentrum und keiner weiss, warum.
D.: Aber Philosophen treiben sich doch nicht in Einkaufszentren rum.
Dr.B.: Ach, papperlerpapp. Wie kam's denn dazu?
D.: Ja, öhm, ich war ja immer leicht agressiv, müssen Sie wissen, so als Kind , mein ich, und da hat mir mein Deutschlehrer empfohlen, doch mal mehr zu lesen. Hab ich auch gemacht, Karl May z.B., aber die waren da alle viel agressiver als ich, alle ausser diesem schwulen Indianer.
Dr.B.: Nana, verwechseln wir da nicht was?
D.: Ach, ist doch wurscht, auf jeden Fall gab's danach schwere Kost: Sartre und danach Nietzsche, der hat mir gefallen, war aber 'n büschen malle inner Birne. Ja, und der Sartre, der hat ja alles gepoppt, was nicht schnell genug auffem Eiffelturm war. Und dabei sah der echt bescheiden aus.
Dr.B.: Das sind doch aber zwei ganz verschiedene Philosophien, Nihilismus und Existenzialismus.
D.: Hallo, ich war 11.
Dr.B.: Gut, okay, wie ging's weiter?
D.: Klassische Philosophen, die ollen Griechen halt. Da hat mir einer gesteckt, dass ich das völlig falsch anginge, weil ja die Philosophie so vielfältig sei und ich solle doch gefälligst erstmal nachdenken, wieso es denn überhaupt Philosophie und Philosophen gibt. Und was soll ich Ihnen sagen, datt hab ich dann auch gemacht und bin zu der fast schon *hüstel* genial zu nennenden Erkenntnis gekommen, dass Leute, die glauben, etwas mehr in der Rübe zu haben als der Durchschnitt, bisweilen zu merkartigen Gedankengängen neigen. War aber nicht richtig. Gut, irgendwie schon, aber der wollte hören, dass wir uns alle fragen, woher wir kommen und wohin wir gehen, wenn's denn mal soweit ist und wie wir die Zeit dazwischen am sinnvollsten nutzen. Hab danach angefangen, allen möglichen Unsinn zu lesen, Mythologie, Astronomie, Religionen und Comics.
Dr.B.: Comics?
D.: Na klar, zum Entspannen...der Mist, der da so verzapft wird, is ja nich zum Aushalten, sag ich Ihnen. Nehmen wir beispielsweise mal die Geschichte von Moses, 10 Gebote, Sie wissen schon...ich mein, würd das heute passieren, per Email natürlich...die landeten doch im Spam-Ordner. Kant, is' bekant? Muhar, kleiner Scherz am Rande. Wie, hamse nich verstanden. Müssen se lesen, den Gag. Sie machen sich doch Notizen, oder?
Dr.B.: Ähm, ja klar, Notizen...*gezeichnete Strichmännchen ausradier* Aber der Kant, das war doch jetzt wieder so'n Philosoph.
D.: Exakt. Man findet ja in all dem Wust nix Vernünftiges, jedenfalls nix, was erklären würde, warum die sich so'n Kopp gemacht haben, da hab ich mich wieder den Philos zugewandt. Watt soll ich sagen, hat nicht lange gedauert und ich hab den Dreh rausgehabt. Die haben sich alle die Welt so hingeredet und -geschrieben, dass sie das in ein mehr oder weniger schönes Korsett gezwängt haben und in dem sind sie dann mental spazieren gegangen. Aus die Maus. Es kommt nicht auf die Antworten, sondern auf die Fragestellungen an. Findeste watt Interessantes, mach dir deinen eigenen Kopp drüber - und fertig ist die Laube. Schon biste selbst ein Philosoph, ein Freund des Geistes und als solchen sehe ich mich. Ohne diesen ganzen intellektuellen Schmonzes, den eh keine Sau nachvollziehen kann oder will. Schaff dir selbst ethische und moralische Werte, die möglichst nicht allzufern unserer geltenden Gesetze angesiedelt sein sollten... basta. Und deshalb hab ich's studiert...um festzustellen, ob ich mich mit denen messen kann.
Dr.B.: Und? Können Sie?
D.: Ein definitives ja...genau wie jeder andere da draussen, der die Murmel nicht bloss als Hutständer gebraucht.
Dr.B.: Prima. Sonst noch was?
D.: Ja, Nietzsche hat gesagt: Gott ist tot. Kurz drauf hat Gott das selbe von Nietzsche gesagt.
Und Nietzsche ist just an dem Tag gestorben, an dem ich 63 Jahre später das Licht der Welt erblickte...ich glaube nicht an Zufälle.
Dr.B.: Schön, da sind wir heute ja sehr weit gekommen. Macht entweder 845 Euro 26 plus Mehrwertsteuer oder mehr romanische Geschichten vom Rock'n Roll. Tschü-hüss.
D.: Danke.
Dr.B.: Legen Sie sich bitte hier auf die Couch.
B.: *grummel* Wusst ich's doch.
Dr.B.: Machen Sie sich bitte frei.
D.: Wie gezz, mental?
Dr.B.: Nee, den Oberkörper, *nuschel* will ja schliesslich auch was von dem Gespräch haben.
D.: Nö, mach ich nich, können wir bitte beginnen?- Also, das ist nämlich so: Ich mag Philosophie, aber keine Philosophen.
Dr.B.: Hm, interessant. Haben Sie das schon lange?
D.: Schon seit frühester Jugend, so 35 Jahre in etwa.
Dr.B.: *Hände überm Kopf zusammenschlag* Und da kommen Sie erst jetzt?
D.: Aber Sie haben doch gesagt... ich mein, ich leb da echt gut mit.
Dr.B.: Das sagen Sie alle...und eines Tages Tages, zack, 18 Tote im Einkaufszentrum und keiner weiss, warum.
D.: Aber Philosophen treiben sich doch nicht in Einkaufszentren rum.
Dr.B.: Ach, papperlerpapp. Wie kam's denn dazu?
D.: Ja, öhm, ich war ja immer leicht agressiv, müssen Sie wissen, so als Kind , mein ich, und da hat mir mein Deutschlehrer empfohlen, doch mal mehr zu lesen. Hab ich auch gemacht, Karl May z.B., aber die waren da alle viel agressiver als ich, alle ausser diesem schwulen Indianer.
Dr.B.: Nana, verwechseln wir da nicht was?
D.: Ach, ist doch wurscht, auf jeden Fall gab's danach schwere Kost: Sartre und danach Nietzsche, der hat mir gefallen, war aber 'n büschen malle inner Birne. Ja, und der Sartre, der hat ja alles gepoppt, was nicht schnell genug auffem Eiffelturm war. Und dabei sah der echt bescheiden aus.
Dr.B.: Das sind doch aber zwei ganz verschiedene Philosophien, Nihilismus und Existenzialismus.
D.: Hallo, ich war 11.
Dr.B.: Gut, okay, wie ging's weiter?
D.: Klassische Philosophen, die ollen Griechen halt. Da hat mir einer gesteckt, dass ich das völlig falsch anginge, weil ja die Philosophie so vielfältig sei und ich solle doch gefälligst erstmal nachdenken, wieso es denn überhaupt Philosophie und Philosophen gibt. Und was soll ich Ihnen sagen, datt hab ich dann auch gemacht und bin zu der fast schon *hüstel* genial zu nennenden Erkenntnis gekommen, dass Leute, die glauben, etwas mehr in der Rübe zu haben als der Durchschnitt, bisweilen zu merkartigen Gedankengängen neigen. War aber nicht richtig. Gut, irgendwie schon, aber der wollte hören, dass wir uns alle fragen, woher wir kommen und wohin wir gehen, wenn's denn mal soweit ist und wie wir die Zeit dazwischen am sinnvollsten nutzen. Hab danach angefangen, allen möglichen Unsinn zu lesen, Mythologie, Astronomie, Religionen und Comics.
Dr.B.: Comics?
D.: Na klar, zum Entspannen...der Mist, der da so verzapft wird, is ja nich zum Aushalten, sag ich Ihnen. Nehmen wir beispielsweise mal die Geschichte von Moses, 10 Gebote, Sie wissen schon...ich mein, würd das heute passieren, per Email natürlich...die landeten doch im Spam-Ordner. Kant, is' bekant? Muhar, kleiner Scherz am Rande. Wie, hamse nich verstanden. Müssen se lesen, den Gag. Sie machen sich doch Notizen, oder?
Dr.B.: Ähm, ja klar, Notizen...*gezeichnete Strichmännchen ausradier* Aber der Kant, das war doch jetzt wieder so'n Philosoph.
D.: Exakt. Man findet ja in all dem Wust nix Vernünftiges, jedenfalls nix, was erklären würde, warum die sich so'n Kopp gemacht haben, da hab ich mich wieder den Philos zugewandt. Watt soll ich sagen, hat nicht lange gedauert und ich hab den Dreh rausgehabt. Die haben sich alle die Welt so hingeredet und -geschrieben, dass sie das in ein mehr oder weniger schönes Korsett gezwängt haben und in dem sind sie dann mental spazieren gegangen. Aus die Maus. Es kommt nicht auf die Antworten, sondern auf die Fragestellungen an. Findeste watt Interessantes, mach dir deinen eigenen Kopp drüber - und fertig ist die Laube. Schon biste selbst ein Philosoph, ein Freund des Geistes und als solchen sehe ich mich. Ohne diesen ganzen intellektuellen Schmonzes, den eh keine Sau nachvollziehen kann oder will. Schaff dir selbst ethische und moralische Werte, die möglichst nicht allzufern unserer geltenden Gesetze angesiedelt sein sollten... basta. Und deshalb hab ich's studiert...um festzustellen, ob ich mich mit denen messen kann.
Dr.B.: Und? Können Sie?
D.: Ein definitives ja...genau wie jeder andere da draussen, der die Murmel nicht bloss als Hutständer gebraucht.
Dr.B.: Prima. Sonst noch was?
D.: Ja, Nietzsche hat gesagt: Gott ist tot. Kurz drauf hat Gott das selbe von Nietzsche gesagt.
Und Nietzsche ist just an dem Tag gestorben, an dem ich 63 Jahre später das Licht der Welt erblickte...ich glaube nicht an Zufälle.
Dr.B.: Schön, da sind wir heute ja sehr weit gekommen. Macht entweder 845 Euro 26 plus Mehrwertsteuer oder mehr romanische Geschichten vom Rock'n Roll. Tschü-hüss.
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Blödsinn,
Demian,
schlaue Fragen und Antworten
Samstag, 17. Oktober 2009
Die wundersame Wandlung des Demian S.
Bestimmt haben sich alle schon mal gefragt, wie aus einem liebenswürdigen, aufstrebenden Studenten der Betriebs- und Volkswirtschaft (und Filosofie, aber das ist mir zu peinlich, um es hier zu schreiben), Werbetexter und Schmalspurliteraten, ehemaligen Kaufmann-Azubi so etwas wie Demian wird.
Nicht?
Egal, ich erzähl's euch trotzdem. Das war nämlich folgendermassen:
Eines schönen Tages klingelte mein Telefon, am anderen Ende gab sich Thommy zu erkennen, Freund und gelegentlicher Saufkumpan, dem eine helfende Hand für ein wochenendliches Konzert fehlte, was mich veranlasste, ihm diese zuzusagen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir erinnern uns ja an die erschütternde Lebensbeichte, zu finden unter "Einarmiger Bandit 1-9", die ich dereinst hier abgelegt habe. Ungeachtet meiner eingeschränkten Handlungsfähigkeit ("Stell dich einfach in eine Ecke und wenn dich jemand entdeckt, nimm irgendwas in die Hand und tu so, als seist du unheimlich beschäftigt"), sollte besagtes Konzert mein Einstieg sein in die wunderbare Welt der Riggs und Pipes, Eightlights und Laser, der Backline und Amps und was es da sonst noch so alles gibt, was entweder Krach oder Licht erzeugt oder aber zu entsprechender Regulierung herhalten muss.
Dummerweise hatte ich in meiner Aufregung vergessen, mich nach dem Künstler zu erkundigen, den wir ins rechte Licht rücken sollten. Nunja, hm, sagen wir mal so: Er, ein iberischer Schnulzenbarde, dessen Sohnemann mittlerweile in seine Bettlaken getreten ist, gehörte nicht unbedingt zu meinen All-Time-Favs. Der Umstand, dass der Veranstaltungsort, nachdem wir schon halb aufgebaut hatten, kurzfristig verlegt werden musste, da die dusseligen Sesselpupser von der Veranstaltungsagentur das Event völlig vergurkt und die doppelte Menge Eintrittskarten unter die hysterische Hausfrauenmasse gebracht hatten, förderte meine Laune auch nicht unbedingt. Doch was soll's? Das bereits Aufgebaute wieder abgebaut, verladen, wieder ausgeladen und wieder aufgebaut, findet sich Ibero-Schnulzi ein und bemängelt fehlende Auslaufmöglichleiten auf der Bühne. Also werden noch schnell ein paar Wings angebaut, Konzertbeginn verlegt und zusätzlich noch Bestuhlung anberaumt. Mittlerweile sind wir gute 24 Stunden im Einsatz, meine Kondition ächzt genau wie meine Knochen, ich bin verschwitzt und stinke nach Kettenöl. Ich verfluche den Tag, an dem ich mir ein Telefon zulegte. Ich will schlafen, dummerweise soll ich aber aufpassen, dass Schnulzi während der Show nicht in den Graben fällt.
Tut er nicht. Danach noch schnell abbauen. Das zusätzliche Material zum Verleih zurück bringen.
Geschafft.
Der Blick auf die Uhr verrät, dass wir mittlerweile fünfunddreissigeinhalb Stunden am Stück malocht haben, von diverslichen Essenspausen -irgendwo muss die Energie ja herkommen- mal gnädig abgesehen. I will hoam. Nix da, jetzt wird noch abgerechnet, einer nach dem anderen, 70 Leute. Ich überlege, mit welchem am Leatherman befindlichen Werkzeug ich Thommy in die ewigen Jagd- und Soundgründe schicken werde. Endlich bin ich an der Reihe. Nachdem er mich ausgezahlt hat, lege ich ihm nah, meine Telefonnummer weg zu schmeissen oder zu verschlucken. Jedenfalls soll er mich nie, nie, unter gar keinen Umständen mehr anrufen. Ausser es handelt sich um 'ne Sauftour. "Ihr seid alles Wahnsinnige", rufe ich ihm noch beim Rausgehen zu. Bin zu müde, um Auto zu fahren und schlafe gleich mal 12 Stunden in der Karre. Immerhin sind, alles in allem, von Arbeitsbeginn bis -ende, gute 40 Stunden vergangen.
2 Wochen später klingelt mein Telefon erneut, Thommy erkundigt sich besorgt nach meinem Befinden und lässt in einem Nebensatz anklingen, dass er noch jemanden sucht, der ihm eine helfende Hand reicht, die er weiter zu geben gedenke...und zwar an die beste Rockband aller Zeiten...
Ein halbes Jahr später habe ich Thommy seine Firma abgekauft.
Nicht?
Egal, ich erzähl's euch trotzdem. Das war nämlich folgendermassen:
Eines schönen Tages klingelte mein Telefon, am anderen Ende gab sich Thommy zu erkennen, Freund und gelegentlicher Saufkumpan, dem eine helfende Hand für ein wochenendliches Konzert fehlte, was mich veranlasste, ihm diese zuzusagen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir erinnern uns ja an die erschütternde Lebensbeichte, zu finden unter "Einarmiger Bandit 1-9", die ich dereinst hier abgelegt habe. Ungeachtet meiner eingeschränkten Handlungsfähigkeit ("Stell dich einfach in eine Ecke und wenn dich jemand entdeckt, nimm irgendwas in die Hand und tu so, als seist du unheimlich beschäftigt"), sollte besagtes Konzert mein Einstieg sein in die wunderbare Welt der Riggs und Pipes, Eightlights und Laser, der Backline und Amps und was es da sonst noch so alles gibt, was entweder Krach oder Licht erzeugt oder aber zu entsprechender Regulierung herhalten muss.
Dummerweise hatte ich in meiner Aufregung vergessen, mich nach dem Künstler zu erkundigen, den wir ins rechte Licht rücken sollten. Nunja, hm, sagen wir mal so: Er, ein iberischer Schnulzenbarde, dessen Sohnemann mittlerweile in seine Bettlaken getreten ist, gehörte nicht unbedingt zu meinen All-Time-Favs. Der Umstand, dass der Veranstaltungsort, nachdem wir schon halb aufgebaut hatten, kurzfristig verlegt werden musste, da die dusseligen Sesselpupser von der Veranstaltungsagentur das Event völlig vergurkt und die doppelte Menge Eintrittskarten unter die hysterische Hausfrauenmasse gebracht hatten, förderte meine Laune auch nicht unbedingt. Doch was soll's? Das bereits Aufgebaute wieder abgebaut, verladen, wieder ausgeladen und wieder aufgebaut, findet sich Ibero-Schnulzi ein und bemängelt fehlende Auslaufmöglichleiten auf der Bühne. Also werden noch schnell ein paar Wings angebaut, Konzertbeginn verlegt und zusätzlich noch Bestuhlung anberaumt. Mittlerweile sind wir gute 24 Stunden im Einsatz, meine Kondition ächzt genau wie meine Knochen, ich bin verschwitzt und stinke nach Kettenöl. Ich verfluche den Tag, an dem ich mir ein Telefon zulegte. Ich will schlafen, dummerweise soll ich aber aufpassen, dass Schnulzi während der Show nicht in den Graben fällt.
Tut er nicht. Danach noch schnell abbauen. Das zusätzliche Material zum Verleih zurück bringen.
Geschafft.
Der Blick auf die Uhr verrät, dass wir mittlerweile fünfunddreissigeinhalb Stunden am Stück malocht haben, von diverslichen Essenspausen -irgendwo muss die Energie ja herkommen- mal gnädig abgesehen. I will hoam. Nix da, jetzt wird noch abgerechnet, einer nach dem anderen, 70 Leute. Ich überlege, mit welchem am Leatherman befindlichen Werkzeug ich Thommy in die ewigen Jagd- und Soundgründe schicken werde. Endlich bin ich an der Reihe. Nachdem er mich ausgezahlt hat, lege ich ihm nah, meine Telefonnummer weg zu schmeissen oder zu verschlucken. Jedenfalls soll er mich nie, nie, unter gar keinen Umständen mehr anrufen. Ausser es handelt sich um 'ne Sauftour. "Ihr seid alles Wahnsinnige", rufe ich ihm noch beim Rausgehen zu. Bin zu müde, um Auto zu fahren und schlafe gleich mal 12 Stunden in der Karre. Immerhin sind, alles in allem, von Arbeitsbeginn bis -ende, gute 40 Stunden vergangen.
2 Wochen später klingelt mein Telefon erneut, Thommy erkundigt sich besorgt nach meinem Befinden und lässt in einem Nebensatz anklingen, dass er noch jemanden sucht, der ihm eine helfende Hand reicht, die er weiter zu geben gedenke...und zwar an die beste Rockband aller Zeiten...
Ein halbes Jahr später habe ich Thommy seine Firma abgekauft.
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