Dienstag, 11. August 2009

Einarmiger Bandit (9)

Was bisher geschah:
Demian öffnet eine Haustür mit der blossen Hand, die Hand nimmt das übel und lässt sich vom in der Tür befindlichen Glas aufschlitzen. Darauf folgend ergeben sich einige Komplikationen, in deren Verlauf Demian Arbeitsplatz, Freundin, beinah seinen Führerschein, jedoch nie die Hoffnung verliert. Dummerweise wächst das, was zusammengehört, nicht richtig zusammen und es droht eine Verkrüppelung der Hand und Demians Seele. Wie ersteres verhindert werden konnte und warum zweiteres scheiterte, könnt ihr hier lesen. Um fortan die Blutgerünste einiger Leserinnen zu stillen, werde ich einfach an mir adäquat erscheinenden Stellen der Fantasie freien Lauf lassen. Freut euch, es wird blutig.
Aber heute nicht mehr.
Heute muss ich euch erstmal erzählen, wie rücksichtslos man in meinem näheren sozialen Umfeld, explizit sei hier der Name "Trulla" genannt, mit mir umzugehen pflegt.
Wir sitzen gestern gemütlich am Strand, ich in Notizen vertieft, die mir eine weitere Woche meines viel zu teuren Lebensunterhalts sichern sollen, da will Trulla eine Rötung meines Rückens bemerkt haben und stürzt sich mit lüsternem Blick auf die Sonnenölflasche, um, unter dem Vorwand, mir etwas Gutes tun zu wollen, sich sodann auf die Umverteilung von Flasche auf Rücken zu machen. Meine Beteuerung, eine Rötung sei bei meinem Bräunungsgrad quasi unmöglich, ficht sie nicht an und nach zehnminütigem Quengeln geb ich nach und lasse sie gewähren. Ich lasse die Schweinereien, die sie mir dabei ins Ohr flüstert, klaglos über mich ergehen, erhebe jedoch Einspruch, als sie zum Aufbruch drängt. Sie müsse noch etwas erledigen...ja ne, is klar.
"Ich werde", lasse ich sie wissen, "mir 'ne nette kleine Meerjungfrau angeln, wenn du nicht aufhörst zu nöhlen."
Ihr Konter :"Ach ja, und wie glaubst du, bitteschön, soll die die Beine für dich breit machen?"
Demian:0, Trulla:1

Samstag, 8. August 2009

Demian Lagerfällt

Wusstet ihr schon, dass helle Kleidung auf gebräunter Haut wesentlich besser aussieht als umgekehrt?

Freitag, 7. August 2009

Googlehupf

Wenden wir uns heute mal den Suchenden und Fragenden zu. In Hülle und Fülle schlagen Verwirrte und Ahnungslose in meinem kleinen, aber feinen Blog auf, mit Fragen, deren Antworten sie wahrscheinlich eh nicht vertragen könnten. Grund genug, selbige zu geben.
Und hier sind sie, die Top 5:

Der fünfte Platz geht an: Wie schreibt man einen Aufsatz?
Da müsst ihr den Herrn L. fragen, der weiss das jetzt nämlich. Nachdem er einen doch sehr fehlerhaften Versuch abgeliefert hat, sah ich mich veranlasst, ihm ein wenig Hilfestellung zu geben. Ob's gefruchtet hat, weiss ich leider nicht, der Kontakt ist danach irgendwie abgebrochen.
Schade.

Platz 4 nimmt Deutsche Sprache in der Welt ein, was ja auch kein Wunder ist, bin ich doch immer bemüht, deutsche Sprache und Kultur in selbige, die Welt nämlich, hinauszutragen und somit meinen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten.
Wie sollen die Pappnasen denn sonst erfahren, wer Goethe, Schiller, Heidegger, Kant und Demian sind.

Schon nähern wir uns mit Riesenschritten den Top 3. Auf dem Podest landete "Professioneller Einarmiger Bandit"
Gut, das "Einarmiger Bandit" ist leicht nachvollziehbar, gibt es doch mehrere Einträge, die zwar keine Sau gelesen hat, mit ebenjenem Namen. Das "Professionell" bezieht sich wahrscheinlich auf die Art, wie ich meinen Blog betreibe und bei anderen kommentiere. Ja, das wird's sein.


Silber erhält: "Wassermopped" (und zwar genau so geschrieben)
Zur Begründung möchte ich anführen, dass ich mich äusserst geehrt fühle, es offenbar mit einem westfälischen Landsmann zu tun zu haben, vielleicht aber auch mit einem orthografisch eher suboptimal ausgebildeten Menschen, und beide dürfen sich meiner Sympathie erfreuen, wobei der Grad selbiger bei Zweitgenanntem enorm zunimmt, wenn er das Schreiben sein lässt.

Und hier ist er nun, der Gewinner (vielleicht könnte mir an dieser Stelle ein musikalisch versierter Blogger mit einem Tusch oder einer Fanfare aushelfen?)
Nachbarin abgreifen finde ich so schön, so realitätsnah, so überaus nobel umschrieben, wie ein Teil meiner früheren Freizeitgestaltung sich ausnahm, dass ich nicht anders kann, als hierfür die Höchstpunktzahl zu vergeben.
Herzlichen Glückwunsch. Tut mir zwar ein bisschen leid, nicht mit exakten Tipps und Anregungen gedient zu haben, aber ich verspreche hiermit hoch und heilig, das nachzuholen, sobald sich meine jetzige Lebensabschnittsbegleiterin und Deutsch-Schülerin entschlossen hat, mich endgültig für ein Arschloch zu halten und sich aus dem katalanischen Staub macht.
Versprochen.

Montag, 3. August 2009

Demian kocht

Man nehme:
1 handelsübliches Würstchen aus Glas oder Dose
1 l Wasser

Zubereitung:
Das Wasser in einem Topf erhitzen (Achtung: nicht kochen lassen). dann das Würstchen hinzugeben und ca. 5-7 Minuten brühen.
Anschliessend lässt man das Würstchen bei abgeschalteter Herdplatte ca. eine halbe Stunde baden.
Gelegentlich umrühren.
Bei ansprechender Schrumpeligkeit herausnehmen und der jungen Dame, die erstens deine Untermieterin ist und sich zweitens über deine geringfügige Faltenbildung an Augen und Mundwinkeln mokiert hat, vors Gesicht halten und ihr erklären, dass ihr Hals in 20 Jahren etwa so aussieht wie selbiges Würstchen.
Fertig.

Samstag, 1. August 2009

Der Fliesenleger

Die Ereignisse im frühen April anno 2008 wollen beschrieben werden; man mag sich erinnern: Demian (lang) weilte (sich) auf Fuerteventura und da ihm deutsche Behörden angelegentlich einer Autofahrt im alkoholisierten Zustand vor vielen, vielen Monden die Berechtigung zum Führen eines Fahrzeugs absprachen, sass er in einem gottverlassenen Kaff in the middle of nowhere, gefangen und relativ immobil, weil, wie vielleicht bekannt sein dürfte, das öffentliche Verkehrssystem Fuerteventura's aus einer Handvoll Bussen besteht, die ihre Bestimmung lediglich 4-5 mal täglich ausführen. Ein Fahrrad musste her, so stand's Demian im Sinne und nach nur dreiwöchiger Suche fand sich ein Händler, der bereit, willens und fähig war, ihm ein Mountain-Bike in der gewünschten Qualitäts- und Preisklasse zu liefern; billig sollt's sein und kein Schrott.
Endlich war es also da und Demian, stolz wie Oskar (oder Krümelmonster), schwang sich in den Sattel, um die Umgebung zu erkunden, will heissen: Hügel, Hügel und nochmal Hügel, mitunter auch sich abwechselnd mit leichteren Hügeln, wo ihm allerdings der in jenen Breiten ständig blasende Wind körperliche Höchstleistungen abverlangte - also verlegte er sich aufs gemächliche Cruisen innerhalb des Resorts.
Und so begab es sich, dass er am folgenden Tage auf dem vollständig gefliesten Gelände umherradelte, freundlich den Gästen und Kollegen zuwinkend, jedoch leider dabei nicht so recht konzentriert zu Werke ging und so wurde ihm erst im allerletzten Augenblick bewusst, sich vor einer hohen Stufe zu befinden. Der versierte Pedalist pflegt in derartigen Situationen ja dezent den Bremshebel zu betätigen, nicht so Demian, der zog mit Brachialgewalt, dummerweise an beiden und die jungfräuliche Vorderradbremse fühlte sich geehrt und packte voll zu, wodurch es, wir kennen's ja alle aus Kindertagen, zum abrupten Stillstand des Vorderrads kam, der Drahtesel bockte und Demian vornüber abwarf, wo Steinfliesen auf seine Ankunft warteten.
90 Kilo Mensch meet Terracotta. And the winner was: Terracotta.
Die folgende Woche lief Demian, der sich natürlich geschickt abzurollen versuchte, mit einem Veilchen rum, schlug doch am Ende der Rolle sein Gesicht kurz auf und auch der rechte, weil eh schon lädierte Arm erfreute sich fortan einer etwa 5tägigen Ruhepause, die er in einer formschönen Binde verbrachte, die ihm der Notarzt kopfschüttelnd angelegt hatte.
Alles kein Problem, ist und war Demian es doch gewöhnt, die ihm übertragenen Aufgaben mit links zu erledigen und weil ihm seine Chefin, die besorgte, schon nach 2 Wochen erlaubte, die Stützräder wieder abzubauen, fand diese kleine Episode ein Happy-End.
Was wäre Demian bloss ohne seine treusorgenden Mitmenschen?

Mittwoch, 29. Juli 2009

True love

28.7.2009
Trulla wacht auf und findet sich in einem Meer aus Rosen, um das Bett herum brennen 120 Kerzen, eine für jeden Tag, den sie mit mir zusammen ist.
Ich bin schon 2 Stunden vor ihr aufgestanden, habe ein opulentes Frühstück kreiert und zubereitet. So, noch ein Spritzer Sahne auf ihre heisse Schokolade ...und fertig. Ich trage das Tablett hinüber, serviere im Bett und lege mich dazu.
Ein herzhafter Biss auf ihr Croissant befördert einen Diamantring ans Tageslicht, dessen Strahlen mit dem ihrigen konkurriert. Wir lieben uns ausgiebig, danach sinke ich auf die Knie und frage, ob sie mich heiraten will.
Hachja...

Soweit Trulla's Traum.

Vorgestern hat sie auch noch Geburtstag gehabt, 28 ist sie geworden. Dennoch ist sie geistig noch sehr rege und auch körperlich ganz rüstig.

Ich bin schon ein Glückspilz...

Mittwoch, 22. Juli 2009

Einarmiger Bandit (8)

...und ich verlor mich ein wenig im Dschungel der Bürokratie. Anfänglich noch bemüht, der medizinischen Welt und ihren Trabanten Paroli zu bieten, gab ich mich mittelfristig doch eher dem Suff hin. Das ging ganz prima mit links, jedoch stellten sich neben den bekannten Nebenwirkungen auch solche ein, die Psychologen und Bauhelfer gerne als "Leck mich am Arsch-Mentalität" bezeichnen und selbige wandte ich auch auf mein restliches soziales Umfeld an. Kam nicht so gut an, besonders bei Nicole nicht, ihrer beruflichen Bestimmung nach eher auf der gegnerischen Seite beheimatet und meiner Streitlust absolut nicht gewachsen. An einem grauen Tag im April warf ich ihr vor, sich mit dem Rest der weissen Bande gegen mich verschworen zu haben, mich selbst ins Auto, startete durch, musste jedoch an der nächsten Ecke merken, dass ein Auto mit Schaltgetriebe momentan nicht so geeignet für mich war. Totalschaden würde ich's zwar nicht nennen, aber irgendwie sah die Karre danach schon etwas verändert aus, irgendwie wertgemindert. Betonpfeiler sind -nur für diejenigen unter euch, die's noch nicht wussten- wesentlich härter als Autoblech, weniger beweglich und stehen überhaupt immer da rum, wo man sie nicht braucht.
So ging ich zurück in die Wohnung. Dort fand ich ein verheultes Wesen vor, dem ich jetzt auch noch verklickern musste, dass sie soeben -natürlich nur fürs Protokoll und die Versicherung- meinen wunderschönen Golf GTI, schwarz gefärbt und alubefelgt, zu Mus gefahren hätte.
"Unter einer Bedingung."
"Ja?"
"Wir müssen reden."
Oha, das hiess nichts Gutes, Frauen, die reden wollen und dies nicht mit ihrer besten Freundin tun wollen, waren mir schon immer suspekt, aber was blieb mir anderes übrig, wenn ich nicht Freundin, Führerschein und Versicherungsschutz verlieren wollte.
In der folgenden Stunde bekam ich den Einlauf meines Lebens, ich glaube mich nicht erinnern zu können, jemals irgend jemandem erlaubt zu haben, so mit mir zu sprechen, Lehrer und Eltern in der Frühzeit eingeschlossen.
Zum Schluss wurde sie erfreulicherweise etwas moderater und fasste meine Situation in etwa so zusammen:
"Du trinkst zuviel, bist fast jede Nacht unterwegs, siehst aus wie'n Hippie, frühstückst nachmittags um drei - um dein Verhalten und Aussehen zu rechtfertigen, fehlt dir eigentlich nur eins: ein Studienplatz!"

Geiler Plan...